Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Branchenfokus: Ausgabe 06/2015, 15.06.2015

Convenience Food auf koreanisch

Kulinarische Genüsse aus Asien sind in der Schweiz schon seit Längerem beliebt. Doch die typischen Gerichte in heimischen Küchen nachzukochen, ist oftmals schwierig. Eine Lösung für dieses Dilemma ist koreanisches Convenience Food.

Autor: Redaktion

Bilder: Jinsung F.M, Eva Dirlinger

Urlaub ist für viele von uns die schönste «Jahreszeit». Reisen in ferne Länder öffnet nicht nur den persönlichen Horizont und bringt viele schöne Erfahrungen und Erinnerungen. Es bereichert uns auch kulinarisch. Doch heutzutage muss keiner mehr weite Reisen antreten, um originale internationale Spezialitäten geniessen zu können. Zu diesen zählen beispielsweise auch Gerichte, Gewürze, Saucen, Suppen, Pasten und Fertiggerichte aus Südkorea. Die würzig-scharfen Speisen bestehen meist aus vielen Zutaten, die es in den Ursprungsländern an nahezu jeder Stras­senecke zu kaufen gibt. Doch in unseren Breitengraden ist es nicht einfach, den asiatischen Geschmack in heimische Küchen zu bringen. Auf Asien spezialisierte Supermärkte waren bisher die erste Anlaufstelle für Spezialitäten. Doch gros­se Schweizer Detailhändler haben den Geist der Zeit erkannt und bieten bereits eine breite Palette asiatischer Produkte an. LT hatte die Gelegenheit sich über die Herstellung koreanischen Convenience Foods vor Ort zu informieren.

Sichere Produktion.

Damit Lebensmittel aus Südkorea überhaupt Zugang zum europäischen Markt haben, müssen sie dem einheimischem geltenden Lebensmittelrecht entsprechen und nach gängigen Standards produziert sein. Eine südkoreanische Firma, die über ein HACCP-Konzept verfügt und nach GMP, Organic Processing System und FSSC 22000 produziert ist Jinsung F.M mit Sitz in Seoul. Das Unternehmen hat zwei Fabriken und stellt verschiedene Würzpasten, Saucen, Extrakte, Pürees, Suppen und Konzentrate für Getränke, die sich für die industrielle Weiterverarbeitung oder den Verkauf an Endkunden eignen. Das Unternehmen legt grossen Wert auf die hohe Qualität der Rohwaren aus denen die verschiedenen Produkte entstehen.

Hygiene ist oberstes Gebot.

Wie bei Schweizer Betrieben auch ist Hygiene für den koreanischen Lebensmittelproduzent oberstes Gebot. So müssen Besucher bereits im Eingangsbereich der Produktionsgebäude ihre Strassenschuhe gegen Plastikpantoffeln tauschen, damit sie keine Verunreinigungen von aussen einschleppen. Auf dem Weg in die Produktion müssen Mitarbeiter aber nicht nur die Schuhe wechseln, sondern auch die Kleidung, die sie mit einer Fusselrolle von losem Staub, Haaren und so weiter befreien. Eine Haube für den Kopf, Handschuhe und ein Mundschutz komplettieren die Arbeitskleidung. Händewaschen und Desinfizieren sind obligatorisch wie in Schweizer Unternehmen ebenfalls. Eine Besonderheit stellt die Luftschleuse dar, durch die jeder Mitarbeiter gehen muss, um in die Produktion zu gelangen. Diese öffnet sich erst nach rund einer halben Minuten und sorgt dafür, dass Haare und Schmutzpartikel komplett von der Arbeitskleidung entfernt sind, die Mitarbeiter vorher beim Abbürsten mit der Fusselrolle übersehen haben könnten.

Handverlesen.

So wenig Fremdkörper auf der Arbeitskleidung haften dürfen, so wenig Fremdkörper dürfen auf den verwendeten Gemüsesorten verbleiben. Viele Gemüse lassen sich mit Wasser von Schmutz befreien. Doch Pilze, die durch Waschen ihr Aroma verlieren, bürsten bei Jimsung zwei Mitarbeiterinnen von Hand und entfernen sorgfältig alle Schmutzreste. Sie achten zudem auf die Sauberkeit ihres Arbeitsplatzes und reinigen immer wieder die Oberfläche des Putztisches.

Von Hand gewogen.

Was in Schweizer Betrieben moderne Wägeanlagen automatisch nach Rezept abwiegen, geschieht in Südkorea oftmals noch von Hand. In einem separaten Raum sind Mitarbeiter von Jimsung damit beschäftigt, die Rezepturen für den nächsten Tag vorzubereiten. Aus einem grossen Lager holen sich Arbeitskräfte alle notwendigen Gewürze und Zutaten und kennzeichnen jede Tüte mit einer Chargennummer, der Gewichtsangabe und Bezeichnung der jeweiligen Zutat. In der Produktion prüfen andere Mitarbeiter vor jeder Mischung die Angaben noch einmal. Sollte etwas nicht stimmen, dann können sie anhand der Kennzeichnung genau feststellen, wo der Fehler liegt. In diesem Fall wird die Mischung noch einmal komplett neu zusammengestellt.

Einen kühlen Kopf bewahren.

Im Gegensatz zu europäischen Betrieben sind die Produktionsanlagen nicht klimatisiert. Mitarbeiter die Kochprozesse kontrollieren, arbeiten daher in ungekühlten Räumen. Ein Lüftungsrohr unter das sich die Arbeitskräfte stellen können, sorgt in solchen Fällen sprichwörtlich für einen kühlen Kopf und für ein akzeptables Betriebsklima.

Halal geeignet.

Um auf internationalen Märkten erfolgreich zu sein, spielt auch die Produktion nach Halal-Richtlinien im südkoreanischen Unternehmen eine Rolle. So gibt es eine Produktionslinie, die ausschliesslich halalkonformen Lebensmitteln vorbehalten ist. Auch wenn sich alle Anlagen den selben Raum teilen, ist die für Halal-Lebensmittel reservierte Linie komplett von den anderen getrennt, sodass das Unternehmen eine Vermischung ausschliessen kann.

Obwohl die Fabrikation stark von manueller Tätigkeit geprägt ist, stellt das Unternehmen eine breite Palette von Produkten her, die für den Schweizer Markt interessant sind. Sojasaucen und Chilipasten in verschiedenen Geschmacksrichtungen sind nur ein Teil des breiten Angebots.



Weitere Informationen:
Jinsung F.M
www.jsfm.co.kr




Jin-Soo Kim, Präsident von Jinsung (re), und Kyeong Hei Lee Stocker, Manager B2B Networking von KOTRA (li), bereiten sich für den Besuch der Produktion vor


Mitarbeiter geben Gewürze in den Mischer


Nach dem 4-Augen-Prinzip befreien Mitarbeiterinnen Pilze von Verunreinigungen


Moderne Technik unterstütz die manuellen Tätigkeiten


Dippsaucen und Salatdressing verfeinern jedes Menü


Sojasaucen verleihen vielen Gerichten den typischen Geschmack


Für jeden Geschmack die passende Sauce

KOREA MEETS SWITZERLAND

Internationale Geschäftsbeziehungen aufzubauen ist kein leichtes Unterfangen. Die Korea Trade-Investment Promotion Agency Kotra ist eine koreanische Agentur, die sich zum Ziel gesetzt hat, den ersten Kontakt von südkoreanischen und Schweizer Unternehmen zu erleichtern. Die Agentur bietet eine Plattform zum wKennenlernen und Aufbauen von Geschäftsbeziehungen. Für die weitere Zusammenarbeit sind dann die jeweiligen Geschäftspartner selbst verantwortlich.

Weitere Informationen: Kotra Zürich (Korea Trade-Investment and Promotion Agency Claridenstrasse 22 8002 Zürich ktc@kotra.ch www.kotra.ch