Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Pumpen und Armaturen: Ausgabe 06/2015, 15.06.2015

Sanfte Förderung von viskosem Kartoffelpüree

Hochviskose Medien stellen Unternehmen oft vor grosse Herausforderungen. So auch Kartoffelpüree, das ein Produzent in einem «cook and chill»-Verfahren lange haltbar macht. Für die Förderung des Kartoffelstocks brauchte der Hersteller effiziente Pumpen.

Autor: Gabriel Polato Sales Engineer Watson-Marlow Ltd.

Bilder: Watson-Marlow

Seit mehr als 35 Jahren liefert der englische Ausrüser für Lebensmittelproduktion DC Norris zuverlässige Lösungen für die Lebensmittelindustrie. Das Portfolio reicht von Einzelmaschinen bis hin zu vollständigen Produktions- und Verarbeitungsanlagen. Bei der Bereitstellung mehrerer schlüsselfertiger Anlagen für einen grossen russischen Lebensmittelproduzenten sah sich das Unternehmen jedoch mit Problemen bei der Förderung eines Mediums mit besonders hoher Viskosität konfrontiert – Kartoffelpüree. «In mehreren Betrieben haben wir Anlagen zur Weiterverarbeitung von jeweils mehr als zwei Tonnen pürierten Kartoffeln pro Stunde installiert. Der grösste Teil des verarbeiteten Kartoffelpürees macht der Produzent anschliessend durch das ‹cook and chill›-Verfahren besonders lange haltbar», erklärt David George, Business Development Manager bei DC Norris. «In unseren Abfüllanlagen kommen standardmässig Drehkolbenpumpen zum Einsatz. In diesem Falle konnten sie jedoch nicht die für das Pumpen von Kartoffelpüree notwendige Saugleistung liefern.»

Fördern viskoser Medien.

Da der englische Anlagenbauer bereits in der Vergangenheit beim Fördern hochviskoser Medien positive Erfahrungen mit den MasoSine Process Pumps von Watson-Marlow Fluid Technology gemacht hatte, wandte sich das Unternehmen auch in diesem Fall an den Pumpenhersteller. Dieser schlug daraufhin die Sinus-Pumpe SPS 250 als geeignetes Modell vor, eine im hohen Masse zuverlässige und wirtschaftliche Hygienepumpe, die besonders für Einsätze in der Lebensmittelindustrie geeignet ist. Das wellenförmige Profil des speziellen Pumpenrotors sorgt für einen sanften Transport des Fördermediums, ohne es dabei zusammenzudrücken. Der einfache Aufbau der Pumpe erlaubt während des gesamten Pumpzyklus ein konstantes Fördervolumen, was zu einem gleichmässigen und einheitlichen Förderprofil bei hoher Saugleistung führt, ohne die Pulsationsspitzen, die üblicherweise bei konventionellen Drehkolbenpumpen auftreten.

«Die MasoSine Pumpe löste alle Probleme, mit denen wir aufgrund der hohen Bandbreite an unterschiedlicher Viskosität des Kartoffelpürees konfrontiert wurden», sagt der Manager. «Ausserdem ist die Pumpe einfach zu warten und fügt sich optimal in den Reinigungsablauf der gesamten Produktionslage ein.»

Leichte Reinigung.

Da Hygiene und Qualität bei der Produktion und Verarbeitung von Lebensmitteln grosse Bedeutung haben, müssen Mitarbeiter alle Komponenten der Produktionsanlagen in regelmässigen Abständen vollständig reinigen. Die Pumpen lassen sich problemlos an ihrem Einsatzort zerlegen, reinigen und wieder zusammensetzten. Innerhalb von 20 Minuten sind sie wieder einsatzbereit. Dafür sind weder spezielle Kenntnisse noch Werkzeuge erforderlich.

Technisches Know-how.

Durch ihre einfache und effiziente Bauweise verfügen SPS-Pumpen über eine Förderkapazität von bis zu 99 m³/h und erreichen Drücke bis zu 15 bar. In Sonderfällen liessen sich bereits 25 bar realisieren. Der innovative, einfache Aufbau der Pumpen – nur ein sinusförmiger Rotor, eine Welle und eine Dichtung – erlaubt nicht nur eine zuverlässige Förderung von Fördermedien mit hoher Viskosität, sondern macht auch die komplexen Ventilsteuerungen und die zahlreichen Dichtungen konventioneller Drehkolbenpumpen überflüssig. Das sorgt letztlich auch für eine einfache und kostengünstige Wartung.

«Der Einsatz der SPS-Pumpen in den Produktionsanlagen in Russland war so erfolgreich, dass wir die SPS-Pumpen mittlerweile auch in weiteren Anlagen einsetzen wollen», erklärt George. «Drei dieser Anlagen sind gegenwärtig in Russland im Einsatz, vier zusätzliche sind gerade in der Planungsphase. Weitere ähnliche Anlagen in Australien und Grossbritannien sind ebenfalls im Gespräch. Die Sinus-Pumpen sind somit ein zentraler Bestandteil unserer Produktionslösungen für hochviskose Medien geworden.»



Weitere Informationen:
Watson-Marlow
Fluid Technology Group
www.watson-marlow.com/ch-de




Die Pumpen lassen sich problemlos am Einsatzort zerlegen, reinigen und wieder zusammensetzen


Die Sinuspumpe setzt sich aus einem Rotor, zwei Statoren und einem Schieber zusammen

FUNKTIONSWEISE DER SINUS-PUMPE

Die grundlegenden Teile der Sinus-Pumpe sind der sinusförmige Rotor, zwei Statoren und ein Schieber. Der Rotor wird über eine Welle von einem Motor angetrieben und rotiert zwischen den zwei Statoren. Der Schieber übernimmt die Trennung zwischen dem Saug- und Druckbereich. Der Rotor ist geformt wie zwei komplette Sinuskurven. Unter beziehungsweise über dem Rotor bilden sich dadurch zusammen mit den Statoren je zwei Räume oder Kammern. Je Umdrehung ergeben sich daraus vier Kammern. Der Ansaug- und Druckbereich bleibt als Fläche in jeder Stellung erhalten. Sobald eine Kammer sich zu öffnen beginnt, schliesst sich die andere. Die Gesamtfläche beim Ansaugen bleibt konstant. Dadurch wird der Ansaugstrom nicht in seiner Dynamik behindert, und als Resultat ergibt sich eine geringe Pulsation auf der Druckseite. Der Schieber wird durch den Rotor in eine axiale Bewegung gezwungen und trennt den Saug- vom Druckbereich. Erst durch diesen Schieber kann die Sinus-Pumpe fördern. Das Pumpengehäuse, Lagerbock und Wellenabdichtung komplettiert die MasoSine Sinus-Pumpe.