Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 06/2015, 15.06.2015

Viele Teile ergeben ein komplettes Puzzle

Eine Anlage auf der grünen Wiese ist für Anlagenbauer ein Traum. Auch wenn Experten den laufenden Betrieb nicht berücksichtigen müssen, gibt es Herausforderungen. Schliesslich sollen viele Puzzle-teile letztlich ein schönes Bild respektive eine moderne Fabrik ergeben.

Autor: Redaktion

Bilder: Zur Verfügung gestellt

Die Spezialität Basler Läckerli ist nicht nur in der Schweiz beliebt. Die nach traditionellem und geheimen Rezept hergestellten Basler Läckerli begeistern in- und ausländische Geniesser gleichermassen. Damit das Läckerli Huus die steigende Nachfrage bedienen kann, hat das Unternehmen vor rund einem Jahr seinen Neubau in Frenkendorf eröffnet. Moderne Anlagen und innovative Technik sorgen für eine reibungslose Produktion.

Von Anfang an optimal gefördert.

Für einen Teil der neuen Produktionsstätte waren die Experten von Cromatech verantwortlich. Diese installierten unter anderem die Glukose-Annahmestation, das beheizte Doppelmantellrohrleitungssystem, die molchbare Befüllleitung und realisierten die Rohrleitung als Molchsystem mit Start- und Endbahnhof für den Molch. Auch der Glucoselagertank, mit einer Füllmenge von 25 000 Litern, und ein Pumpsys-tem zur Verteilung waren Bestandteil des Auftrages. Die von Cromatech eingebaute Steuerung und Automatisation für An- nahmestation, der Gluco-setank sowie Honig- und Karamellkocher als auch das Dosiersystem für dunkle, weisse und Milchschokolade sind für die re- zepturgetreue Produktion mit verantwortlich. Auch wenn die Fachleute die Installationen in einem Neubau und damit nicht während des laufenden Betriebes machen mussten, war der Zeitrahmen von gut einem Monat eine beachtliche Herausforderung. «Wir waren in diesem Projekt nur ein kleiner Teil eines Puzz- les, doch die Zusammenarbeit hat optimal funktioniert und wir konnten alle Installationsarbeiten ausführen als auch die Optimierung vieler Komponenten vornehmen», sagt Patrick Weyermann, Geschäftsleitung und Leitung Technik, Projektleitung bei Cromatech.

Wohl temperiert unterwegs.

Damit aus vielen Zutaten das Basler Läckerli entsteht, ist eine durchdachte Technik nötig. So auch für den Glucosetransport von der Annahmestelle zum Lagertank oder zur Verteilung verschiedener Zutaten innerhalb der Produktion. Ein beheiztes Doppelmantellrohr- und Pump-system ist dafür verantwortlich, dass die viskosen Zutaten optimal temperiert zum richtigen Zeitpunkt in der Produktion zur Verfügung stehen. Die integrierte Heizung hält die Rezeptkomponenten flüssig und exakt dosierbar.

Per Fingertipp gesteuert.

Eine zentrale Steuerung behält alle Prozesse «im Auge» und die Produktion am Laufen. «Obwohl im Hintergrund komplizierte Prozesse ablaufen, ist die Bedienung für Mitarbeiter einfach. Mit einem Touchpanel kann das verantwortliche Personal je nach Rezept die Produktion steuern. Die dazu nötigen Daten sind in der Steu-erung hinterlegt und mit wenigen Fin- gertipps abrufbar», so der Anlagenspe-zialist.

Durchdachtes «Räumkommando».

Auch wenn das beheizte Rohr- und Pumpensystem die viskosen Medien im Fluss hält, war es dennoch nötig, für den Weg von der Annahmestation zum Glucoselagertank ein «Räumkommando» zu installieren. «Diese Leitung ist nicht immer befüllt, daher ist es nötig, sie nach jedem Einsatz zu reinigen. Dafür haben wir ein spezielles Molchssystem installiert, das jedoch Herausforderungen mit sich brachte», meint Weyermann. Die Spezialisten haben für jeden Fall die passende Technik, so auch für das System beim Läckerli Huus. So haben sie eine ausgeklügelte Technik im Start- und Endbahnhof eingebaut. Das Molchsystem arbeitet mit Druckluft, die den Molch in gleibleibender Geschwindigkeit vorwärts treibt. Das Gerät schiebt das Produkt vor dem Endbahnhof in einen Behälter, um die viskosen Medien wieder der Produktion zuführen zu können. Für die konstante Geschwindigkeit des Molchs wird der Druck und die Menge der Druckluft genau geregelt. Wie genau das System funktioniert, bleibt das Geheimnis der Fachleute. Doch es sei soweit verraten, dass Sensoren ein Teil des System sind, die den Weg des Molchs permanent überwachen. «Visuell lässt sich der Weg des Molchs auf einem Display darstellen und zeigt Mitarbeitern zu jeder Zeit, wo sich der Molch befindet. Ein Druckregler regelt die Geschwindigkeit und sorgt dafür, dass das System regulierend eingreift. Je länger die Leitung ist und je mehr Material der Molch vor sich herstossen muss, umso wichtiger ist diese Regelung», erklärt der Experte.

Die nötige Druckluft, erzeugt ein Kompressor, der mit einem Filter ausgestattet ist. Ist das Räumkommando am Endbahnhof angekommen, erhält es Gegendruck und gleitet durch die leere Leitung in den Startbahnhof zurück. Für Reinigungszwecke lässt sich der Molch im Bahnhof reinigen und zur Kontrolle leicht herausnehmen. Der Molch ist einfach zu reinigen und wieder zu integrieren.

Obwohl Molchsystem, Rohrleitungen, Lagertanks oder Steuerungen nur Puzzleteile sind, läuft ohne sie nichts. Eine gute Planung und optimale Zusammenarbeit aller Beteiligten haben eine moderne Produktion geschaffen, die Freunde der Basler Spezialität auch künftig mit Nachschub versorgt.


Weitere Informationen:
Cromatech AG
www.cromatech.ch



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