Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 09/2015, 07.09.2015

Hygiene reduziert Lebensmittelabfälle

Der Luxus – Lebensmittel im Überfluss zur Verfügung zu haben – hat eine Schattenseite – Food Waste. Der Verlust an Lebensmitteln ist immens, weshalb es höchste Zeit wird, etwas dagegen zu tun. Dabei sind alle gefordert – auch die Lebensmittelindustrie.

Autor: Katrin Ferge, Brand Communications Managerin bei Tork

Bilder: SCA Group

Jährlich werden in der deutschen Nahrungsmittelindustrie 1,85 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. In der Schweiz geht ein Drittel der Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verloren oder landet im Abfall. Pro Jahr sind das, laut dem Schweizer Verein Food Waste, rund 2 Millionen Tonnen Lebensmittel. Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Menge an Lebensmittelabfällen bis 2025 um 30 Prozent zu verringern – nun ist auch die Industrie aufgefordert zu handeln. Gemäss einer aktuellen Trendstudie von Tork bietet die Optimierung der Hygienestandards das grösste Potenzial, die Menge an weggeworfenen Lebensmitteln zu reduzieren. Die Untersuchung der Experten liefert der Branche einen Überblick über die aktuelle Situation, einen kompakten Leitfaden, um Verschwendung einzudämmen und Tipps von unabhängigen Branchenexperten. Die Trendstudie basiert auf Erkenntnissen und Veröffentlichungen von Hygieneexperten aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und der Schweiz.

Lebensmittelabfälle wegen Hygiene-problemen.

Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung müssen Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie die Lebensmittelproduktion bis 2050 um insgesamt 70 Prozent steigern und gleichzeitig die Lebensmittelsicherheit jederzeit garantieren können. Diese Zahlen erhöhen den Druck auf die Branche, die Verschwendung von Nahrungsmitteln zu minimieren. In einer Trendstudie hat Tork die aktuellen Herausforderungen untersucht, um die Branche bei einer langfristigen Lösung zu unterstützen.

Die Trendstudie zeigt auf, dass Hygieneprobleme in der Industrie zu den Hauptursachen von weggeworfenen Lebensmitteln zählen. Besonders häufige Problemstellungen sind:

  • unzureichende Händehygiene
  • die potenzielle Übertragung von Verunreinigungen durch verschmutzte Oberflächen
  • die kontinuierliche Einhaltung der Kühlkette
  • die Verwendung der richtigen Reinigungsmittel und -geräte.

«Um die Nahrungsmittelsicherheit zu gewährleisten, wird sich ein hoher Grad an Lebensmittelabfall niemals vermeiden lassen. Doch durch verbesserte persönliche Hygiene und erhöhte Aufmerksamkeit im Hinblick auf mögliche Kreuzkontamination lässt sich die Verschwendung zumindest einschränken. Eine Sensibilisierung für die Bedeutung von Hygiene, etwa durch Aufklärungskampagnen oder Schulungen, bietet das Potenzial, Abfälle zu vermeiden», so Judith Rapp, Product Manager Wiping and Cleaning bei Tork. «Angesichts der Tatsache, dass die Europäische Union die Lebensmittelabfälle innerhalb von zehn Jahren drastisch reduzieren will, fanden wir es überraschend, dass es bisher nur sehr wenige Untersuchungen dazu gibt. Hier besteht dringender Bedarf an gezielter Forschung und konkreten Zahlen zur aktuellen Lage. Wir bieten nicht nur hilfreiche Expertisen rund um das Thema Hygiene, sondern stellen auch wirksame Produkte für die Branche bereit, die die Anforderungen der Industrie passgenau erfüllen. Wisch- und Reinigungstücher aus Vliesstoff beispielsweise sind leistungsfähiger und hygienisch sicher. Sie werden nach einem Tag entsorgt und verringern gleichzeitig den Lösemittelbedarf», erklärt die Managerin.

Leitfaden für bessere Hygiene.

Um Unternehmen zu helfen, die Lebensmittelabfälle einzudämmen, hat Tork einen praktischen Hygieneleitfaden verfasst:

1: Minimierung von menschlichen Fehlern.

Erhöhte Effizienzbestrebungen und Zeitdruck gelten als potenzielle Ursachen für Verunreinigungen bei Lebensmitteln. Das richtige Equipment sowie Hochleistungssysteme und -maschinen, können dazu beitragen, Prozesse optimal zu organisieren. Der entscheidende Punkt ist jedoch die Erkenntnis, dass sorgfältig gereinigte Hände immer noch das beste «Mittel» für optimale Hygiene sind.

2: Sensibilisierung für Hygiene.

Hier spielt die Beteiligung aller Mitarbeiter des Unternehmens eine wesentliche Rolle: Damit jeder das Hygienemanagement leben kann, muss es fest in der Unternehmenskultur verankert sein.

3: Laufende Mitarbeiterschulungen.

Die Schulung der Mitarbeiter ist essentiell – nur wer potenzielle Quellen für Kreuzkontaminationen sofort erkennt und weiss, dass der Anschein von Sauberkeit nicht immer ausreicht, kann seine Verantwortung am Arbeitsplatz wahrnehmen.

4: Bereitstellung der richtigen Produkte für jede Aufgabe.

Arbeitsflächen und Geräte, die direkt mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen besonders sorgfältig gereinigt sein. Eine professionelle Ausstattung der Arbeitsplätze ist sowohl aus Gründen der Hygiene als auch der Produktivität unverzichtbar. Der Spezialist hat ein breites Spektrum von Produkten für die Lebensmittelindustrie im Angebot – von einfachen Wischtüchern, über Mehrzweckpapierwischtücher bis hin zu hoch spezialisierten Reinigungstüchern, die Kreuzkontaminationen verhindern.

5: Aufstellen eines Krisenplans.

Der beste Weg ist, Problemfälle von vornherein zu vermeiden. Grundsätzlich sollten Unternehmen jedoch trotzdem ein Krisenmanagementsystem einrichten, um im Notfall schnell reagieren und Kontrollmechanismen in Gang setzen zu können. Ergeben etwa Hygienekontrollen ein negatives Ergebnis, müssen verunreinigte Produkte sofort präzise lokalisier- und auffindbar sein.

Weitere Erkenntnisse aus der Trendstudie.

Eine der grössten «Hygienesünden» bei der Reinigung von Arbeitsflächen ist die Verwendung von Reinigungsschwämmen und -tüchern über mehrere Tage hinweg. Diese sind ideale Brutstätten für Bakterien, die das Personal bei der Reinigung überall verteilen und so indirekt auch die Lebensmittel verunreinigen können.

Einmalhandschuhe vermitteln ein falsches Gefühl der Sicherheit. Mit Handschuhen gehen die Menschen in der Regel sorgloser mit hygienekritischen Substanzen um. So lassen sich Keime leichter auf Lebensmittel oder Arbeitsflächen übertragen.

Die richtige Händehygiene vernachlässigen Mitarbeiter oftmals trotz Sensibilisierung: Personen, die sich ihre Hände eilig und ohne Seife waschen oder sich hinterher die Hände nicht mit einem Papiertuch abtrocknen, werden zur potenziellen Gefahrenquelle.


Weitere Informationen:
SCA Group, www.sca.com




Hygieneprobleme wie verschmutze Oberflächen sind ein häufiger Grund für weggeworfene Lebensmittel