Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 09/2015, 07.09.2015

Produktkennzeichnung für Pulver und Pillen

Hygienesensible Produkte abfüllen, verpacken und kennzeichnen kann eine Herausforderung sein. Für eine schnelle Datenverarbeitung, ein optimales Druckbild und gleichzeitige Einhaltung der Hygienevorschriften, ist innovative Technik gefragt.

Autor: Selma Kürten-Kreibohm Redaktorin

Bilder: Bluhm Systeme GmbH

Der fränkische Nahrungsergänzungsmittel- und Pharmahersteller Nutrichem ist Partner für die Entwicklung, Produktion, Abfüllung und Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln, Diätprodukten, Arzneien, Sportnahrung, klinischer Ernährung und einigem mehr. Das ISO-zertifizierte Unternehmen ist unter anderem auf die sterile Abfüllung sensibler Produkte in Beutelverpackungen spezialisiert und füllt seine Produkte in Glas- und PET-Flaschen, Ampullen und Verpackungen für Pulverprodukte ab. Um die hohe Qualität der Produkte zu sichern und Kontaminationen zu vermeiden, ist Hygiene das oberste Gebot, so auch bei der Kennzeichnung der Produkte.

Kennzeichnung hinter der Sicherheitsschleuse.

Gerade in den Hygienebereichen setzt Nutrichem auf Thermotransfer-Direktdrucker Linx TT. Damit lassen sich Chargen- und Haltbarkeitsinformationen auf Schlauchbeutel aufbringen. Dort, wo Mitarbeiter nur mit Schutz-Overall, Kapuze, Handschuhen und Mundschutz Zutritt haben, arbeiten die Drucker weitgehend eigenständig und sehr ausdauernd. «Einmal eingestellt, arbeiten die Linx TT bei uns rund um die Uhr und das an sieben Tagen in der Woche», erzählt Produktionsleiter Peter Jonigkeit-Burke und erläutert: «Unsere Mitarbeiter geben über die intuitive Bedienoberfläche die nötigen Daten per Touchdisplay ein, und das System läuft vollautomatisch.»

Die Thermotransfer-Direktdrucker lassen sich überall dort einsetzen, wo der Druck sofort auf eine Folienverpackung erfolgen soll, wie zum Beispiel in der Nahrungsmittelindustrie, der Süsswarenproduktion oder der Metallverarbeitung. In der Verpackungsanlage für aseptisch abgefüllte Schlauchbeutel ersetzte der Linx TT einen anderen Thermotransferdrucker. Seine Flexibilität machte den Drucker attraktiv: Der «Heisspräger» sollte in der Lage sein, Klartext wie auch zweidimensionale Datamatrix-Codes mit einer Auflösung von 300 dpi aufzubringen, und damit den Anforderungen eines koreanischen Kunden entsprechen. Gleichzeitig sollten aber auch zwei Schlauchbeutel pro Takt gekennzeichnet werden. «Dank der Druckbreite von 110 mm reicht uns für diese Aufgabe ein einziger Thermotransferdrucker», freut sich der Produktionsleiter. «Früher hatten wir zwei Heisspräger im Einsatz. So sparen wir nun unter anderem auch Rüstkosten». Für den Lebensmittelbereich wichtig ist auch, dass das Gerät mit der FlexClean-Option der Schutzklasse IP65 entspricht.

Das Drucken mit dem Linx TT geht schnell und präzise. Dafür sorgt die «Corner-Edge-Technologie». Der Thermo-Druckkopf steht in einem Winkel von 30° zur Folie. Dadurch sind besonders kleine Schriften, Logos oder Barcodes in sehr hoher Druckgeschwindigkeit von bis zu 1 m/s realisierbar.

Drucken spart Kosten.

Weniger abgeschirmt, aber nicht weniger effizient, arbeiten Drucker an verschiedenen Verpackungsstationen beim Nahrungsergänzungsmittelhersteller. Beispielsweise beschriftet der Drop-on-Demand-Tintenstrahldrucker Markoprint Maxiline Umkartons mit grossen Texten, Logos und Barcodes. «Früher haben wir hier Etiketten per Laserdrucker erzeugt und von Hand aufgeklebt. Nun haben wir das Markoprint-System seit vielen Jahren im Einsatz. Das Druckbild sieht hervorragend auf den Kartons aus», so der Produktionsleiter. Der Tintenstrahldrucker arbeitet mit Trident-Druckköpfen und ist ausgelegt auf die Bedruckung von Trays und Kartonagen mit ölbasierenden Tinten. Er ist eine gute Alternative zum Etikettierer. Mit einem kleinen Druckkopf sind Schrifthöhen bis 50 mm realisierbar. Der Pharmahersteller entschied sich für den grösseren Druckkopf. Somit kann er Zeilen mit bis zu 100 mm Höhe drucken. Bei Nur-Text-Drucken erreicht das Geräte maximale Druckgeschwindigkeiten von 200 m pro Minute. Für die präzise Aufbringung der Druckdaten auf die saugfähigen Oberflächen, sorgen die 768 Druckdüsen des Druckkopfes.

Fit für Anforderungen der Zukunft.

Die iDesign-Software ist für Mitarbeiter eine Erleichterung. «Wir können einen neuen Text schnell auf dem PC gestalten, egal ob mit Logo oder Barcode. Dann müssen wir nur die Daten über USB Kabel an den Drucker übertragen», so Jonigkeit-Burke. Zudem ist die Software voll netzwerkfähig und kann ihre Daten mit den Datenbanken des Unternehmens austauschen. Dieses Feature nutzt das fränkische Unternehmen an anderer Stelle, wo es die fertig produzierten Schlauchbeutel mit Umverpackungen versieht. Dort kommt es auf Geschwindigkeit und dynamische Datenverarbeitung an. Hohe Anforderungen gelten für die Sicherheit und die Rückverfolgbarkeit der Produkte. Jede Verpackung muss exakt mit Chargen- und Artikelnummer sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sein.

Diese anspruchsvolle Aufgabe lässt sich mit dem Windows-Industrie-PC Markoprint Cube mit Touchdisplay lösen. Das würfelförmige Steuersystem arbeitet mit der Software iDesign Touch. Sie ist direkt mit den Produktdatenbanken verbunden.

Mit der Netzwerkfähigkeit und der Datenbankfunktion «DB Print» ist die Software optimal auf die «Serialisierung» vorbereitet. Aus Gründen der Produktsicherheit und im Kampf gegen Produktpiraterie drängen gerade Pharmahersteller vermehrt darauf, jede Produktverpackung mit einer eindeutigen Seriennummer zu versehen. Diese soll nicht einfach linear hochgezählt, sondern verschlüsselt in Form eines Datamatrix-Codes aufgebracht werden. Dazu weist das Unternehmen nach einem speziellen Verfahren auf Datenbankebene dem Produkt eine eindeutige Nummer zu. Der Markoprint Cube loggt sich dann über das Netzwerk in die Datenbanken ein, ermittelt die zu druckenden Daten und bringt sie auf den Schachteln auf. Mitarbeiter in Apotheken können den Datamatrix-Code scannen. Die Serialisierungsinformationen geben den Hinweise darauf, ob es sich wirklich um originale Präparate handelt.

Zwei Druckköpfe für viele Kennzeichnungsfälle.

Für den exakten Druck an der Verpackungslinie ist ein Druckkopf mit HP-Tinten-Kartuschen zuständig. Diese erlauben, wie auch die optional erhältlichen Funai-Kartuschen, Zeilenhöhen bis zu 12,5 mm und eine Druck-Auflösung bis zu 600 dpi. An den Cube lassen sich bis zu zwei Druckköpfe anschliessen. Sie können dann so kombiniert werden, dass Zeilenhöhen bis 25 mm erreichbar sind. Alternativ können die beiden Druckköpfe zwei Seiten der Verpackung parallel bedrucken. Ausgerüstet mit ein oder zwei grossen Maxiline-Trident-Köpfen liesse sich ein Aufdruck von bis zu 100 mm Grösse erzielen.


Weitere Informationen:
Bluhm Systeme GmbH
www.bluhmsysteme.com




Für hochauflösende Drucke und Datamatrixcodes kommt ein Markoprint Cube mit HP-Drucktechnik zum Einsatz