Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
17.08.2015

Bell-Gruppe ist solide unterwegs

Zum 1. Mai 2015 hat Bell wie angekündigt die vereinbarte Option zum Kauf weiterer zwei Prozent der Hilcona ausgeübt. Damit ist der Schweizer Fleischverarbeiter mit 51 Prozent Mehrheitsaktionär. Das Unternehmen hat die Hilcona-Gruppe seit dem 1. Mai des laufenden Jahres voll in die Rechnung konsolidiert. Damit verbunden sind wesentliche Veränderungen in der Bilanz sowie im Ausweis der Ergebnisse vor und nach Minderheiten.
Der Umsatz der Bell-Gruppe liegt mit insgesamt CHF 1,28 Milliarden (+0,2 Prozent, CHF +2,98 Millionen) auf Vorjahresniveau. Währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen von CHF 49 Millionen sowie eine Minus-Teuerung bei den Rohmaterialpreisen von CHF 16 Millionen reduzierten den Umsatz. Das Absatzvolumen (ohne Hilcona) konnte die Gruppe trotz des anspruchsvollen Umfelds auf Vorjahresniveau halten. Insgesamt stieg der Absatz inklusive Hilcona im ersten Halbjahr um 13,9 Prozent auf 120 366 Tonnen.
Der EBITDA liegt mit CHF 90,5 Millionen über Vorjahr. In dieser Steigerung kommen die operative Verbesserung der Ergebnisse bei den internationalen Aktivitäten, der Währungseinfluss sowie die Hilcona-Konsolidierung zum Ausdruck. Der Unternehmensgewinn nach Steuern stieg auf CHF 33,6 Millionen. Die Anteile Dritter am Ergebnis liegen bei rund CHF 1,7 Millionen. Der Unternehmensgewinn beträgt CHF 32 Millionen (+14,6 Prozent, CHF +4,1 Mio.). Währungsbereinigt konnte die Gruppe den Unternehmensgewinn gegenüber dem Vorjahr um rund 5 Prozent steigern.
Die Auswirkungen der Aufhebung des Mindestkurses Euro/CHF sind im Schweizer Markt spürbar. Von der Zunahme des Einkaufstourismus ist auch der gesamte Retailmarkt betroffen, der im Bereich Fleisch und Fleischwaren gegenüber dem 1. Halbjahr 2014 rückläufig war. Trotzdem konnte Bell das Absatzvolumen mit 60 753 Tonnen auf Vorjahresniveau halten, nicht zuletzt dank eines guten Starts in die Grillsaison. Der Umsatz lag aufgrund der deutlichen Minus-Teuerung beim Schweinefleisch mit CHF 897 Millionen rund 2 Prozent unter Vorjahr. Das Ergebnis liess sich aufgrund eines effektiven Kostenmanagements, gepaart mit attraktiven Rabatten zur Absatzförderung, knapp auf Vorjahresniveau halten.
Der Markt für Wurstwaren in Deutschland ist zwar weiterhin rückläufig, gewisse Erholungstendenzen zeichnen sich jedoch ab. Mit rund 31 550 Tonnen lag die Absatzentwicklung bei Bell Deutschland im ersten Halbjahr leicht unter Vorjahr. Dies ist marktbedingt und auf die eigenen Sortimentsbereinigungen zurückzuführen. Der Umsatz in Lokalwährung blieb auf Vorjahresniveau, in der Berichtswährung ging er um 14,3 Prozent auf rund CHF 204 Millionen zurück. Dank dem Fokus auf Produkte mit höherer Wertschöpfung, Innovationen sowie auf die Kostenoptimierungen verbesserte die Gruppe das operative Ergebnis deutlich.
In der Schweiz sendet der bisherige Verlauf der Grillsaison positive Signale für die zweite Jahreshälfte. Es ist zudem davon auszugehen, dass sich der Geschäftsgang von Hilcona auch im zweiten Halbjahr erfolgreich weiterentwickeln wird. Die eingeleiteten Massnahmen im internationalen Umfeld führen zu weiteren operativen Fortschritten. Das Ergebnis ist abhängig von der Rohstoffpreisentwicklung. Es ist zu erwarten, dass der Preiskampf und der Margendruck im Retailmarkt im zweiten Halbjahr zunehmen werden. Insgesamt geht Bell für die zweite Jahreshälfte von einer weiteren Ergebnisverbesserung gegenüber dem Vorjahr aus.



Der Umsatz der Bell-Gruppe liegt mit insgesamt CHF 1,28 Milliarden auf Vorjahresniveau