Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
09.09.2015

Chocolat Frey fokussiert Export-Aktivitäten

Die Migros-Tochter Chocolat Frey hat in den letzten beiden Jahren wegen der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unter Druck gestanden. Die starke Konkurrenz von globalen Marken, deutliche Steigerungen der Rohstoffpreise, der rückläufige Pro-Kopf-Schokoladenkonsum, als auch der starke Franken zwingen das Unternehmen dazu, ihre Exportstrategie anzupassen. Damit das Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich bleibt, hat sich die Geschäftsleitung für eine betriebliche Umstrukturierung entschieden, von der rund 50 Mitarbeitende betroffen sind. Die Massnahmen umfassen Frühpensionierungen, Kürzungen des Beschäftigungsgrades und Stellenreduktionen. Dazu haben die Verantwortlichen ein Sozialplan gemeinsam mit den Sozialpartnern entwickelt.

Die Rahmenbedingungen für Schweizer Schokoladenproduzenten haben sich in den letzten zwei Jahren drastisch verändert: Einerseits stiegen die Rohstoffpreise wie etwa für Kakao oder Nüsse um bis zu 200 Prozent, andererseits drängen ausländische Anbieter zunehmend auf den einheimischen Markt. Das führte dazu, dass Schweizer Anbieter ihre Produktionen zunehmend ins Ausland verlagerten. Zusätzlich erschwert seit Februar dieses Jahres der starke Franken das Exportgeschäft. Um unter diesen Bedingungen konkurrenzfähig zu bleiben, sieht sich die Chocolat Frey gezwungen, ihre Exportstrategie anzupassen und Umstrukturierungen einzuleiten. Ab 2016 konzentriert sie sich im Export primär auf ihre Kernkompetenz: die Herstellung von Eigenmarken (Private Label) für Kunden im In- und Ausland. Das Markengeschäft wird nur noch in Ländern weitergeführt, in denen durch Vor-Ort-Produktion Marktnähe und Wettbewerbsvorteile bestehen. Die Marke Frey wird zudem im Ausland selektiv als exklusiver Retail Brand weiterhin im Regal stehen.
Diese strategische Änderung hat zur Folge, dass das Unternehmen am Produktionsstandort Buchs personelle Massnahmen umsetzen muss. Betroffen sind etwa 50 Mitarbeitende in verschiedenen Bereichen und auf allen Stufen. Sie werden zum Teil früher pensioniert, ihr Arbeitspensum reduziert oder wo nicht anders machbar ist, werden Stellen abgebaut. Die Migros-Tochter hat einen fairen Sozialplan entwickelt und bemüht sich, allen Betroffenen eine alternative Arbeitsstelle inner- oder ausserhalb des Unternehmens zu vermitteln. Dazu richtet sie ein Mobilitätszentrum ein. Die Massnahmen, die von der Personalkommission und den externen Sozialpartnern eng begleitet werden, sollen grösstenteils bis Ende 2015 umgesetzt sein.

Chocolat Frey



Verschiedene Faktoren wie etwa die hohen Rohstoffpreise, gesunkener Pro-Kopf-Schokoladenkonsum als auch der starke Franken haben dazu geführt, dass die Migros-Tochter ihre Exportstrategie anpassen muss