Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
25.11.2015

Lebensmittel 4.0: Information wird das Salz in der Suppe

Am 19. November 2015 fand an der ZHAW in Wädenswil wieder die traditionelle Lebensmitteltagung statt. Unter dem Motto «Lebensmittel 4.0» befassten sich namhafte Referenten mit der Frage, wohin die vierte industrielle Revolution führt und was das für die Entwicklung der Tisch- und Esskultur bedeutet.

Jan Bathel, Curator aus Berlin, beschäftigte sich mit dem Thema «Food Revolution – Lebensmittel in der nächsten Generation». Der Begründer des Studios für «contemporary consulting» zeigte in seinem Vortrag, dass wir derzeit einen Kulturwandel erleben, der sich über einen Wertewandel der neuen digitalen Generation etabliert. Für die Jugend von heute sind virtuelle Netzwerke bereits wichtig und das wird sich noch verstärken. Gemäss der Meinung von Jan Bathel werden elektronische Kommunikationsformen eine immer wichtigere Rolle spielen.
Thilo Hühn vom ILGI befasste sich mit dem Thema Industrie 4.0 und zeigte eindrücklich, dass es künftig eine ausgeprägtere Kommunikation zwischen Mensch und Maschinen geben wird als bisher. Die Voraussetzungen dafür sind bereits gegeben, denn mobile Geräte, virtuelle Netze, Apps, Big Data und so weiter sind bereits im Einsatz. Trotz zunehmender Kommunikation von Mensch zu Maschine braucht es, laut des ZHAW-Dozenten für Industrie 4.0, aber immer noch Menschen die mitdenken, und Maschinen auch programmieren und steuern können und zudem in der Lage sind, selbständig zu handeln.
Um Big Data drehten sich gleich zwei Referate. Der Vortrag von Thomas Ott «Big Data und Produktionssteuerung in der Lebensmittelindustrie» beleuchtete die Zukunft für Mensch und Maschine. Da Datenspeicherung heutzutage immer einfacher und billiger wird, kommt es auf die Analysemethoden an, um aus den Daten auch die richtigen Erkenntnisse abzuleiten und daraus zu lernen.
Robert Schumacher, Director New Business Development, gateB, betrachtete Big Data aus Sicht der Unternehmen. Diese seien zwar oft über Big Data enttäuscht, da es aus ihrer Sicht nicht das bringt, was sich viele erwartet haben. Dabei zeigt sich, dass nicht die Technik das Problem ist, sondern der Umgang mit den gesammelten Daten. Um dennoch Nutzen aus Big Data ziehen zu können, rät der Experte Unternehmen dazu, konkrete Fälle auszuwählen und dazu dann die spezifischen Daten zu sammeln. Auf diese Weise lassen sich die gesammelten Informationen auch nutzen.
Im Rahmen der Tagung hatten auch Studierende die Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten vorzustellen. In kurzen Vorträgen und im persönlichen Gespräch vor den jeweiligen Postern, hatten die Anwesenden die Möglichkeit, mehr über die wissenschaftlichen Projekte zu erfahren.
Einen etwas anderen Weg ging der Veranstalter mit der Gestaltung des Nachmittagprogramms. Dieses stand ganz im Zeichen des kreativen Ideenfindungsworkshops, bei dem die Anwesenden die Gelegenheit hatten, das aus den Vorträgen Gelernte gleich in die Tat umzusetzen.
Nächste Lebensmitteltagung:
17. November 2016