Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
01.06.2015

Global Food Legislation – Das Lebensmittelrecht globaler Exportmärkte

Die 10. Wädenswiler Lebensmittelrecht-Tagung der ZHAW betrachtete das Lebensmittelrecht verschiedener Drittstaaten. Über 130 Teilnehmende aus Industrie, Verwaltung, Handel, Beratung und weiteren interessierten Kreisen liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, aus erster Hand eine Einführung in das Lebensmittelrecht von Brasilien, China, Japan, Russland und den USA zu erhalten und wichtige Fragestellungen in Zusammenhang mit diesen Lebensmittelrechtsordnungen zu diskutieren. Den Einstieg zur Jubiläumstagung bildete ein Referat aus Schweizer Sicht zur handelspolitischen Dynamik, die für exportierende Firmen der Lebensmittelbranche von besonderer Bedeutung ist.

Autor: ZHAW

Die Jubiläumstagung führte die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandtge Wissenschaften in Zusammenarbeit
mit dem Europa Institut der Universität Zürich durch. Dies, weil die Tagungsleiterin Evelyn
Kirchsteiger-Meier, Dozentin und Leiterin der Fachstelle Qualitätsmanagement und Lebensmittelrecht,
zusammen mit Dr. Tobias Baumgartner, Vize-Direktor des Europa Instituts, im Juli 2014 das englischsprachige
Fachbuch „Global Food Legislation. An Overview“ (Wiley-VCH Verlag) herausgegeben hat. Die
Publikation dieses Fachbuches bildete den Hintergrund für die Tagung. Einen Grund für das Tagungsthema
stellte auch die Tatsache dar, dass Teilnehmende aus vergangenen Tagungen regelmässig den
Wunsch geäussert hatten, das Lebensmittelrecht wichtiger Exportmärkte zu beleuchten.

Wichtiger Treffpunkt für die Branche
In ihrem Grusswort blickte Prof. Dr. Corinne Gantenbein-Demarchi, Leiterin des Zentrums für Lebensmittelund
Ernährungsforschung, auf die vergangenen Wädenswiler Lebensmittelrecht-Tagungen zurück. Sie
stellte fest, dass die Tagung der jährliche Treffpunkt der Lebensmittelrecht-Fachleute ist, bei dem man Informationen
von qualifizierten Referentinnen und Referenten im Lebensmittelrecht erhält, sich vernetzt und
austauscht. Die kontinuierliche Weiterbildung sowie der Austausch in einem lebendigen Netzwerk von
Spezialistinnen und Spezialisten sind gerade für das dynamische und sich ständig weiterentwickelnde
Fachgebiet des Lebensmittelrechts von zentraler Bedeutung.

Zwei Säulen der Schweizer Handelspolitik
Der Einstiegsvortrag von Dr. Tim Kränzlein, stellvertretender Leiter Fachbereich Internationale Handelspolitik
im Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), beleuchtete die zwei Säulen der Schweizer Aussenhandelspolitik:
die multilaterale Schiene (Welthandelsorganisation WTO) und die bilaterale Schiene
(Freihandelsabkommen). Was die Freihandelsabkommen betrifft, so hat die Schweiz gegenwärtig 28
Abkommen mit 38 Partnern abgeschlossen. Trotz der Abkommen können jedoch administrative Hürden
für exportwillige Firmen bestehen, wie Dr. Kränzlein dies etwa am Beispiel der Milchprodukte-Exporte
nach China erläuterte. Für diese Milchprodukte sind erfolgreiche Einzelinspektionen in den interessierten
Betrieben durch chinesische Behörden als Voraussetzung für den Export notwendig. Weiter informierte Dr.
Kränzlein über die Arbeitsgruppe (AG) Agroexport, welche als Anlaufstelle für Firmen im Zusammenhang
mit Exporten von Nahrungsmitteln und Agrarprodukten dient und eine Plattform der Bundesverwaltung und
der relevanten Branchenverbände ist.

Globales Lebensmittelrecht vertieft
Die nachfolgenden Länderreferate boten den Teilnehmenden eine grundlegende Einführung in das Lebensmittelrecht
der ausgewählten Exportmärkte. Die eingeladenen Referentinnen und Referenten, teilweise
zugleich Autorinnen und Autoren des entsprechenden Kapitels in der erwähnten Buchpublikation „Global
Food Legislation“, vermittelten Informationen zu folgenden Bereichen:

  •  Lebensmittelrechtliche Grundlagen und wichtige Rechtsakte
  • Zuständige Behörden
  • Wichtige Regelungsbereiche des jeweiligen Lebensmittelrechts, beispielsweise hinsichtlichHygiene,
  • Lebensmittelsicherheit, Kennzeichnung, Dokumentation
  • Allenfalls weitere Aspekte von besonderem Interesse

Grundsätzlich wurde im Rahmen der Länderreferate auch das Bewusstsein gefördert, dass die Rechtsvorschriften
immer im Kontext der Kultur des entsprechenden Landes, des politischen Systems, der
Intrastruktur und der zugehörigen Institutionen verstanden werden müssen.

Der vollständige Bericht ist auf der der Webseite der ZHAW zu lesen.



ZHAW-Dozentin und Buchautorin Evelyn Kirchsteiger-Meier war die Leiterin der Tagung