Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
18.08.2015

Gute Halbjahreszahlen für Hochdorf

Im ersten Halbjahr 2015 erzielte die Hochdorf-Gruppe einen Brutto-Verkaufserlös von CHF 284,3 Millionen. Die starke Zunahme dieser Werte beruht auf den Ende 2014 getätigten Akquisitionen. Ohne diese wären die Mengen- und Umsatzzahlen leicht tiefer als im Vorjahr. Der prozentuale EBIT im Vergleich zum Produktionserlös gab das Unternehmen Anfang Jahr mit einem Zielband von 2,8 bis 3,0 Prozent an. Dieses Zielband erhöht die Gruppe auf 3,2 bis 3,8 Prozent.

Die Mengen- und Umsatzzahlen umfassen erstmals die Ende 2014 akquirierten Unternehmen Uckermärker Milch GmbH und Marbacher Ölmühle GmbH. Deshalb ist der Vergleich mit den Vorjahreswerten wenig aussagekräftig. Gruppenweit verarbeitete Hochdorf mit 421,4 Millionen kg Milch, Molke, Permeat und Rahm eine deutlich höhere Flüssigmenge als im Vorjahr (255,9 Millionen kg; +64,7 Prozent). Der Brutto-Verkaufserlös liegt bei CHF 284,3 Millionen. Der eher tiefer als ursprünglich erwartete Umsatz begründet sich mit dem Währungseffekt und mit den stärker und rascher gesunkenen internationalen Milchpreisen, die teilweise auch zu tieferen Produktepreisen führten. Die gesamte Hochdorf-Gruppe verkaufte 125 767 Tonnen Produkte (+150,6 Prozent gegenüber Vorjahr).
Ertragsseitig liegt die Bruttomarge mit 22,3 Prozent über dem Vorjahreswert (21,9 Prozent). In absoluten Werten konnte das Unternehmen ein Bruttogewinn von CHF 63,8 Millionen erwirtschaften (+22,8 Prozent gegenüber Vorjahr). Die Gruppe steigerte den EBITDA von CHF 13,8 Millionen auf CHF 15,5 Millionen (+12,5 Prozent). Der EBIT liegt mit CHF 10,7 Millionen ebenfalls leicht über dem Vorjahreswert (CHF 10,2 Millionen; +4,9 Prozent gegenüber Vorjahr). Als Unternehmensergebnis resultieren CHF 4,1 Millionen (CHF 6,3 Millionen; -34,3 Prozent gegenüber Vorjahr), wobei der Rückgang ausschliesslich mit dem Währungseffekt begründet ist. Insgesamt hat sich die Hochdorf-Gruppe in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet und ein Resultat erzielt, welches über den eigenen Erwartungen liegt.
Der negative Einfluss der Währungsturbulenzen auf die Gruppe beziffert Hochdorf per 30.06.2015 beim Umsatz auf CHF -20,8 Millionen; erfolgswirksam sind ca. CHF 4,8 Millionen. Diese Zahlen sind jedoch abhängig von der weiteren Kursentwicklung. Die Aufhebung des Mindestkurses bestätigt auf eindrückliche Weise, dass die Unternehmung mit den 2014 getätigten Auslandexpansionen den richtigen Schritt gewagt hat. Die Investitionen in die Uckermärker Milch GmbH und die Marbacher Ölmühle erweisen sich in mindestens zweifacher Weise als richtig: Es eröffnen sich neue Märkte und der starke Schweizer Franken beeinflusst diese Märkte nicht. Es verbleibt lediglich die Währungsdifferenz bei der Umrechnung der lokalen Bilanzen in die Berichtswährung der Gruppe.
Im Vergleich zum Vorjahr rechnet Hochdorf in der Schweiz mit etwas tieferen Milchmengen, wird dafür aber mehr Molke und Buttermilch verarbeiten. In den Werken in Litauen und Deutschland erwartet die Gruppe aufgrund der Quotenaufhebung etwas höhere Milchmengen zur Verarbeitung.
Für das Jahr 2015 geht die Gruppe trotz des Währungseffektes und der international tiefen Preise für Milchprodukte nach wie vor von einem Brutto-Verkaufserlös im Bereich von CHF 580 bis 620 Millionen aus. Demgegenüber erhöht die Gruppe den Zielbereich des prozentualen EBIT im Vergleich zum Produktionserlös.