Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
21.07.2015

Schweizerischer Aussenhandel im Rückwärtsgang

Das Eidgenössische Finanzdepartement hat die Zahlen für das erste Halbjahr 2015 des Schweizerischen Aussenhandels bekannt gegeben. Kurz gesagt, hält beispielsweise der Export für Uhren und Präzisionsinstrumente den Umsatz. Die Nachfrage in den USA, dem zweitwichtigsten Exportmarkts, steigt um 6 Prozent, während die Euro-Zone mit einem Minus von 8 Prozent den Schwachpunkt der Exporte darstellt.

Im ersten Halbjahr 2015 lagen sowohl die Exporte (- 2,6 Prozent) wie auch die Importe (- 7,4 Prozent) umsatzmässig unter dem Niveau des Vorjahres. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die Güterpreise – insbesondere importseitig – wechselkursbedingt sanken. Demnach nahmen die Exporte real leicht ab (- 0,8 Prozent) und die Importe geringfügig zu (+ 0,5 Prozent). Die Handelsbilanz wies einen hohen Überschuss von 17,7 Milliarden Franken aus.

Exporte in die Nachbarländer.  Die Entwicklung auf den für die Schweiz wichtigsten Absatzmärkten verlief gegenläufig: während der Versand nach Nordamerika um 5 Prozent (USA: + 6 Prozent; vor allem Präzisionsinstrumente und Maschinen) beziehungsweise nach Asien um 3 Prozent zunahm, gingen die Ausfuhren nach Europa (Anteil 57 Prozent) um 6 Prozent zurück. Hier verringerte sich der Umsatz in Österreich um 14 Prozent und in den grossen Volkswirtschaften wie die Niederlande, Italien, Deutschland (- 1,4 Milliarden Franken) und Frankreich zwischen 6 und 10 Prozent. Zudem ist der hohe Nachfragerückgang Russlands (- 23 Prozent) zu erwähnen. Demgegenüber legten die Lieferungen ins Vereinigte Königreich um 10 Prozent (Pharmazeutika) zu. Während die Ausfuhren nach Afrika um 15 Prozent sanken, nahmen jene nach Lateinamerika mit - 1 Prozent nur leicht ab (Mexiko: - 25 Prozent; Brasilien: + 9 Prozent). Facettenreich zeigte sich der Exportverlauf innerhalb Asiens. So stiegen die Ausfuhren nach Katar (+ 98 Prozent) und Saudi-Arabien (+ 34 Prozent) wegen Lieferungen von Flugzeugen und Bijouterie deutlich. Aber auch jene nach Südkorea expandierten um 13 Prozent, während die Ausfuhren nach China um 2 Prozent zunahmen. Derweil sanken die Verkäufe nach Hongkong um 17 Prozent (Uhren und Bijouterie).

Zweistelliges Plus in den USA, zweistelliges Minus in der EU. Neben jenen aus Ozeanien nahmen einzig noch die Einfuhren aus dem nordamerikanischen Kontinent zu – dies dank den um 15 Prozent gestiegenen Importen aus den USA (Pharmazeutika). Gleich um zwei Fünftel brachen die Bezüge aus Afrika ein (Libyen: - 82 Prozent). Die Importe aus Europa verringerten sich um 9 Prozent (EU: - 10 Prozent). Besonders deutlich fiel dieser bei Österreich und Belgien aus (- 22 beziehungsweise - 20 Prozent), aber auch die Einfuhren aus Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich sanken um einen Zehntel. Die Bezüge aus Asien nahmen insgesamt um 3 Prozent ab. Hier belastete unter anderem das kräftige Minus Kasachstans (- 89 Prozent bzw. - 544 Millionen Franken; Erdöl) das Gesamtergebnis, wie auch die rückläufigen Importe aus Hongkong (- 15 Prozent) und Japan (- 8 Prozent). Während die Einfuhren aus China leicht und jene aus Singapur um 17 Prozent zulegten, wuchsen jene aus den Vereinigten Arabischen Emiraten um die Hälfte (Rücksendungen von Bijouterie). Die Zufuhren aus Lateinamerika verharrten insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres (Mexiko: - 9 Prozent; Brasilien: + 3 Prozent).

Konjunkturelle Entwicklung. Im Vergleich zum Vorquartal sanken die Exporte saisonbereinigt auch im 2. Quartal 2015 nominal deutlich (- 2,4 Prozent), wodurch das Wachstum von 6 Vorquartalen faktisch wegradiert wurde. Real betrachtet ist die Entwicklung indes zu relativieren. Bei den Importen ergab sich der dritte nominale Rückgang nacheinander (- 5,8 Prozent; real: - 3,7 Prozent), der zugleich sehr deutlich ausfiel. Dabei verstärkte sich das Minus von Quartal zu Quartal.

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