Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
30.01.2015

Solides Umsatzwachstum 2014

Der Umsatz des Schweizer Lebensmittelunternehmens Hügli nahm 2014 um 3,6 Prozent zu. Der Grund dafür, sind überwiegend höhere Absatzmengen.

Hügli erzielte eine organische Umsatzsteigerung zu Vorjahr von +3,6 Prozent. Diese Steigerung basiert überwiegend auf höheren Absatzmengen, der Preiseffekt lag bei +0,8 Prozent. Aufgrund von Währungsverlusten erhöhte sich der Umsatz in CHF um lediglich +2,6 Prozent auf CHF 377,0 Millionen. Während die Umsatzdynamik aufgrund eines verhaltenen Starts in Q1 2014 im ersten Halbjahr bei +2,1 Prozent lag, beschleunigte sich diese im zweiten Halbjahr auf +5,2 Prozent. Besonders dynamisch entwickelte sich die Vertriebsdivision Private Label (Lebensmitteleinzelhandel), die per Mitte Jahr noch bei einer Zuwachsrate von +1,4 Prozent lag, im zweiten Halbjahr dann aber mit +19,7 Prozent zulegte. Das grosse Volumen an neu gewonnenen Aufträgen basiert im Wesentlichen auf Lieferschwierigkeiten eines mit finanziellen Problemen kämpfenden Mitbewerbers, welcher jedoch unter neuer Leitung nun wieder im Markt tätig ist. Auch die Division Brand Solutions (Produkte für Markenunternehmen), letztes Jahr bereits um +17,8 Prozent gewachsen, wies mit +7,1 Prozent erneut einen guten Zuwachs aus. Sehr gefragt waren weiterhin Produkte aus biologischer Landwirtschaft, während bei den konventionellen Produkten teilweise Umsatzrückgänge hingenommen werden mussten.
Schwieriges wirtschaftliches Marktumfeld bremst Wachstum. Die Division Food Industry konnte im Bereich Fertigpackungen den Wegfall von zwei grösseren Kundenbeziehungen mit Neukunden-Aufträgen kompensieren. Dabei zeigte sich der Bereich Health & Nutrition besonders wachstumsstark. Trotz zusätzlicher Unterstützung des Segments Snack Seasonings lag der Zuwachs insgesamt lediglich bei +0,7 Prozent. Die grösste Division Food Service erzielt weiterhin aufgrund der anhaltend schwachen, teils sogar sinkenden Konsumneigung in der Ausserhausverpflegung (Gastronomie, Betriebsverpflegung) kaum ein Wachstum (+0,3 Prozent in Lokalwährungen). Wieder überdurchschnittlich legten Polen, Ungarn und die Slowakei zu.
Deutschland mit anhaltend hoher Wachstumsdynamik. Erfolgreich entwickelte sich das grösste Ländersegment Deutschland mit einem starken organischen Wachstum von +7,3 Prozent. Getragen wird dieses Wachstum von allen Divisionen, mit Ausnahme von Food Industry. Das geographische Segment Schweiz/Übriges Westeuropa lag insgesamt im Minus (-1,9 Prozent). Während die Schweiz und Österreich durch ein harziges Food Service Geschäfts belastet waren, wurde UK durch den Wegfall eines grossen Private Label Kunden vorübergehend zurück geworfen. Italien als Absatzland ist weiter deutlich rückläufig, ganz im Gegensatz zu Italien als Produktionsstandort von im Ausland vertriebenen italienischen Saucen. Im Segment Osteuropa (-0.8 Prozent in Lokalwährungen) wurde der Glanz von Food Service in allen vier Ländern (CZ, SK, PL, HU) überschattet von Umsatzrückgängen in Private Label. 
Ausblick 2015. Aufgrund der seit 15. Januar 2015 massiv veränderten Währungsrelationen mit massgeblichem Einfluss auf die Rechnungslegung in CHF, teilen wir den Ausblick 2015 in einen organischen Teil und einen Währungseffekt durch den aktuell stark überbewerteten Schweizer Franken auf. Für das Jahr 2015 wird ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich erwartet. Zudem ergibt die Akquisition per 01.01.2015 einen Umsatzzuwachs von rund CHF 20 Millionen. Die organische EBIT-Wachstumsrate wird leicht überproportional zum Umsatz steigen. Der geplante Ertragsbeitrag der Akquisition im Integrationsjahr wird aufgrund von einmaligen Kosten nicht wesentlich ausfallen, womit die EBIT-Marge in Lokalwährungen im Rahmen des Vorjahres erwartet wird. Die seit Mitte Januar 2015 geltenden Umrechnungskurse zum CHF liegen jedoch bei den für Hügli relevanten Währungen, vor allem dem Euro, um 10 Prozent bis 19 Prozent unter den Werten von 2014. Damit wird vor allem die ausserhalb der Schweiz erzielte Wertschöpfung von über 80 Prozent der Hügli Gruppe um diesen Wert tiefer in CHF umgerechnet (Translationseffekt). Da Hügli Schweiz insgesamt einen guten natürlichen Fremdwährungshedge aufweist, also die Fremdwährungs-Einnahmen zu einem Grossteil wieder in der gleichen Währung als Betriebsausgaben verwenden kann, fallen operative Währungsverluste nur durch den Umtausch der wenigen Fremdwährungsüberhänge an (Transaktionseffekt). Unter der Annahme, dass die aktuell geltenden Währungsrelationen bis Ende Jahr bestehen bleiben, muss davon ausgegangen werden, dass die gute organische Betriebsleistung durch die neuen Währungsrelationen negativ kompensiert werden, womit wir den ausgewiesenen Umsatz und EBIT 2015 in einer vergleichbaren Grössenordnung zum Vorjahr erwarten.