Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
20.01.2016

Trotz Umsatzverlust investiert Hug in den Standort Schweiz

Das Jahr 2015 war für die Schweizer Wirtschaft eine Herausforderung, mit der auch die Hug-Backwaren-Gruppe konfrontiert war. So musste das Familienunternehmen einen Umsatzverlust von 3,5 Prozent auf 110 Millionen Franken hinnehmen. Zu diesem Ergebnis trugen insbesondere der rückläufige Biscuits- und Schokoladenkonsum, sowie die Währungssituation bei.

Bilder: HUG AG

Das vergangenen Geschäftsjahr begann mit der Aufwertung des Schweizer Frankens. «Nach diesem Entscheid mussten wir unsere Strategie dem neuen Marktumfeld anpassen», sagt Werner Hug, Präsident des Verwaltungsrates der Hug Gruppe an der Medienorientierung beim Wernli- Produktionsstandort in Trimbach. Infolge dessen hat die Gruppe das Kundenportfolio überprüft und unrentable Kunden im Ausland nicht mehr beliefert. Der Konsumrückgang von Schoggi und Guezli in der Schweiz setzte sich im 2015 verstärkt fort. Mitverantwortlich waren der lange, warme Sommer sowie der zunehmende Einkaufstourismus. Trotz dieser Entwicklung konnte das Familienunternehmen dank DAR-VIDA den Schweizer Marktanteil halten. Die Vollkorngebäcke von DAR-VIDA verzeichnen seit Jahren ein gesundes Wachstum. Mit zwei bis drei neuen Sorten pro Jahr kann das Unternehmen kontinuierlich neue Konsumenten dazugewinnen. Dank erweiterter Produktions-Kapazität ab Sommer 2016 sind auch Exportprojekte wieder denkbar.
Bei den Hug-Produkten feierte 2015 vor allem das Willisauer Ringli mit verschiedenen Rezeptvarianten im Rahmen des 165-Jahre Jubiläums ein erfolgreiches Comeback. Der Wernli-Umsatz stieg im Ausland trotz Währungsverlusten um 12 Prozent. «Im Bereich Food Service trugen wir mit speziellen Produkten und Dienstleistungen für die Gastronomie zum erfolgreichen Marken-Export bei», sagt Andreas Hug, Geschäftsleiter von Hug. Trotz beträchtlichen Währungsverlusten stieg der Umsatz um 2 Prozent. Im Food Service Schweiz musste die Gruppe hingegen erstmals einen kleinen Umsatzverlust hinnehmen. Der «schwächelnde» Tourismus sowie der Strukturwandel in der Gastronomie führten zu diesem Ergebnis.
Im Zuge der geplanten Markenoffensive bekam die Marke Wernli ein Neuauftritt verpasst. Der bekannte Slogan «Me het de Wernli eifach gernli» weicht der neuen Positionierung und heisst neu «Wernli teilt me gernli». Damit trägt Wernli dem Trend zum «Sharing» Rechnung.
Das Familienunternehmen investiert in Malters/Luzern und Trimbach/Olten je rund 10 Millionen Franken in neue rationellere Produktionsanlagen für die Marken Wernli und DAR-VIDA. «Wir vertrauen auf eine vernünftige Regelung der Swissness sowie eine praktikable Rohstoff-Vergünstigung für den Export», sagt Thomas Gisler, Leiter der Beschaffung von Material und Investitionsgütern bei Hug. Die Umsetzung der Swissness-Verordnung sowie die Abschaffung des «Schoggi-Gesetzes» für den Rohstoff-Preisausgleich im Export ist eine grosse Herausforderung für die gesamte Schweizer Lebensmittelindustrie mit noch offenem Ausgang. Hug rechnet mit bescheidenem Wachstum im 2016 Die Auswirkungen der Franken-Aufwertung werden sich erst 2016 vollständig zeigen und auch die Umsatz- und Ertragslage tangieren. Die tiefen Rohstoffpreise im Ausland schlagen sich aufgrund der Abschottung der Schweizer Landwirtschaft nur gering auf die Beschaffung nieder. Die Gruppe will deshalb vor allem qualitativ wachsen und auf Massenprodukte verzichten.



Verwaltungsratspräsident Werner Hug (li) und Geschäftsführer Andreas Hug (re) glauben an den Standort Schweiz


Das breit aufgestellte Produktportfolio ist eine stabile Basis für Investitionen