Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 01-02/2016, 08.02.2016

Studium und Spitzensport passen unter einen Hut

Ein Studium ist keine leichte Angelegenheit und erfordert neben Zeit auch Disziplin, Durchhaltevermögen und Leistungswillen. Diese Attribute sind auch im Spitzensport massgeblich für den Erfolg. Und so ist es gar nicht so einfach, Sport und Studium zur selben Zeit unter einen Hut zu bringen. Das Angebot des Teilzeitstudiums an der HAFL bietet hier eine Chance, zweigleisig zu fahren.

Autor: Redaktion

Bilder: Marcel Kaufmann

Die Berufsausbildung ist eine der ersten grossen Entscheidungen, die junge Menschen treffen. Sie legt den Grundstein für die berufliche Karriere. Doch der berufliche Weg verläuft nur selten völlig geradlinig. Besonders in der heutigen Zeit ist es notwendig geworden, stetig am Ball zu bleiben, sich weiterzubilden oder sogar eine zweite Ausbildung zu machen. Fachhochschulen wie die Hochschule für Agrar,- Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL bieten – bei entsprechenden schulischen und beruflichen Voraussetzungen – interessante Ausbildungswege an, die den Weg für gehobene Positionen im Management ebnen können.

Teilzeitstudium.

Eine Besonderheit bietet die HAFL mit dem Teilzeitstudium an, das es erlaubt, neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachzugehen oder familiäre Verpflichtungen wahrzunehmen. Dabei handelt es sich aber nicht um ein berufsbegleitendes Studium im Sinne eines Studiums an bestimmten Wochentagen, Abenden und/oder am Samstag. Die Teilzeitstudierenden absolvieren vielmehr das Studium zusammen mit den regulären Studierenden und reduzieren das übliche, Pensum von mindestens 30 ECTS-Credits pro Semester um die gewünschte Anzahl ECTS-Credits. Dieses Angebot bietet aber nicht nur die Chance, ein Studium mit Erwerbstätigkeit und/oder Familie zu verbinden. Es gibt auch sportbegeisterten Menschen die Möglichkeit, ihre Passion auszuleben und sich neben der sportlichen Laufbahn auch eine berufliche Existenz aufzubauen.

Gegensätze sind vereinbar.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Kombination von Sport und Studium ist die Schweizer Triathletin Daniela Ryf. Die sportbegeisterte Studentin hat im Oktober 2015 den Ironman auf Hawaii gewonnen und ist somit Ironman Weltmeisterin. Die Spitzensportlerin hat selbst lange gedacht, dass ein Studium neben Spitzensport keinen Platz hat: «Doch als ich 2011 von der HAFL in Zollikofen erfahren habe, und mich bei den Verantwortlichen über das Studium informieren konnte, entschied ich mich, nach den Olympischen Spielen 2012, etwas Neues zu beginnen. Ich habe mich schon immer für die Entwicklung von Lebensmitteln interessiert und so ist das Studium für mich eine grosse Bereicherung zu meinem Sportalltag. Ich bin von der Kombination Technologie und Management, wie es die HAFL anbietet, begeistert.» Den Schwerpunkt im Studium «Food Science & Management» legte die Spitzensportlerin auf «Consumer Science & Marketing», da sie es spannend findet, neue Konzepte zu entwickeln und diese zu managen. Es würde sie reizen, später als Produktmanagerin zu arbeiten. Doch bis dahin gilt es, noch 24 ECTS-Credits zu erwerben und die Bachelorarbeit anzufertigen. Seit der Sport mehr Zeit in Anspruch nimmt, muss Daniela Ryf das Studium etwas hintenan stellen: «Der Sport ist mein Beruf und das Studium mein Hobby. Es ist sozusagen eine Art Ausgleich. Meine wichtigen Wettbewerbe finden von Juni bis Oktober statt. Dies deckt sich relativ gut mit den Semesterferien. Über den Winter nutze ich die Ferien für die Trainingslager. Da ich momentan pro Semester nur noch circa 15 ECTS-Credits mache, habe ich auch während des Semesters genügend Zeit, um mein Training unterzubringen. Teilweise schreibe ich Arbeiten von zu Hause oder online vom Ausland aus. Ohne das Teilzeitangebot der HAFL wäre das überhaupt nicht möglich.»

Blick in die Zukunft.

Auch wenn der Sport derzeit im Vordergrund steht, hat die Spitzensportlerin berufliche Träume. Einer davon ist die Entwicklung einer eigenen Health & Fitness- Linie, denn ihres Erachtens gibt es zu wenig attraktive gesunde Produkte im Convenience- und Take-Away-Bereich. Da sich die ambitionierte Sportlerin vorstellen kann, nach dem Bachelor noch den Master in Food, Nutrition & Health zu machen, hat der Traum ein grosses Potenzial, um Realität zu werden.