Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Weiterbildung: Ausgabe 11/2016, 01.11.2016

Profis an der Schnittstelle Food, Nutrition and Health

Eine gute Ausbildung eröffnet viele Chancen. Mit einer Weiterbildung lassen sich diese Chancen noch ver- grössern. Der neue Masterstudiengang Food, Nutrition and Health an der HAFL hilft Fachleuten auf dem Weg zum gesuchten Spezialisten.

Autor: Eno Nipp HAFL, Kommunikation

Bilder: BFH-HAFL

Lebensmittel müssen heute nicht nur sicher, schmackhaft und hochwertig sein, sondern immer mehr auch gesund und sie sollten an individuelle Bedürfnisse angepasst sein. Für die Industrie ist das Chance und Herausforderung zugleich. Genau mit diesen Schnittstellen befassen sich seit Herbst 2015 Masterstudierende von Food, Nutrition and Health an der Berner Fachhochschule.

«Sowohl in der öffentlichen Diskussion als auch in der Branche hat sich in den letzten Jahren punkto Gesundheitsmanagement im Lebensmittelbereich sehr viel verändert», stellt Daniel Heine, Dozent für Lebensmitteltechnologie und Koordinator des Masters an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL der Berner Fachhochschule fest. Die Zahl der Konsumentinnen und Konsumenten, die sich bewusst ernähren, ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen, und die Lebensmittelindustrie stellt immer mehr Produkte für bestimmte Bedürfnisse und Personengruppen her. Die Folge: Die Märkte für Speziallebensmittel wie funktionelle und diätetische Lebensmittel oder Ergänzungsnahrung boomen. «Trotzdem gibt es Nachholbedarf, beispielsweise bei Personen mit Schluckbeschwerden oder Mangelernährung, aber auch bei Gesunden mit spe-ziellen Ernährungsbedürfnissen – etwa älteren Menschen oder Sportlerinnen und Sportlern», so Heine.

Eine Brücke schlagen.

Diese Märkte bieten der Lebensmittelindustrie neue, interessante Entwicklungschancen. Gleichzeitig wachsen die Herausforderungen, eine Brücke zwischen dem technisch Machbaren und dem gesellschaftlich Erwünschten zu schlagen. «Für die Schnittstellen zwischen Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften braucht es deshalb gut ausgebildete Spezialistinnen und Spezialisten», sagt der Dozent. Zu einem ähnlichen Schluss gelangte auch eine Arbeitsmarktanalyse: Fachkräfte in der Lebensmittelbranche müssen künftig vermehrt entlang der gesamten Wertschöpfungskette denken und innovative Lösungen entwickeln können.

Genau daran orientiert sich das schweizweit einmalige, gemeinsame Masterangebot der BFH-HAFL und dem Fachbereich Gesundheit der Berner Fachhochschule sowie der HES-SO Wallis: «Die neue, praxisnahe Ausbildung auf Masterstufe deckt die ganze Palette ab: von der Abklärung vorhandener Bedürfnisse, über Herstellung, Design und Vermarktung von Lebensmitteln bis hin zu deren Konsum und den Auswirkungen auf die Gesundheit», so Franziska Pfister, Dozentin und Koordinatorin des Masters am Fachbereich Gesundheit der BFH.

Interdisziplinäre Ausrichtung bereichert.

Der Studiengang richtet sich sowohl an Lebensmitteltechnologen/innen und Ernährungsberatende als auch an Absolventinnen und Absolventen ähnlicher Studienrichtungen. Zusätzlich zu den Dozierenden aus den unterschiedlichen Fachrichtungen ergänzen Beiträge von Partnern aus Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft das Studium. Der ausgesprochene Praxisbezug gewährleistet aktuelles Fachwissen sowie unmittelbare Nähe zum künftigen Berufsalltag der Studierenden.

Dass die interdisziplinäre Ausrichtung ein Gewinn ist, davon ist auch Masterstudent Louis Baeriswyl überzeugt: «Die Zusammenarbeit mit Studierenden und Dozierenden aus verschiedenen Fachrichtungen ist bereichernd und erweitert den Horizont», so Baeriswyl. Als Lebensmitteltechnologe wisse er etwa, wie sich ein Zusatzstoff einsetzen lässt, um ein Produkt günstiger herzustellen. Eine Ernährungsberaterin oder ein Ernährungsberater wiederum könne besser einschätzen, ob dieser Zusatzstoff eine negative Auswirkung auf die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten habe.

Abschlussarbeit mit konkretem Nutzen.

Neben seinem Studium arbeitet er als Assistent in der Abteilung Food Science & Management der BFH-HAFL. «Dank dem hohen Anteil an Selbststudium und den Blockkursen ist das berufsbegleitende Studieren für mich kein Problem», sagt Louis Baeriswyl. Spass bereite ihm neben dem starken Praxisbezug des Unterrichts auch der hohe wissenschaftliche Anspruch, von dem er bisher besonders profitiere, und den er jetzt schon für seine Masterarbeit brauchen kann. In dieser entwickelt er im Auftrag eines Unternehmens eine neue Messvorrichtung für ein bestehendes Messgerät zur Untersuchung der Adhäsionskräfte zwischen Lebensmitteloberflächen.

Dass er mit seiner Ausbildung gut positioniert ist, weiss Baeriswyl. Wo es ihn beruflich hinzieht, ist aber noch offen. Sein ursprünglicher Wunsch, in der angewandten Forschung tätig zu sein, bleibt weiterhin bestehen. Sollte es passen, könnte er sich ausserdem eine Stelle in der Industrie vorstellen. «Ich habe einfach den Drang, immer etwas Neues zu machen. Es gefällt mir, wenn ich nicht genau weiss, was der nächste Tag im Labor bringt.»

Internationalität:



Weitere Informationen:
Berner Fachhochschule – Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL
www.hafl.bfh.ch



DER MASTER AUF EINEN BLICK

Im Herbst 2015 startete der Master erstmals mit 22 Studierenden. Ein Jahr später hat er sich bereits gut etabliert. Im Herbstsemester 2016 nahmen weitere 17 Studierende dieses Studium auf.

Abschluss:

Master of Science in Life Sciences mit Vertiefung in Food, Nutrition and Health (BFH)

Karriere-Chancen:

Den Absolventinnen und Absolventen eröffnen sich gute Perspektiven in der Berufswelt, beispielsweise in der Industrie in Kader- und Managementpositionen. Weiter zählen private und öffentliche Forschungsinstitutionen, Ernährungsberatungsstellen von Grossverteilern oder auch Bundesämter zu den potenziellen Arbeitgebern.

Zulassung:

Bachelorabsolventinnen und -absolventen einer schweizerischen Fachhochschule aus den Bereichen Lebensmitteltechnologie, Ernährung und Diätetik oder einer ähnlichen Studienrichtung und mindestens Note 5. Ausnahmen können aufgrund einer Eignungsabklärung gemacht werden.

Dauer:

1,5 Jahre Vollzeit. Unter Verlängerung der Studienzeit lässt sich das Studium berufsbegleitend gut absolvieren.

Unterrichtssprache:

Englisch. Die Masterarbeit kann in Englisch, Deutsch oder Französisch verfasst werden.

Der Studiengang ist mit aktuell 15 vertretenen Nationalitäten international.

Anmeldung:

Das Studium beginnt im Frühjahr und Herbst. Anmeldeschluss sind jeweils 30. April (Herbstsemester) und 30. September (Frühjahrssemester).

Studienort:

Zollikofen, Bern, Spiez und Sion. Der Master in Life Sciences ist eine Kooperation von BFH, HES-SO, FHNW und ZHAW.