Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Hygiene: Ausgabe 03/2016, 08.03.2016

Kühlhausreinigung – und das ganz ohne Wasser

Ein Kühlhaus reinigen ist gar nicht so einfach, erst recht nicht mit Wasser, denn dieses würde bei laufendem Betrieb sofort gefrieren. Um kostspieliges Auftauen des Kühlhauses zu vermeiden, gibt es einen Spezialreiniger, der auch bei Minusgraden optimal reinigt.

Autor: Kipp Umwelttechnik

Bilder: Fotolia, Kipp Umwelttechnik GmbH

Für eine durchgehende Kühlkette sind Kühlhäuser unverzichtbar. Zum Ein- und Auslagern des Kühlguts setzen lebensmittelproduzierende Unternehmen meist Gabelstapler beziehungsweise Hubwagentransporte ein. Doch dabei entstehen schnell Verschmutzungen auf den Bodenflächen, die sich nicht vermeiden lassen. Diese Verschmutzungen frieren fest und bauen sich auf. Dadurch entsteht akuter Reinigungsbedarf. Minus- temperaturen von bis zu -30 °C machen eine Reinigung mit Wasser unmöglich, wenn Betreiber die Raumtemperatur nicht auf über 0 °C bringen. Dies erfordert aber eine Auslagerung des Kühlguts. Die Reinigung bei über 0 °C verursacht damit einen grossen Zeit- und Kostenaufwand, allein die erneute Absenkung der Kühlhaustemperatur nach der Reinigung bewirkt erhebliche Kosten. Noch aufwendiger wird es, wenn nur ein Kühlhaus vorhanden ist und sich vorhandenes Kühlgut nicht einfach umlagern lässt. Dann müssen Unternehmen für die Reinigungszeit einen Kühlcontainer anmieten, der jeweils auch erst auf die passende Temperatur herunter gefahren werden muss. Die Gesamtkosten für die Reinigung eines kleinen Kühlhauses von circa 50 m2 können dann, inklusive Personal- und Mietkosten für den Kühlcontainer, schon einmal insgesamt einen Betrag von 4000 Euro deutlich übersteigen.

Kühlhausreinigung ohne Wasser.

Auf Anfrage eines deutschen Konzerns entwickelte Kipp Umwelttechnik den Spezialreiniger «Coldclean», der mit hoher Reinigungswirkung bei Minustemperaturen von bis -30 °C arbeitet und zudem lebensmittelverträglich ist. Mit bestimmten Applikationen können Betriebe sogar bei noch tieferen Temperaturen reinigen. Das Kühlgut verbleibt dabei während der Reinigungsarbeiten im Kühlhaus und muss lediglich innerhalb des Kühlhauses umgelagert werden. Die Reinigung erfolgt in einem detailliert vorgegebenen und zum Patent angemeldeten Verfahren, bei dem die Verbrauchsmengen genau vorgegeben sind. Spätfolgen, wie die bei einer späteren Abschaltung des Kühlhauses mögliche Entstehung explosiver Gemische bei dann über 0°C steigenden Temperaturen, sind somit ausgeschlossen wie auch negative chemische Beeinflussungen auf das Kühlgut.

Wirkungsweise.

Das Besondere an der Reinigung ist die Kombination von chemischer und mechanischer Wirkungsweise. Den Reiniger tragen die Fachleute mechanisch maschinell tief in die Verschmutzung ein. Dadurch kommt es zum Lösen der betonhart gefrorenen Verschmutzungen. Das Verfahren ist mittlerweile zertifiziert und freigegeben. Die Zertifizierung beruht auf der Betriebsanleitung des Herstellers für das Verfahren. Bei der Ausführung der Reinigungsarbeiten mit dem vom Hersteller – mit Unterstützung einer Universität angefertigten Betriebsanleitung – ist die Sicherheit des Kühlgutes, sowie die Gefährdungsvermeidung durch Gasbildung des Reinigers ausgeschlossen und das auch bei einem späteren Auftauen des Kühlhauses.

Die Zertifizierung brachte den Nachweis der sicherheitstechnischen und lebensmittelrechtlichen Anforderungen erbracht. Jeder Kunde aus dem Bereich Lebensmittel hat bei Einsatz des Verfahrens damit die Sicherheit und den Nachweis gegenüber Kunden und Behörden, dass eine von Kipp Umwelttechnik oder ihren Partnerfirmen durchgeführte Kühlhausreinigung allen sicherheitstechnischen und lebensmittelrechtlichen Anforderungen entspricht.

Das Unternehmen bietet aber nicht nur einen effektiven Reiniger an sondern ein Gesamtkonzept, das permanent überwacht wird. Damit ist ausgeschlossen, dass eingelagertes Kühlgut Schaden nimmt. Die Experten dokumentieren jede Reinigung und halten die kompletten Daten für Nachweiszwecke vor.

Sauber durch Trockeneis.

Zusätzlich zum Spezialreiniger bietet der Hersteller noch die Ice-Master-Geräte an. Diese arbeiten mit flüssigem Kohlendioxid, das während des Strahlvorgangs in der Strahlpistole in Trockeneis umgewandelt wird. Das führt nicht nur zur Reinigung, die Kälte des Strahls desinfiziert auch gleichzeitig die Oberfläche.

Kosteneinsparung.

Doch mit der Reinigung der Kühlhäuser ist es nicht getan. Denn wo Kühlhäuser im Betrieb sind, gibt es in der Regel auch Lamellen-wärmetauscher ausserhalb des Kühlbereichs. Diese können jedoch bei der Reinigung auch mal in Vergessenheit geraten. Das Resultat sind verschmutzte Wärmetauscher, die zunehmend Energie verbrauchen. Die Verschmutzung eines luftgekühlten Kondensators und Flüssigkeitskühlers bildet eine Isolierschicht, reduziert die Energie- effizienz und steigert dadurch die Kosten für Strom, Wartung und Service. Zusätzlich führt die Korrosion der Lamellen zu einer verringerten Betriebslaufzeit der Geräte.

Für die Reinigung dieser Wärmetauscher gibt es den «JetMaster». Der sanfte Wasserstrahl des Reinigungssystems dringt tief in die Geräte ein, ohne die feinen Lamellen zu verbiegen oder zu beschädigen. Das Verfahren löst die Verschmutzungen sanft von den Oberflächen mittels Kavitation, der Düsenstrahl trägt diese aus. Grobe Verschmutzungen, wie sie durch den Einsatz von Hochdruckreinigern bekannt sind, entfallen weitgehend. Auch empfindliche Oberflächen, wie zum Beispiel Weichbeschichtungen, Grafit, Glas oder Folien, lassen sich ohne Beschädigungen intensiv abreinigen.

Die Reinigung führt zu Kosteneinsparungen im Energiebereich bis zu 30 Prozent und mehr. Das Verfahren benötigt nur eine Wassermenge ab 0,20 l pro Minute und ist damit auch wassersparend.



Weitere Informationen:
Kipp Umwelttechnik GmbH
www.kipp-umwelttechnik.de
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