Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 03/2016, 08.03.2016

Staplerunfälle vermeiden

Die Verbindung Mensch und Technik hat zu vielen Fortschritten geführt aber auch zu tragischen Unfällen. Um diese zu vermeiden, hat die Suva lebenswichtige Regeln aufgestellt.

Autor: Serkan Isik Mediensprecher Suva

Bilder: Suva

Nicht nur im Strassenverkehr müssen Regeln eingehalten werden. Auch bei Arbeiten mit dem Stapler sind diese unumgänglich. In der Nahrungsmittel-industrie sind Stapler nicht wegzudenken. Um Unfälle zu vermeiden, stellt die Suva in Zusammenarbeit mit den Sozial-partnern lebenswichtige Regeln für das Arbeiten mit Staplern kostenlos zur Verfügung. Wer diese Regeln kennt und bei der täglichen Arbeit anwendet, senkt das Unfallrisiko.

Mit ihrer «Vision 250 Leben» will die Suva zwischen 2010 und 2020 über alle Branchen hinweg die Zahl der Todesfälle halbieren und damit 250 Leben bewahren. Das Augenmerk gilt auch den Arbeiten mit Staplern, denn die Statistik spricht eine deutliche Sprache: In der Nahrungsmittelindustrie ereigneten sich in den letzten Jahren im Durchschnitt jährlich rund 85 Berufsunfälle. Schweizweit gesehen haben in den letzten 10 Jahren 30 Personen bei einem Staplerunfall ihr Leben verloren. Zudem wurden 247 invalid. Dies muss nicht sein. Deshalb führt der Versicherer ein Aktionsprogramm mit lebenswichtigen Regeln ein und setzt auf eine proaktive Prävention. Bei Gefahr gilt für jeden Vorgesetzten und Mitarbeitenden: Stopp! Mitarbeiter können die Arbeit erst weiterführen, wenn die Gefahr behoben ist.

Speziell für das Arbeiten mit Staplern.

Die Suva hat mit Unterstützung der Verbände aus der Transport- und Logistikbranche sowie der Staplerfahrschule die «Neun lebenswichtigen Regeln für das Arbeiten mit Staplern» erarbeitet. Diese sollen die Arbeitgeber dabei unterstützen, ihre Aufgaben, gemäss dem Unfallversicherungsgesetz (UVG), zu erfüllen. Denn unter dem Titel «Unfallverhütung» ist festgehalten, dass der Arbeitgeber verpflichtet ist, zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten alle Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind (Art. 82 UVG). Stapler vorschriftsgemäss bedienen und nicht improvisieren, Lasten sichern sowie sichere Verkehrswege benutzen, sind beispielsweise Regeln, die Leben retten können. Jede Regel für sich ist einfach zu erfüllen, aber Mitarbeiter müssen daran denken und sie verinnerlichen.

Instruieren und beobachten.

Ergänzend zu den Regeln stehen für Vorgesetzte – seien es Standortleiter, Teamleiter oder Sicherheitsbeauftragte – Instruktionshilfen zur Verfügung. Zu jeder Sicherheitsregel gehört ein eigenes Instruktionsblatt. Auf der Rückseite befinden sich detaillierte Informationen für die Durchführung der Instruktion. Die Suva empfiehlt, dass die Vorgesetzten ihre Mitarbeiter direkt am Arbeitsplatz und mit Bezug auf die anstehenden Arbeiten anleiten. Dabei sollen Verantwortliche jede Sicherheitsregel einzeln und regelmässig anweisen. «Die Instruktion einer Regel dauert rund 10 Minuten. Damit das Personal die lebenswichtigen Regeln auch einhält, sollen die Vorgesetzten Kontrollen regelmässig durchführen», sagt Hanspeter Röösli, Sicherheitsingenieur bei der Suva.

Die richtigen Schwerpunkte setzen.

Selbst erfahrene Profis sind vor Unfällen nicht gefeit. Auch sie müssen sich die wichtigsten Sicherheitsregeln immer wieder in Erinnerung rufen. Wer die «lebenswichtigen Regeln» konsequent einhält und durchsetzt, kann Unfälle und damit viel menschliches Leid verhindern. Dies kommt schliesslich allen Versicherten zugute, denn weniger Unfälle bedeutet weniger Kosten und dadurch tiefere Prämien. Denn die Suva gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück.


Weitere Informationen:
Suva
www.suva.ch



Hinweis: Die beschriebene Instruktion ist kein Ersatz für die notwendige Staplerfahrer-Grundausbildung. Informationen dazu und das Verzeichnis der anerkannten Staplerfahrschulen finden Sie unter www.suva.ch/stapler