Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Weiterbildung: Ausgabe 04/2016, 04.04.2016

Augen auf bei der Wahl der Abfüllmaschinen

Abfüllen und Verschliessen von Getränken und Lebensmitteln ist für viele Produzenten eine alltägliche Aufgabe. Doch bei der Wahl der richtigen Abfüll- und Verschliessmaschine müssen Unternehmen auf einiges achten. Dabei spielen fünf Faktoren eine wichtige Rolle.

Autor: Christoph Heseding Konstruktionsleiter

Bilder: Alwid Sondermaschinenbau GmbH

Anbieter von Abfüll- und Verschliessmaschinen gibt es eine Vielzahl am Markt. Einige spezialisieren sich auf halbautomatische Abfüllanlagen, andere eher auf vollautomatische Systeme. Gleiches gilt für Verschliessmaschinen. Auch hier legen Anbieter unterschiedliche Schwerpunkte. Um die Wahl der rich-tigen Abfüll- und Verschliessmaschine zu erleichtern, haben Experten von ALWID Sondermaschinenbau fünf wichtige Faktoren zusammengefasst, auf die Unternehmen besonderen Wert legen sollten:

Produkt oder Produkte?

Für die Suche nach der richtigen Anlage steht das eigene Produkt im Vordergrund. Unternehmen sollten hier eine Reihe von Aspekten berücksichtigen. Das beginnt bei der Vielzahl der Medien. Soll nur ein Produkt abgefüllt werden oder unterschiedliche Artikel? Wie ist die Beschaffenheit? Handelt es sich um eine Flüssigkeit oder beispielsweise um eine Paste? Welche Stückzahlen werden produziert? Und soll das System mit steigender Nachfrage wachsen? All diese Überlegungen entscheiden über die Auswahl der Maschine und des Verfahrens. Bis zu Stückzahlen von 600 Behältern pro Stunde oder wenn neue Produkte zunächst einmal auf dem Markt «angetestet» werden sollen, ist es sinnvoll, eine halbautomatische Variante zu wählen. Darüber bietet es sich eher an, auf ein vollautomatisches Reihensystem zu setzen. Bei höheren Leistungen von 6000 bis zu mehr als 20 000 Flaschen pro Stunde eignen sich dagegen besser Rundläufer.

Verpackung und Verschluss.

Die Wahl von Gebinde und Verschluss hat ebenso Einfluss auf die jeweilige Maschine. Bei manchen Herstellern kann es bereits einen grossen Unterschied machen, ob es sich um Füllvolumen von 10 Millilitern oder von 10 Litern handelt, da mit abnehmenden Füllvolumina auch die Verschlüsse in ihrer Grösse sehr klein werden und somit schwieriger zu handhaben sind. Auch gilt es zu klären, ob das Produkt in mehreren Grössen im Sortiment gelistet ist. Das Material der Verpackung – ob Kunststoff, Glas, Keramik oder Blech – kann ebenfalls eine Rolle spielen. Besonders relevant ist aber der Verschluss, da dieser über das eingesetzte Verfahren entscheidet. Pilfer-proof-Verschlüsse müssen zum Beispiel angerollt, Trigger-Verschlüsse verschraubt und Griffkorken aufgedrückt werden. Ein professioneller Anbieter erlaubt unterschiedliche Verschliessverfahren. Hier sollten sich Interessenten zu Beginn eingehend informieren.

Welches Füllverfahren?

Ein absolutes Muss bei der Planung von Abfüllmaschinen ist die Auswahl des am besten geeigneten Füllverfahrens, wie beispielsweise höhengleiches, volumengenaues oder gewichtsgenaues Füllen. So füllen Unternehmen etwa Speiseöle oder Spirituosen höhengenau ab, da die Volumina in Glasflaschen minimal variieren und unterschiedliche Füllhöhen im Supermarktregal den Kunden abschrecken. Hier arbeiten Spezialisten entweder mit Niedervakuum für niederviskose oder mit Hochvakuum für nieder- bis mittelviskose Flüssigkeiten. Beim volumengenauen Verfahren sollten Interessenten unter anderem darauf achten, dass sich das gewünschte Füllvolumen ohne grossen Aufwand verändern lässt, beim gewichtsgenauen Füllen dagegen, dass die integrierte Waage eichfähig ist und dass Anwender das Füllgewicht einfach anpassen können. Zudem sollten sich Interessierte über die Dosiergenauigkeit informieren, die in jedem Fall innerhalb der Toleranz der Fertigpackungsverordnung liegen sollte.

Faktor Flexibilität.

Um sich auf dem Markt zu behaupten, müssen Unternehmen immer vielfältigere Produkte anbieten – egal ob in der Lebensmittel-, der Chemie- oder Kosmetikindustrie. Diesen Aspekt sollten Interessenten vor Anschaffung einer Abfüll- und Verschliessmaschine berücksichtigen und auf die Flexibilität der Anlage achten. Lässt sich das System erweitern? Können auch andere Produktgruppen mit der Maschine befüllt und verschlossen werden? Oder lässt sich auch einfach die Stückzahl erhöhen? Grundsätzlich ist es immer ratsam, mit Weitsicht zu agieren und auf ein wachsendes und flexibles System zu setzen. Diese Flexibilität gilt natürlich auch für den Anbieter. Welche Individualisierungsmöglichkeiten gibt es? Wie lassen sich Abfüller und Verschliesser optimal kombinieren? Oder bietet der Hersteller auch Blockanlagen aus halbautomatischen und vollautomatischen Maschinen an?

Expertise und Referenzen.

Ein professioneller Hersteller verfügt über eine grosse Expertise und deckt mit seinen Maschinen ein breites Portfolio ab. Es ist immer ratsam, sich beim Anbieter über bereits realisierte Projekte zu infor- mieren und nach Referenzen in ähnlichen Branchen zu erkundigen. Das mini- miert Fallstricke. Mitunter ist es auch möglich, mit einem Referenzkunden direkt zu sprechen. Transparenz und ein offener Austausch schaffen gleich zu Beginn eines Projekts ein gesundes Fundament. Damit steht der richtigen Abfüll- und Verschliessanlage nichts im Wege.


Weitere Informationen:
ALWID Sondermaschinenbau GmbH
www.alwid.de




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