Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Branchenfokus: Ausgabe 04/2016, 04.04.2016

Tiefgekühlter Genuss aus Indien

Die indische Küche ist für ihre vielfältigen, vegetarischen Gerichte bekannt. Exotische Früchte, Gemüse und Gewürze ergeben ein unvergleichliches kulinarisches Geschmackserlebnis, für das kein Restaurantbesuch nötig ist. Ein Griff in die Kühltruhe genügt.

Autor: Redaktion

Bilder: Vepura GmbH

Der Trend zu vegetarischer und veganer Ernährung ist ungebrochen. Auch wenn es für die Schweiz keine abgesicherten Statistiken gibt, lassen dennoch verschiedene Umfragen deutlich erkennen, dass immer mehr Menschen entweder komplett auf Fleisch verzichten oder den Verzehr deutlich reduzieren und zu den sogenannten Flexitariern gehören. Für die Lebensmittelindustrie ergibt sich daraus ein beachtliches Potenzial für vegetarische oder vegane Convenience-Gerichte. Das Unternehmen Vepura hat den fleischlosen Trend aufgegriffen und vermarktet seit Herbst 2013 tiefgekühltes vegetarisches Convenience Food nach traditionellen indischen Rezepten.

Wie sehr diese Produkte den Zeitgeist treffen, zeigt der Anuga Taste Award, den die Unternehmer Manoj Jain und Andreas Siebert letztes Jahr verliehen bekamen. Ein Grund für diese Auszeichnung waren die vegetarischen Zutaten, die weder Fleisch imitieren, noch Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe benötigen, sondern traditionell in Indien, tagtäglich in dieser Form auf dem Speiseplan stehen.

Kulinarische Genüsse aus Indien.

Auf die Idee, mit indischen Gerichten den europäischen Markt zu bereichern, kamen die beiden Firmengründer bereits vor einigen Jahren. «Mein Partner Manoj Jain und ich kennen uns seit unserer Studienzeit zum Master of Business Administration. Damals hatten wir schon über eine Selbstständigkeit nachgedacht. Da mein Partner gebürtiger Inder ist und er für seine Freunde immer wieder Gerichte aus seiner Heimat gekocht hat, entstand bei uns die Idee, daraus ein Geschäft zu machen. Es ergab sich eins zum anderen, so dass wir jetzt letztlich bereits gut in deutschen Einzelhandelsmärkten vertreten sind, wie beispielsweise in Filialen von Galeria Kaufhof, Rewe Nord oder EDEKA Nordbayern», erklärt Andreas Siebert, Mitbegründer von Vepura.

Der «Bau» eines Prototypen.

In Indien ist es Tradition, die seit Generationen verwendeten Familienrezepte an die nachfolgende Generation weiterzugeben. So basieren auch die Gerichte des jungen Unternehmens auf einer alten Familientradition und machen den besonderen Geschmack aus. Bis ein Gericht im Tiefkühlbereich des Einzelhandels liegt, hat es – im wahrsten Sinne des Wortes – einen langen Weg hinter sich. «Für die Herstellung unserer Samosas, Currys und Naanbrote haben wir Partner gesucht, die die Gerichte authentisch kochen können. Obwohl wir uns auch in Deutschland nach Partnern umgesehen haben, sind wir letztlich zu indischen Partnern gegangen und haben auch einen Produzenten in UK gefunden. Es schmeckt einfach anders, wenn ein indischer Koch die Gerichte zubereitet, die er von Kindesbeinen an kennt. Der Koch muss ein ‹Händchen› für diese Art zu Kochen und diese Gerichte haben. Da wir grossen Wert auf Authentizität legen, hat es sich letztlich so ergeben, dass wir ausländische Partnerschaften eingegangen sind», erklärt Siebert.

Für die Rezeptanpassung entwickeln die Expertenteams aus den Grundrezepten zunächst eine europäische Variante, die in der Schärfe dem inländischen Gaumen angepasst ist. Diesen Prototypen adaptieren die Fachleute, damit sich die Rezepturen auch im industriellen Massstab umsetzen lassen. Bewährt sich eine Rezeptur, steht der Produktion nichts mehr im Wege. «Damit wir auch in Europa unsere Produkte vermarkten können, sind unsere Produktionspartner nach ISO-Normen und BRC-Richtlinien zertifiziert. So lassen wir alle Gerichte nach internationalen Hygiene- und Qualitätsanforderungen produzieren», erklärt der Geschäftsführer. Mikrobiologische Analysen und Stichproben sind eben so an der Tagesordnung wie bei Schweizer Unternehmen auch.

Süss-pikante Mischung.

Ein typisches Rezept ist das Sabji Kofta Curry. Für die Herstellung der Bananen-Gemüse-Bällchen verwenden die Köche frische Bananen und Gemüse, die sie kochen und mit Gewürzen wie Chili, Knoblauch und Ingwer zu einer dicken Masse vermischen. Aus dieser formen die Köche von Hand die Kofta, die sie kurz frittieren und dann zur Seite legen. Für die würzige Currysauce braten die Köche Gewürze in heissem Öl an und fügen weitere Zutaten wie Tomaten und Zwiebeln hinzu. Letztlich legen Mitarbeiter die fertigen Kofta in Trays, geben den gekochten Reis dazu, übergiessen die Bällchen mit Sauce und verschliessen die Schalen, die sofort tiefgekühlt werden.

Auf ähnliche Weise entstehen auch die anderen Produkte aus dem Sortiment der Jungunternehmer. Selbst das beliebte Naanbrot stellen sie von Hand her. «Unsere Partner backen die Brote im traditionellen Tandoor Ofen, was eine Kunst für sich ist. Die Köche müssen die Teigfladen, die sie ohne Backpulver herstellen, zur rechten Zeit an die Innenfläche des Ofens kleben und auch zur rechten Zeit wieder herausholen. Dafür braucht es viel Erfahrung, damit die Naanbrote nicht verbrennen. Konsumenten müssen die Brote, die bis zu 80 Prozent vorgebacken sind, nur noch für kurze Zeit selber aufbacken. Dazu reicht eine beschichtete Pfanne oder ein Kontaktgrill. Es klappt sogar im Toaster, wie wir wiederholt festgestellt haben», erklärt Siebert.

Aus der Höhle der Löwen in den Supermarkt.

Für die erfolgreiche Vermarktung kam den beiden Unternehmern eine TV-Sendung zu Hilfe. «Wir bekamen die Chance bei der Sendung ‹Die Höhle der Löwen› mitzumachen und dort unsere Geschäftsidee zu präsentieren. Das hat uns einen enormen Popularitätsschub gegeben und war eine super Gelegenheit für uns», freut sich der Geschäftsführer.

Auch wenn die indischen Gerichte hauptsächlich in deutschen Supermärkten im Regal stehen, gibt es bereits Gespräche mit Interessenten aus Österreich und der Schweiz. Vielleicht erobert der indische Geschmack auch bald einheimische Detailhändler.


Weitere Informationen:
Vepura GmbH
www.vepura.de




Das im traditionellen Tandoor Ofen gebackene Naanbrot erfreut sich grosser Beliebtheit und lässt sich zu Hause leicht fertigstellen