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Hygiene: Ausgabe 05/2016, 10.05.2016

Händehygiene ja – aber richtig

Absolute Hygiene ist in der Lebensmittelbranche ein Muss. Doch zuweilen kann gerade das Personal ein Hygienerisiko sein. Gründliches Händewaschen ist ein wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Hygiene. Was es dabei zu beachten gilt, weiss aber längst nicht jeder.

Autor: Valérie Locher, Manager Unternehmenskommunikation

Bilder: CWS-boco Suisse SA

Hände sind wunderbare Werkzeuge und erschliessen uns die Welt. Gleichzeitig sind sie die häufigsten Überträger von Infektionskrankheiten. Bis zu 150 verschiedene Keimarten tummeln sich auf einer ungewaschenen Hand. Dort stellen sie noch kein direktes Gesundheitsproblem dar. Indem wir uns aber – häufig unbewusst – an Mund, Nase und Augen berühren, gelangen nicht nur harmlose Keime, sondern auch Krankheitserreger ins Innere des Körpers. Über die Hände lassen sich zudem Lebensmittel mit Fremdkörpern verunreinigen und mit Krankheitserregern kontaminieren. Vor allem Letztere können wir in Lebensmitteln weder sehen, riechen noch schmecken. Daher ist gerade im Lebensmittelbereich die Einhaltung von Händehygieneregeln oberste Pflicht.

Hände richtig waschen.

Gemäss WHO werden bis zu 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände übertragen. Die beste und einfachste Vorbeugung ist das regelmässige Händewaschen und -trocknen. «Das Wissen über Händehygiene ist aber nicht überall gleich gut», berichtet Beat Büchi, Leiter Qualität und Umwelt bei CWS-boco Schweiz. Als Waschraumhygienespezialisten sind die Fachleute des Unternehmens bei ihren Kunden täglich mit dem Thema Händehygiene konfrontiert. «Häufig waschen sich Personen die Hände viel zu flüchtig. Die Keime bleiben auf den Händen», so Beat Büchi.

Richtiges Händewaschen- und trocknen heisst: Die Hände einseifen und während circa 20 Sekunden gründlich reiben. Nicht zu vergessen sind dabei die Fingerzwischenräume, Daumen, Handrücken sowie die Stellen unter den Nägeln. Nach dem Händewaschen die Hände gut abtrocknen, denn feuchte Hände übertragen Keime besser als trockene. Gesundheitsexperten sowie das Bundesamt für Gesundheit empfehlen aus hygienischen Gründen die Benutzung von Einmalhandtüchern aus Papier oder Stoff.

Herkömmliche oder antibakterielle Seife?

Bakterien gehen eine enge Verbindung mit der Haut ein, die sich nur durch Seife lösen lässt. «Die Verwendung von Seife ist beim Händewaschen Pflicht», bestätigt auch der Profi. Es empfiehlt sich Seife aus Seifenspendern, da sich auf Seifenstücken dünne Bakterienfilme bilden können.

Im Trend liegen antibakterielle Seifen. Doch sind sie immer die bessere Wahl? Eine antibakterielle Seife – also ein so genanntes Biozidprodukt – muss nur dann zwingend zum Einsatz kommen, wenn die Seife die Anforderungen der Norm DIN EN 1499 zum «hygienischen Händewaschen» erfüllen muss. Das heisst: Wenn der Hygieneplan oder das HACCP-Konzept eines Unternehmens danach verlangt. Genau gleich verhält es sich mit der Händedesinfektion. Die Verwendung von Desinfektionsmitteln gehört bei der «hygienischen Händedesinfektion» nach DIN EN 1500 zur Vorschrift. Sowohl bei antibakterieller Seife als auch bei Desinfektionsmitteln steht und fällt die Wirkung mit der korrekten Anwendung. Die darin enthaltenen Biozide wirken erst nach einer Einreibezeit von 30 Sekunden.

Ganz anders verhält es sich im Alltag. «In der Regel reicht das gründliche Händewaschen mit einer herkömmlichen Seife aus», erklärt Büchi. Er rät Unternehmen genau zu prüfen, wo der Einsatz einer antibakteriellen Seife und Desinfektionsmittel auch wirklich sinnvoll ist. Dies sei nicht zuletzt darum wichtig, damit die Haut durch die bakterienhemmenden Wirkstoffe nicht unnötig strapaziert wird.

Doppelt hält nicht immer besser.

Nach dem Händewaschen die Hände desinfizieren – das ist in der Lebensmittelbranche noch vielerorts die Regel. Was viele nicht wissen: Doppelt hält in diesem Fall aber nicht besser. «Die Hände nach dem Waschen zu desinfizieren ist kontraproduktiv», warnt der Experte. «Es schädigt die Haut und macht sie dadurch anfälliger für Bakterien und Keime». Zudem schwächen nicht komplett trockene Hände die Wirkung des Desinfektionsmittels ab.

Risikofaktor Mensch.

Als einer der Schweizer Marktführer im Bereich der Waschraumhygiene weiss das Unternehmen, was es hinsichtlich der Händehygiene zu beachten gilt. «All unsere Produkte müssen hohe qualitative und hygienische Standards erfüllen», erklärt der Spezialist. So entsprechen zum Beispiel alle CWS-Seifen den Anforderungen der Schweizerischen Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung. Der Dienstleister bietet Komplettlösungen für die Händehygiene an. Die Produkte wie Seifen, Desinfektionsmittel, Handtuch- und Seifenspender sowie Handpflegelösungen stellen die Fachleute je nach Einsatzbereich individuell zusammen. Weitere Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Waschraumhygiene vervollständigen das Angebot.

Gute Produkte sind zwar eine wichtige Grundlage, doch auch Büchi weiss: «Bei der Händehygiene ist und bleibt das Verhalten des Menschen entscheidend». Darum gehört insbesondere in der Lebensmittelbranche eine gründliche Schulung der Mitarbeitenden zum Pflichtprogramm.



Weitere Informationen:
CWS-boco Suisse SA
www.cws-boco.ch




Die beste und einfachste Vorbeugung gegen die Übertragung von Infektionskrankheiten ist das regelmässige Händewaschen