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Weiterbildung: Ausgabe 05/2016, 09.05.2016

Weiterbildung liegt bei Betrieben hoch im Kurs

Weiterbildung kann bei der Zu- oder Absage für einen neuen Job, einer Stellung im Kader oder bei Gehaltsverhandlungen das Zünglein an der Waage sein. Doch wie sieht es mit der Bereitschaft zur Weiterbildung aus? Statistiken zeigen dazu ein eindrückliches Bild.

Autor: Redaktion

Bilder: FOTOLIA, 40678448 | Urheber: Coloures-pic

Sowohl im privaten und viel mehr noch im beruflichen Leben nehmen Weiterbildungen einen wichtigen Platz ein. Sie bieten die Chance, im Berufsleben immer up to date zu sein und dadurch für Unternehmen und den Markt wichtig zu sein. Gemäss der Erhebung zur beruflichen Weiterbildung in Unternehmen (SBW) 2011 und des Mikrozensus Aus- und Weiterbildung (MZB) 2011 des Bundesamts für Statistik (BFS), ist es auch Arbeitgebern wichtig, dass sich ihre Mitarbeiter auf dem Laufenden halten. Mit ihnen können Unternehmen in einem sich ständig verändernden, von technischen Innovationen beeinflussten Umfeld ihre Produktivität erhöhen und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten. Eine klare Mehrheit von 83 Prozent der schweizerischen Unternehmen unterstütz gemäss Studienresultat Weiterbildungsmassnahmen ihres Personals. Dabei gelten Konferenzen, Workshops, Messen und Austauschprogramme ebenso zur Weiterbildung wie Ausbildung am Arbeitsplatz, Lern-/Qualitätszirkel, selbstgesteuertes Lernen oder interne und externe Kurse.

Sicherung der Qualität von Unternehmen.

Eine grosse Anzahl der Unternehmen – genauer gesagt 78 Prozent – suchen Informationen zu Weiterbildungsanbietern und deren Angeboten. Nahezu alle weiterbildungsaktiven Unternehmen beachten bestimmte Kriterien zur Qualitätssicherung. So überprüfen beispielsweise 72 Prozent der Unternehmen die Wirkung von Weiterbildungsmassnahmen. Diese lässt sich durch Zertifizierung oder die Vergabe eines Diploms für Weiterbildungsleistungen überprüfen.

Konzept der beruflichen Weiterbildung.

Dieses umfasst Bildungsaktivitäten, die sich sowohl in der Dauer, der Unterrichtsart als auch dem Inhalt unterscheiden. Zur sogenannten formalen Bildung gehören alle Bildungswege des formalen Bildungssystems, wie höhere Berufsbildung oder Ausbildung an Hochschulen und dauern im Allgemeinen länger – mindestens zwei Jahre – und führt zu einem offiziell anerkannten Diplom. Die nichtformale Bildung bezeichnet strukturierte Bildungsaktivitäten mit Lehrperson und Stundenplan, jedoch erhalten Teilnehmende am Schluss kein offizielles Diplom. Dazu zählen Kurse, Seminare, Konferenzen, Workshops und ähnliches, die in der Regel einige Stunden bis mehrere Monate dauern. Den Abschluss bildet oftmals ein Zertifikat oder eine Teilnahmebestätigung.

Einschränkungen.

Doch obwohl mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit Geld und/oder der Ausbildungsmöglichkeit während der Arbeitszeit die Weiterbildung unterstützen, gibt es Faktoren, die sich nachteilig auf die Weiterbildungsaktivität von Unternehmen auswirken. Zu den häufigsten Alternativen, um einer beruflichen Weiterbildung zu umgehen, zählt die Anstellung von Personal, das bereits über die benötigten Qualifikationen verfügt. Zumindest agieren gemäss der Studie von 2011, 48 Prozent der weiterbildungsaktiven Unternehmen so. Noch mehr Betriebe – genauer gesagt 92 Prozent der weiterbildungsaktiven Unternehmen – gaben an, auf Weiterbildungsmassnahmen zu verzichten, da im Unternehmen vorhandene Qualifikationen und Fähigkeiten bereits dem Bedarf des Unternehmens entsprochen haben.

Arbeitnehmerbeteiligung.

Gemäss MZB bekamen 64 Prozent der Erwerbstätigen von 20 bis 65 Jahren von ihrem Arbeitgeber Unterstützung bei einer Weiterbildung. Die meisten von ihnen (58 Prozent) nahmen an nichtformalen Bildungsaktivitäten teil. Bei den formalen Ausbildungen fanden 9 von 10 auf Tertiärstufe statt. Dabei handelte es sich entweder um eine Ausbildung an einer Hochschule (51 Prozent) oder um eine höhere Berufsausbildung (36 Prozent).

Die Mehrheit der Personen, die an nichtformalen Bildungsaktivitäten teilnahmen, bekamen Unterstützung vom Arbeitgeber. In drei Vierteln der Fälle erfolgte die Unterstützung gleichzeitig in Form eines finanziellen Beitrags als auch mit der Option, die Ausbildung während der Arbeitszeit zu absolvieren.

Ausgaben für Weiterbildungskurse.

Die mittleren Ausgaben beliefen sich für die Beschäftigten, von allen Unternehmen, auf 587 Franken. Am Total der Beschäftigten gemessen, betrugen die Kosten 637 Franken pro Beschäftigten. An den Weiterbildungsteilnehmenden gemessen lagen die Ausgaben höher: Sie beliefen sich pro Weiterbildungsteilnehmenden auf 1376 Franken.

Internationaler Vergleich.

Die Schweiz ist im internationalen Vergleich in der Unterstützung von Weiterbildung durch den Arbeitgeber eines der führenden Länder. Die hohe Quote von 87 Prozent der Schweizer Unternehmen in der Unterstützung von Weiterbildungsmassnahmen, bildet sich jedoch nicht in der Beteiligungsquote ab. Die Schweiz liegt mit einer Beteiligung von 46 Prozent der Beschäftigten aus weiterbildungsaktiven Unternehmen leicht unter dem europäischen Mittel von 48 Prozent.


Weitere Informationen:
Erhebung zur beruflichen Weiterbildung
in Unternehmen (SBW) 2011
Mikrozensus Aus- und Weiterbildung
(MZB) 2011
Bundesamt für Statistik (BFS)
www.statistik.admin.ch