Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Wissenschaft und Forschung: Ausgabe 06/2016, 13.06.2016

Onlineanalytik mit optimierten Kosten

Onlineanalysatoren erlauben eine effektive Prozessüberwachung und -steuerung. Dabei sind die hohe Verfügbarkeit der Messstelle und geringen Betriebskosten von zentraler Bedeutung. Für diese Ziele gibt es optimierte Analysatoren und Schnittstellen.

Autor: Guido Mennicken Produktmanager Analysatoren

Bilder: Endress+Hauser (Schweiz) AG

Prozessanalysatoren dienen häufig dem Schutz von Ressourcen wie Trinkwasser, dem Schutz der Umwelt oder der Optimierung von Produktionsprozessen. Bei diesen Messaufgaben ist die hohe Verfügbarkeit der Messstelle die wichtigste Anforderung von Kunden. Technisch haben die Messtechnikspezialisten von Endress+Hauser sie durch automatische Kalibrier- und Reinigungsfunktionen umgesetzt, die den zuverlässigen Betrieb sicherstellen. Ausserdem vereinfacht die modulare Gerätearchitektur aus hochwertigen, leicht austauschbaren Komponenten die Lagerhaltung und trägt so zu einer schnellen Reaktionszeit des Services bei.

Die Integration der bewährten Liquiline Messumformer in die Analysatorenplattform erlaubt dieselbe benutzerfreundliche Bedienung, mit der das Anlagenpersonal schon durch andere Analyseparameter wie pH- oder Leitfähigkeitsmessung vertraut ist. Die Analysatoren lassen sich – ebenfalls dank des Plattformkonzepts – leicht zur Messstation ausbauen: einfach Memosens-Sensoren anschliessen – fertig. Die Memosens-Technik gestattet zudem die komplette Steuerung der Probenaufbereitung über den Analysator Liquiline System und spart so Zeit bei der Inbetriebnahme und der Bedienung.

In diesem Jahr führt der Messtechnikspezialist weitere Analyseparameter der neuen Analysatorenplattform Liquiline System CA80 in den Markt ein: den Anfang machen die Trinkwasserparameter Nitrit und Chromat. Zusätzlich sind, ebenfalls für den Trinkwasserbereich, Eisen und Aluminium in Vorbereitung. Die Abwasserparameter CSB und Gesamtphosphor vervollständigen das Portfolio im Bereich Abwasserbehandlung. Weitere Parameter sind in Planung.

Präzise wie ein Laborgerät, aber mit Onlinegeschwindigkeit.

Liquiline-System CA80-Analysatoren verwenden standardisierte, colorimetrische Messprinzipien, die auch im Labor Anwendung finden. Das gibt Anlagenbetreibern die Sicherheit einer hochpräzisen Messung an allen kritischen Kontrollpunkten der Anlage. Im Vergleich zu Labormessungen liefert der Onlineanalysator den aktuellen Prozesswert jedoch viel schneller und erlaubt so eine prompte Reaktion auf variierende Stoffkonzentrationen. In der Grenzwertüberwachung hilft das System, möglichst niedrige Ablaufwerte zu erzielen und die erforderliche Dokumentation für die Wasserbehörden bereit zu stellen.

Probenaufbereitung auf den Punkt.

Für jeden kritischen Kontrollpunkt der angebotenen Parameter gibt es die passende Probenvorbereitung. Liquiline System CAT860 ist an die rauen Bedingungen im Kläranlagenzulauf angepasst. Die automatische Rückspülfunktion mit Reiniger und Druckluft verhindert das Verblocken des Keramikfilters. Liquiline System CAT820 ist die flexible Lösung, zum Beispiel für das Belebungsbecken oder den Auslauf. Mit seinen unterschiedlichen Filterhalterungen und der optionalen Druckluftreinigung lässt es sich optimal an die Probenahmesituation anpassen. Für eine kosteneffiziente Probenaufbereitung im Auslauf oder aus Druckleitungen sorgt Liquiline System CAT810. Dieses System gibt Änderungen im Prozess ohne Verzögerung wieder und verkürzt so die Reaktionszeit der nachfolgenden Geräte. In der Trinkwasseraufbereitung lassen sich die meisten Liquiline-System-Analysatoren als selbstansaugende Variante einsetzen. Sie detektiert Prozessänderungen schnell und ist ohne eigene Probenvorbereitung sofort einsatzfähig.

Vorteile der Liquiline-System-CA80- Analysatoren:

  • Einsatz von standardisierten Messverfahren für die direkte Vergleichbarkeit zu Laborergebnissen
  • Zuverlässige Messdaten und geringer Reagenzienverbrauch dank präziser Dosierung mittels Spritzenpumpen
  • Identische Handhabung verschiedener Onlineanalyseparameter minimiert Bedienfehler
  • Kostenoptimierung durch den Ausbau zu einer Messstation mit Memosens-Sensoren
  • Werkzeugfreie Wartung der gesamten Messstelle, inklusive der Probenvorbereitung
  • Automatische Rückspülfunktion des Filters und der Probenschläuche verringert den manuellen Wartungsaufwand
  • Komfortable Dokumentation und Export der Messwerte für die Grenzwertüberwachung
  • Logbücher für Messwerte, Kalibrierungen, Wartungstätigkeiten und Diagnosemeldungen für eine bessere Prozessübersicht
  • Nahtlose Prozessintegration durch verschiedene Feldbusprotokolle wie Mod-Bus, EtherNet/IP und Profibus DP

Geräteverwaltung und Optimierung.

Der Hersteller bietet mit dem Common Equipment Record (CER) die Gelegenheit, alle Daten eines Messgerätes zu dokumentieren und auszuwerten. Neben den eigentlichen Gerätedaten, wie Bestellcode, Seriennummer, Softwareversion, Zulassungen und so weiter, können Anwender Daten zur Historie des Messgerätes speichern. Auf diese Weise lassen sich Soft- und Hardwareupgrades, Umbauten, Serviceeinsätze und Modifikationen jeder Art dokumentieren und auswerten. Die Bestellung einer weiteren, identischen Messstelle ist so jederzeit realisierbar. Der CER bietet ausserdem eine gute Übersicht über Wartungsaufwände, Ersatzteilkosten und den sonstigen Unterhalt der installierten Geräte.

Life-Cycle-Management.

Das W@M Portal erlaubt die Verwaltung und Optimierung der Messtechnik ganzer Prozessanlagen. Es kann lokal auf einem Firmenserver oder in einer von Endress+Hauser zur Verfügung gestellten Cloud betrieben werden. Im W@M Portal sind Daten zu einzelnen Geräten, zu Serviceaktivitäten, zur Verfügbarkeit und zur technischen Dokumentation der installierten Basis enthalten. Das Portal bietet Auswertungen bezüglich der Prozesskritikalität und des Instandsetzungsrisikos an. Aufgrund dieser Auswertung lassen sich gezielt wichtige Ersatzteile lagern und Servicemassnahmen planen. Zusammen mit dem W@M Portal bietet der Messtechnikspezialist ein Installed Base Audit an. Hierbei werden alle installierten Geräte erfasst und die Bedeutung für den Prozess bewertet, sowie der Aufwand und das Risiko einer Instandsetzung evaluiert. Der Kunde gewinnt ein umfassendes Bild der aktuellen Instrumentierung und kann detailliert Optimierungs- und Einsparpotentiale erkennen.

Labormessungen in Echtzeit sind kein Traum, sondern Wirklichkeit



Weitere Informationen:
Endress+Hauser (Schweiz) AG
www.ch.endress.com




Leicht zugängliche Komponenten für eine einfache Wartung


Nitritanalysator im Einsatz im Wasserwerk