Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Prozessautomatisierung: Ausgabe 06/2016, 14.06.2016

Roboter revolutionieren Mittelstand

Die Zeiten, in denen Roboter aus Sicherheitsgründen noch hinter Absperrungen agierten, neigen sich dem Ende zu. Moderne Robotergenerationen können Hand in Hand mit Personen arbeiten, ohne ihre menschlichen Kollegen in Gefahr zu bringen.

Bilder: Automatica Messe München

Die industrielle Automation treibt den weltweiten Roboterboom rasant voran. Gemäss den jüngsten Prognosen der International Federation of Robotics (IFR) soll bis 2018 der globale Absatz von Industrierobotern auf rund 400 000 verkaufte Einheiten steigen und wird sich damit fast verdoppeln.

Steigende Nachfrage.

Die Analyse der Roboterdichte in den einzelnen Regionen zeigt weltweit das enorme Wachstumspotenzial der industriellen Automatisierung. Obwohl China heute schon der grösste und am schnellsten wachsende Robotermarkt weltweit ist, verzeichnet die produzierende Industrie dort erst eine Roboterdichte von 36 Einheiten pro 10 000 Beschäftigten.

Die Schweiz installierte 2014 insgesamt 650 Industrieroboter, was einem Plus von 10 Prozent entspricht. Von 2010 bis 2014 erhöhte die Schweiz ihre Roboterinstallationen jährlich im Schnitt um 7 Prozent. Trotz der derzeitigen Belastung der Exporte durch den starken Franken, rechnen Experten aufgrund der Notwendigkeit steigender Produktivität und hoher Qualitätsanforderungen auch zwischen 2016 und 2018 mit weiteren Zuwächsen. Bei der Roboterdichte liegt die Schweiz mit 85 Robotern pro 10 000 Industriebeschäftigten deutlich über dem Weltdurchschnitt. Wichtige Kundenbranchen der Robotik in der Schweiz sind insbesondere der Maschinenbau, die Metallverarbeitung, Chemie, pharmazeutische Industrie sowie die Nahrungsmittelverarbeitung. Hier stieg der Robotereinsatz 2014 deutlich an.

Mit einer Roboterdichte von 292 Einheiten pro 10 000 Arbeitnehmern zählt die deutsche Wirtschaft weltweit zu den am stärksten automatisierten Standorten und rangiert damit laut jüngster Roboterstatistik auf Rang eins in Europa (IFR). Nach dem Vorbild der Konzerne steht jetzt der deutsche Mittelstand vor einer revolutionären Automatisierungswelle. Der Grund: Eine neue Robotergeneration ohne Schutzzaun ist marktreif um in die Betriebe einzuziehen. Diese COBOTS arbeiten als Assistenten mit den Werkern Hand in Hand zusammen. Dabei zielen die Mensch-Roboter-Teams darauf, die Stärken menschlicher Arbeitskraft mit den technischen Fähigkeiten von Robotern zu kombinieren.

COBOTS.

Die aktuelle Generation der kollaborierenden Roboter (COBOTS), verdankt ihr neues Einsatzgebiet im mittelständischen Umfeld der Forscheridee, für Menschen möglichst einfach steuerbar zu sein. Nach dem Vorbild eines menschlichen Lehrlings lassen sich die COBOTS vom Werker neue Aufgaben zeigen, indem ein Fachmann ihnen beispielsweise für den gewünschten Arbeitsprozess die Hände führt und die Bewegung so automatisch einprogrammiert. Damit setzen die Entwickler auf eine intuitive Anwendung, die sich beispielsweise bei der Nutzung von Smartphones bewährt hat.

Industrie 4.0.

Bildverarbeitungssysteme und Sensoren erlauben es den neuen Roboterkollegen, mit der umgebenden Infrastruktur einfach und sicher zu kommunizieren – wichtige Voraussetzung für eine vernetzte Industrie-4.0-Strategie. Für den mittelständischen Betrieb spielen die, bisher so nicht gekannten, flexiblen Fertigkeiten der COBOTS eine Schlüsselrolle. Die Mensch-Roboter-Teams treten als dritte Option neben Vollautomatisierung und reiner Handarbeit auf. Dabei machen die kollaborierenden Roboter einen intelligenten neuen Arbeitsfluss von Mensch und Maschine realistisch: So übernimmt der COBOT beispielsweise monotone, gefährliche oder körperlich belastende Arbeiten, während der Mensch sich parallel dazu auf anspruchsvolle Montagearbeiten sowie kreative Fehlerbehebung konzentriert. Das schnelle Umstellen des Mensch-Roboter-Teams auf einen neuen Produktionsprozess erlaubt es zudem, selbst kleine Stückzahlen kostengünstiger zu produzieren. «Die Mensch-Roboter-Teams ebnen mittelständischen Betrieben einen revolutionären neuen Weg, ihre Fertigung auf technisches Spitzenniveau zu automatisieren und damit kostensparend die eigene Wettbewerbsposition zu sichern», sagt Martin Lechner, Leiter Technologiemessen der Messe München.



Weitere Informationen:
Fachverband Robotik+Automation
www.vdma.org
Messe München
www.automatica-munich.com/de




Moderne Roboter können mit menschlichen Arbeitskollegen Hand in Hand arbeiten

In Kürze

Datum:
21. bis 24. Juni 2016

Ort:
Messe München

Preise:
Onlineregistrierung:
Tagesticket 20 €
Dauerticket 36 €
Vor Ort:
Tagesticket 30 €
Dauerticket 46 €

Innovation Guide 2016:

  • Industrielle Bildverarbeitung
  • Integrated Assembly Solutions
  • Robotik

Hallenaufteilung:
A4 Sicherheitstechnik, Versorgungstechnik
A4/B5 Industrielle Bildverarbeitung,
A4/B5/B6 Industrierobotik,
A5 Integrated Assembly Solutions, Positioniersysteme
A6 Integrated Assembly Solutions, B4 Professionelle Servicerobotik,
B5 Sicherheitstechnik, Versorgungstechnik Software B6 Versorgungstechnik, Forschung, Sensorik, Steuerungstechnik, Antriebstechnik