Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Branchenfokus: Ausgabe 07-08/2016, 08.08.2016

Heumilch – ein neuer Stern in der «Milchstrasse»

Was seit einigen Jahren bereits in Österreich und Deutschland für steigende Umsatzzahlen sorgt, ist jetzt auch in der Schweiz an den Start gegangen. Seit Mitte Juli gibt es den Verein «Heumilch Schweiz». Die neue Marke soll auch hier den Umsatz ankurbeln.

Autor: Redaktion

Bilder: E.Dirlinger

Milch ist eines der ältesten Nahrungsmittel der Menschheit und hat auch heute noch eine grosse Bedeutung. Konsumenten haben eine riesige Auswahl – angefangen bei Vollmilch zu fettreduzierter bis hin zu lactosefreier Milch. Das komplette Angebot gibt es sowohl aus konventioneller Tierhaltung als auch in Bioqualität. Seit Kurzem gibt es in der Schweiz eine neue Marke – Heumilch. Der Startschuss für die Gründung des Vereins «Heumilch Schweiz» fiel am 14. Juli 2016.

Bessere Vermarktung.

Mit der Marke Heumilch wollen sich die Mitglieder (Milchbauern, Molkereien und Käsereien) mit einer neuen Milchqualität besser ausrichten und positionieren. Erfolgsversprechend ist die neue Positionierung auf alle Fälle, den in den Schweizer Nachbarländern Österreich und Deutschland verzeichnen Heumilchprodukte steigende Umsätze. Beispielsweise erhöhte sich im österreichischen Detailhandel der Umsatz von Heumilchprodukten 2015, im Vergleich zum Vorjahr, um 3,5 Prozent auf mehr als 119 Millionen Franken. Auf diesen Zug wollen jetzt auch einige Schweizer Milchbauern, Molkereien und Käsereien aufspringen.

Auf den Begriff kommt es an.

Das wichtigste Differenzierungsmerkmal ist das Futter. Bei Heumilchproduzenten bekommen die Tiere keine vergorene Silage, sondern artgerechtes Futter, das entsprechend dem Lauf der Jahreszeiten aus Gras und Heu besteht. Diese Art von Milch ist aber nicht neu, sondern als «Silofreie Milch» im Handel. Doch unter diesem Ausdruck können sich viele Konsumenten nichts vorstellen. Ganz im Gegensatz dazu die Heumilch. Der Name erinnert sofort an duftendes Heu und saftige Wiesen. Kein Wunder also, wenn der Name eine grosse Anziehungskraft ausübt.

Milch mit Tradition.

Dabei ist diese Art der Milchgewinnung alles andere als neu, sondern die ursprünglichste Form. Seit Jahrhunderten erfolgt die Fütterung der Milchkühe an die Jahreszeiten angepasst. In der Schweiz wird bereits rund ein Drittel der Milch silofrei produziert. Diese Milch bevorzugen Hersteller von Rohmilchkäse, denn bei der Silogärung entsteht das sporenbildende (hitzestabile) Clostridium tyrobutyricum, das beim Käse zu einer Fehlgärung führen kann.

Ob sich das Konzept «Heumilch» durchsetzt, muss sich noch zeigen, denn diese Produkte stehen in Konkurrenz zur «Wiesenmilch» von IP-Suisse.



Weitere Informationen:
Verein Heumilch Schweiz
www.heumilch.ch