Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Branchenfokus: Ausgabe 07-08/2016, 08.08.2016

Lärm macht krank

Das menschliche Gehör ist sehr empfindlich und nimmt leicht Schaden durch Lärmquellen mit hohen Schallpegeln. Um irreversible Schäden zu vermeiden, ist der Gehörschutz keine Kür, sondern Pflicht.

Autor: Redaktion

Bilder: E. Dirlinger Redaktion LT

Roboter und vollautomatische Maschinen haben unser Arbeitsleben ungemein erleichtert. Sie nehmen uns stupide, schwere und auch gefährliche Arbeiten ab und haben die Taktzahl in der Produktion um ein Vielfaches erhöht. Doch so gross die Arbeitserleichterung auch ist, hat sie dennoch eine unangenehme Begleiterscheinung. Sie ist meist mit Lärm verbunden, der ab einer gewissen Intensität beziehungsweise «Einwirkdauer» erhebliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. «Nervosität, Tinitus, Schlafstörungen und daraus resultierende Übermüdung, Konzentrationsmangel oder Aggressivität sind nur einige der Beeinträchtigungen, die Lärm verursachen kann. Zudem beeinträchtigt Lärm das soziale Verhalten. Bereits eine Lärmschwelle von 85 Dezibel ist für viele Menschen belastend, wobei auch niedrigere Dezibelzahlen als Dauerlärm krank machen können», sagt Ihab Kaspari, Hörgeräteakustiker bei Amplifon. Um das Wohlergehen der Mitarbeiter zu schützen, sind heutzutage Gehörschutzmittel aus Unternehmen kaum noch wegzudenken. Doch Gehörschutz ist nicht gleich Gehörschutz.

Gehörschutz für jeden Fall.

Die einfachste Schalldämpfung bieten Schaumstoffpropfen, die sich durch ihr weiches Material dem Gehörgang anpassen. Sie lassen sich ein bis sieben Tage verwenden, bevor Träger sie austauschen sollten. Eine längere Verwendbarkeit von einen Zeitraum von Monaten bis hin zu einem Jahr, weisen Kunststoffpfropfen auf, die sich dann eignen, wenn andere Gehörschutzmittel aus hygienischen Gründen nicht in Frage kommen. Diese lassen sich einfach mit Wasser reinigen. Für eine kurzzeitige Nutzung haben sich Gehörschutzkapseln bewährt, die sich schnell aufsetzen und abnehmen lassen. Jedoch sind bei ganztägigem Gebrauch oder erhöhten Temperaturen Pfropfen vorzuziehen. Auch Gehörschutzbügel sind rasch aufgesetzt und lassen sich bei Nichtgebrauch um den Hals tragen, wodurch eine permanente Verfügbarkeit gewährleistet ist. Doch wer täglich einen Gehörschutz tragen muss und dies über eine längere Dauer, hat mit den herkömmlichen Gehörschutzmitteln seine Mühe. Denn diese können bei längerem Gebrauch unbequem werden und Druckstellen verursachen.

Sitzt wie angegossen.

Um zu verhindern, dass Mitarbeiter in solchen Fällen einfach auf den Gehörschutz verzichten, gibt es individuell angepasste Modelle – so genannte Otoplastiken. Diese angepassten Ohrstücke sind aus Silikon gefertigt und bieten einen hohen Tragekomfort. «Für Personen, die den ganzen Tag einen Gehörschutz tragen müssen, ist der gute Sitz sehr wichtig. Die Ohrstücke dürfen nicht drücken oder verrutschen, wie es bei herkömmlichen Ohrstöpseln der Fall sein kann. Diese passen sich dem Gehörgang nicht an. Da Menschen unterschiedlich grosse Gehörgänge haben, sind die herkömmlichen Kunststoff- oder Silikonstöpsel nicht für jeden geeignet», so Kaspari.

Bei Otoplastiken fertigt der Akustiker einen individuellen Ohrabdruck an, was für die ideale Passform sorgt. Dazu spritzt der Fachmann eine Abdruckmasse in den Gehörgang und macht innerhalb von 10 Minuten einen Ohrabdruck. Im Labor digitalisiert ein 3D-Scanner diesen Abdruck. Eine Software bearbeitet die 3D-Daten und so entsteht Schritt für Schritt ein optimal an das Ohr angepasster Gehörschutz. Nach Fertigung der Otoplastik prüft ein Akustiker nicht nur den optimalen Sitz, sondern auch die Schutzwirkung der Ohrstücke. Das angenehme, antiallergische Material ist formbeständig und hält bei sorgfältiger Reinigung 3 bis 5 Jahre.

Für den Abdruck des Ohres ist in der Regel ein Besuch beim Akustiker notwendig. Doch für Firmen bietet der Gehörschutzspezialist einen besonderen Service an. Dabei geht Amplifon mit seiner mobilen «Hörwelt» in Unternehmen. Akustikexperten bieten Hörtests an, machen Ohrabdrücke gleich vor Ort und beraten Unternehmensangehörige in allen Belangen rund um gutes Hören.

Individuelle Schalldämmung.

Neben dem druckstellenfreien Sitz bietet die Otoplastik noch einen beachtlichen Pluspunkt: Da die Dämmung über einen Filter erfolgt, können Träger die Schalldämmung anpassen. «Es gibt die Dämmung von 9, 15 oder 25 dB. In der Regel reicht im industriellen Umfeld eine Dämmung von 15 dB aus. Doch wenn die Maschinen lauter sind, dann ist die Dämmung von 25 dB das Richtige. Wer nicht genau weiss, welche Dämmung er braucht, kann die Filter auch ausprobieren, da sie einfach zu wechseln sind», so der Spezialist.

Seinen Preis wert.

Trotz des Preises ab 165 Franken pro Paar lohnt sich die Investition. Der optimale Lärmschutz bietet viele Vorteile, die mit Geld nicht zu bezahlen sind. Denn die bereits erwähnten Gesundheitsschäden kosten dem Arbeitnehmer und das jeweilige Unternehmen sehr viel mehr. Mitarbeiter bezahlen nicht nur mit ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit, sondern sind von Lärmschwerhörigkeit betroffen, die nach der Altersschwerhörigkeit die zweithäufigste Ursache für einen Hörverlust ist. Und dieser ist nicht wiedergutzumachen.

Weitere Informationen:
Faltblatt «Individuell angefertigter Gehörschutz: Schutzwirkung messen nicht vergessen!», Suva-Bestell-Nr. 88387.d, zu bestellen auf www.suva.ch/waswo/88287 
Weitere Informationen:
Amplifon AG
www.amplifon.ch






Die Dämmung erfolgt über einen Filter (oben) den Nutzer einfach in die Otoplastik drücken (unten)


Kein Einsatz ohne Nachweis der Schutzwirkung

Ein otoplastischer Gehörschutz ist grundsätzlich eine gute Sache. Er besteht aus individuell für den Gehörgang einer Person angefertigten Formpassstücken (Otoplastiken) und ist deshalb einfacher einzusetzen als herkömmliche Gehörschutzpfropfen. Wie diese ist er auch angenehmer zu tragen als etwa ein Kapselgehörschutz. Wohl deshalb findet dieser Typ Gehörschutz immer weitere Verbreitung. Ein wichtiger Punkt ging dabei bisher aber meist vergessen. «Jede Gehörschutz-Otoplastik, die an einem Arbeitsplatz mit gehörgefährdendem Lärm eingesetzt wird, muss nach der Auslieferung individuell am Benutzer auf ihre Schutzwirkung geprüft werden», erklärt Beat Röllin, Akustiker der Suva. Konkret sind Hersteller und Lieferanten verpflichtet, diese Messung innerhalb von 12 Monaten nach der Auslieferung durchzuführen. Arbeitgeber wiederum müssen dafür sorgen, dass Gehörschutz-Otoplastiken alle drei Jahre erneut auf ihre Schutzwirkung überprüft werden. Dies hält die Suva auch in einem neuen Faltblatt dazu fest.

Der Hintergrund: Hersteller dürfen grundsätzlich nur Gehörschutzmittel mit ausreichender Schutzwirkung in den Verkehr bringen. Um dies nachzuweisen, genügt bei Serienprodukten ein Stichprobentest im Labor. Eine Gehörschutz-Otoplastik ist aber naturgemäss kein Serienprodukt. Da sie individuell angefertigt wird, muss sie auch individuell überprüft werden.

Die Akustiker der Suva haben festgestellt, dass solche Prüfungen bislang kaum stattgefunden haben. Arbeitgeber, Hersteller und Lieferanten seien sich ihrer Aufgaben und Pflichten diesbezüglich nicht bewusst gewesen. Viele Hersteller hätten die Prüfung nur als Empfehlung verstanden und den Kunden auf Wunsch angeboten.

Die Suva hat bereits die meisten Hersteller und Lieferanten über die ab sofort geltenden Regeln informiert. Alle rund 20 000 Betriebe mit lärmbelasteten Arbeitsplätzen werden fortlaufend im Rahmen des Audiomobilprogramms der Suva auf die Problematik aufmerksam gemacht.

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Wir wünschen Ihnen viel Glück!