Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Messtechnik: Ausgabe 09/2016, 05.09.2016

Prozesssicherheit mit Leitfähigkeitsmessgerät

Bei der Reinigung von Anlagen sind exakte Daten über Wasserverbrauch, Reinigungsmittel und andere Parameter wichtig. Damit lässt sich nicht nur der Reinigungsprozess optimieren, sondern auch bares Geld sparen. Für die Prozesssicherheit sorgen innovative Messgeräte.

Autor: Stefan Blust Business Manager Food & Beverage

Bilder: Baumer Electric AG

Nicht nur in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie erhöhen steigende Qualitätsansprüche, zunehmender Kostendruck und strenge hygienische Vorschriften die Anforderungen an Prozessanlagen und deren effiziente Reinigung. Mit einer Genauigkeit von 1,0 Prozent bei einem Messbereich von 500 μS/cm bis zu 1000 mS/cm, kombiniert mit einer schnellen und genauen Temperaturkompensation, bringt das innovative Leitfähigkeitsmessgerät CombiLyz ideale technische Eigenschaften mit, um die CIP-Reinigung wirtschaftlich und sicher zu unterstützen.

Um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, müssen Hersteller Produktions- und Abfüllanlagen regelmässig reinigen. Dies geschieht meist im automatisierten CIP-Verfahren und ist Teil eines gesamtautomatisierten Produktionsprozesses. In der Lebensmittelindustrie ist die richtige Einstellung eines CIP-Prozesses sehr umfangreich, da Verantwortliche die endgültigen CIP-Prozesse oft erst definieren, nachdem die Anlage aufgebaut ist und Fachleute aussagekräftige Reinigungstests durchgeführt haben. Es gibt ebenso viele Anforderungen an Reinigungsanlagen wie es unterschiedliche Reinigungsprogramme gibt. Einige Anlagen benötigen nur Wasser zur Reinigung, für andere sind auch chemische Reinigungsmittel wie Säure- oder Laugenlösungen nötig. Bestimmte Anlagen gewinnen das Wasser vom letzten Spüldurchgang zurück und setzen es für die erste Spülung der folgenden CIP-Sequenz wieder ein, um die Gesamtbetriebskosten niedrig zu halten.

Optimales Zusammenwirken physikalischer Parameter.

Für alle Reinigungsabläufe ist jedoch das optimale Zusammenwirken der verschiedenen physikalischen Parameter von grundlegender Bedeutung. Durch die exakte Konzentration von Reinigungsmitteln unter Berücksichtigung von Durchfluss, Druck, Temperatur und Zeit wird ein reproduzierbarer Prozess festgelegt, in dem das CombiLyz seine Stärken überlegen ausspielt.

Beim Aufschärfen mit Säure beziehungsweise Lauge kontrolliert das Leitfähigkeitsmessgerät die vorgegebene Konzentration der entsprechenden Reinigungsmedien. Mit präzisen Messungen stellt es sicher, dass nicht mehr Chemikalien als nötig verbraucht werden. Das spart Ressourcen und schont die Umwelt. Bei der Phasentrennung im CIP-Rücklauf erkennt das Gerät mit seiner guten Temperaturkompensation schnell unterschiedliche Medien auch bei grossen Temperaturschwankungen. Das reduziert den Verlust der vorgehaltenen Reinigungsmittel. Nach einem Reinigungszyklus misst es präzise die Restkonzentration von Chemikalien im Spülwasser. Mit dieser Information kann die SPS über Ventilknoten die vordefinierten Medienkreisläufe exakt und zuverlässig steuern. Das Kontaminationsrisiko für Lebensmittel durch verbleibende Chemikalien lässt sich dadurch verringern.

Robustes Hygienedesign und Bedienerfreundlichkeit.

Das robuste Sensorelement des Messgerätes besteht ganz aus PEEK. Um unterschiedlichen Einbausituationen gerecht zu werden, ist es in den Längen 37 mm, 60 mm und 83 mm erhältlich. Aufgrund seines kompakten Aufbaus reduziert sich der Fliesswiderstand in der Leitung, da der Rohrquerschnitt nur minimal beeinflusst wird. Ablagerungen und Verunreinigungen lassen sich besser aus dem System fördern. Ebenso lässt sich das hygienisch designte Sensorelement selbst sehr gut reinigen, was die Zertifizierung nach EHEDG und die Übereinstimmung mit den 3-A-Richtlinien bestätigen. Darüber hinaus ist sein Design ausserordentlich widerstandsfähig und speziell für den Einsatz in Applikationen mit häufig auftretenden Temperaturschocks ausgelegt. Das garantiert eine lange Lebensdauer, reduziert unnötige Stillstandszeiten und erhöht damit die Anlagenverfügbarkeit.

Dank seiner sehr anwenderfreundlichen Bedienbarkeit über Touchscreen und des modularen Gehäuses ist das Gerät herausragend in seiner Klasse. Das Leitfähigkeitsmessgerät gibt es wahlweise mit oder ohne CombiView. Dieses grosse und beleuchtete Display ist um 360° drehbar und so von allen Richtungen, auch aus grosser Entfernung, bequem ablesbar. Es lässt verschiedene Ansichtsoptionen zu, wie zum Beispiel die gleichzeitige Darstellung von Leitfähigkeits-, Konzentrationswert und frei definierbarem Text (Wasser, Lauge oder Säure etc.). Alarme und Konfigurationen werden einfach, aber bedarfsgerecht sowohl am Gerät visualisiert als auch der übergeordneten Steuerung übermittelt. Mit seinem integrierten Relais kann das Leitfähigkeitsmessgerät einfache Steuerungsaufgaben übernehmen. Beispielsweise in wenig automatisierten Mikrobrauereien, in denen Food Safety einen hohen Stellenwert hat und Ventile ohne Prozessleitsystem direkt angesteuert werden sollen. Gleiches gilt für das Retrofitting von Anlagen, die Betriebe von manuell gesteuerten Abläufen auf teilautomatisierte aufrüsten.

Vielseistige Anwendung.

Das CombiLyz gibt es als kompakte und abgesetzte Version. Letztere mit den Kabellängen 2,5 m, 5 m und 10 m. Je nach Anwendung können Anwender Display und Sensorelement getrennt installieren. Das bietet hohe Flexibilität hinsichtlich der optimalen Montagepositionen.

Eine breite Palette an Adaptern erlaubt den hygienischen Einbau des Leitfähigkeitsmessgerätes in nahezu alle branchenüblichen Prozessanschlüsse. Das macht es zur idealen Lösung in vielen CIP-Anlagen.



Weitere Informationen:
Baumer Electric AG
www.baumer.com/CIP