Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
22.08.2016

Emmi ist in einem anspruchsvollen Umfeld auf gutem Weg

Die Schweizer Milchverarbeiterin Emmi erwirtschaftete im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatz von CHF 1594,1 Millionen. Dieser liegt 2,0 Prozent über dem Vorjahreswert von CHF 1563,0 Millionen. Organisch, das heisst bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte, ging der Umsatz um 0,7 Prozent zurück. Der wesentliche Grund für diese Entwicklung waren die international tiefen Milchpreise.

Bilder: Emmi

Bei den Erträgen liegt Emmi gut auf Kurs. Das Unternehmen erzielte ein EBIT von CHF 92,5 Millionen gegenüber CHF 84,4 Millionen im Vorjahr (+9,5 Prozent) und eine EBIT-Marge von 5,8 Prozent (Vorjahr 5,4 Prozent). Der Reingewinn belief sich auf CHF 60,8 Millionen im Vergleich zu CHF 46,2 Millionen im Vorjahr (+31,6 Prozent), mit einer Reingewinnmarge von 3,8 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent). Die deutliche Verbesserung beim Reingewinn ist unter anderem auf die nicht wiederkehrenden ne-gativen Effekte aus der sprunghaften Erstarkung des Schweizer Frankens im Vorjahr zurückzu-führen.

Der Umsatz in der Division Schweiz lag mit CHF 853,2 Millionen 2,4 Prozent unter der Vorjahresperiode (CHF 874,2 Millionen). Dies ist eine Folge des rückläufigen Detailhandelsgeschäfts, des tieferen Milchpreises, des hohen Wettbewerbs- und Importdrucks sowie des anhaltend starken Einkaufstourismus. Erfreulich ist der Umsatzanstieg bei den Frichprodukten. Positive Beiträge leisteten Caffè Latte, Yoqua und Energy Milk. Deutliche Umsatzeinbussen waren hingegen beim Käse und Frischkäse zu verzeichnen. Diese Segmente litten unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen im Heimmarkt. Besonders ausgeprägt war dies beim AOP-Käse, während die Spezialitäten aus Kaltbach und der Luzerner Rahmkäse zulegten. Der Rückgang bei den Molkereiprodukten (Milch, Rahm, Butter) war auf Mengenrückgänge und tiefere Milchpreise zurückzuführen. Der Umsatz im Segment Pulver/Konzentrate blieb unverändert, während die übrigen Produkte/Dienstleistungen leicht nachgaben.

Emmi geht davon aus, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im zweiten Halbjahr 2016 nicht wesentlich verändern werden. Das wettbewerbsintensive, volatile Umfeld und der tiefe Milchpreis werden auch im zweiten Halbjahr vorherrschen. Neue bedeutsame makroökonomische Unsicherheiten sind jüngst dazu gekommen. So lassen sich zum Beispiel die Auswirkungen des Brexit-Votums in Grossbritannien noch nicht umfassend beurteilen.

Die Umsatzentwicklung im Jahr 2016 bleibt von der anspruchsvollen Situation auf dem Heimmarkt geprägt, wo Konkurrenzkampf, Importdruck und Einkaufstourismus anhalten. Dennoch ist Emmi zuversichtlich, in der Schweiz und in Europa die kommunizierten Ziele erreichen zu können. In der Division Americas zeichnet es sich hingegen ab, dass das angestrebte organische Wachstum von 5 Prozent bis 7 Prozent in diesem Jahr wohl zu ambitiös ist. Gründe dafür sind die tiefen Milchpreise in den USA sowie die wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen in Chile und Spanien.
Auf Konzernstufe geht Emmi von einem Umsatzwachstum von -1 Prozent bis 1 Prozent aus (bisher 0 Prozent bis 1 Prozent). Die Erträge werden leicht nach oben angepasst (EBIT bisher CHF 180 Millionen bis CHF 190 Millionen, EBIT neu CHF 185 Millionen bis CHF 195 Millionen; Reingewinnmarge bisher gut 3 Prozent, Reingewinnmarge neu gut 3,5 Prozent).



Im ersten Halbjahr liegt Emmi mit den Erträgen auf Kurs


Im Segmet Frischprodukte konnte das Unternehmen einen Umsatzanstieg verzeichnen