Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
28.07.2016

Exportbilanz für Schweizer Käse

Die im Juli von Switzerland Cheese Marketing AG (SCM) und TSM Treuhand GmbH (TSM) Bern veröffentlichten Zahlen für das erste Halbjahr 2016 zeigen mit 31 957 Tonnen exportiertem Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue eine leicht negative Entwicklung auf (-190 t, -0,6 Prozent). Nach einem besorgniserregenden Start ins neue Exportjahr (-11,5 Prozent im Januar und -9,4 Prozent im Februar) konnte alle Branchenakteure die Negativspirale in Europa, dank erheblicher Marketinganstrengungen, abbremsen.

Im ersten Halbjahr betrug der Erlös für die Schweizer Käsebranche (Milchbauern, Käser, Affineure, Handel) insgesamt 267 Millionen Schweizer Franken. Dies entspricht einer Abnahme von -0,8 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Die durchschnittlichen Exportpreise konnten gehalten werden, was für die Schweizer Käsebranche besonders wichtig ist. Die dezentrale Produktion in kleinen, gewerblichen Dorfkäsereien ist kostenintensiv, doch notwendig, um die hohe Qualität von Schweizer Käse zu gewährleisten. Die rund 600 Käsereien verarbeiten rund 38 Prozent der Schweizer Milch. Davon werden 36 Prozent weltweit in über 60 Länder exportiert. Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse ist Europa mit etwa 80 Prozent (26 438 t) der exportierten Menge. Nach Deutschland gehen 14 320t, gefolgt von Italien 5142 t und Frankreich 2372 t. Die Exporte in Länder ausserhalb Europas nahmen 2016 um -149 t (-2 Prozent) auf total 5519 t ab. Aufgrund der angespannten Exportsituation intensivierten die Branchenakteure ihre Marktbearbeitung. Ein Schwerpunkt legten sie auf die direkte Kundenansprache am Verkaufspunkt, um das Vertrauen der Konsumenten in Schweizer Käse weiter zu stärken. Der Absender Schweiz wird bei Käse mit sehr hoher Qualität, Natürlichkeit und Handwerk gleichgesetzt und rechtfertigt einen höheren Preis.

Exportentwicklungen im Detail. Von den 31 957t exportierten Schweizer Käsen sind 17,8 Prozent Emmentaler AOP (5691 t), 16,6 Prozent Le Gruyère AOP (5307 t) und 7,4 Prozent Appenzeller (2362 t). Meistexportierter Schweizer Käse bleibt der Emmentaler AOP, wenngleich die Exportmenge im Vergleich zur Vorjahresperiode um -376 t (-6,2 Prozent) weiter zurückging. Während Le Gruyère AOP in den ersten sechs Monaten 2016 einen leichten Rückgang von -154 t (-2,8 Prozent) hinnehmen musste, konnte der Appenzeller um +57 t (+2,5 Prozent) zulegen. Ebenfalls positiv entwickelten sich die AOP-Produkte Tête de Moine AOP (+59 t, +11,8 Prozent), Sbrinz AOP (+21 t, +28,9 Prozent) und Vacherin Fribourgeois AOP (+3 t, +2,8 Prozent) sowie Tilsiter (+6 t, +4,1 Prozent) und die Kategorien «andere Halbhartkäse» (+182 t, +3,2 Prozent) «andere Hartkäse» (+314 t, +14,1 Prozent) und «andere Käse» (+272 t, +17,5 Prozent). Einbussen hinnehmen mussten die Kategorien «Total Frischkäse und Quark» (-269 t, -8,0 Prozent), «Total Weichkäse» (-24 t, -8,5 Prozent) «Schmelzkäse» (-40 t, -7,3 Prozent) und «Fertigfondue» (-38 t, -3,7 Prozent) sowie die Produkte «Raclette» (-84 t, -19,6 Prozent) und «Switzerland Swiss» (-118 t, -4,8 Prozent).

Importe legten mengenmässig um  zu. Mit dem starken Schweizer Franken und der Aufhebung der Milchkontingentierung innerhalb der EU hat der Importdruck weiter zugenommen. Die Käse sind mit einem Durchschnittsimportpreis von 6,24 CHF/kg deutlich günstiger als die Schweizer Käse. Im ersten Halbjahr 2016 stiegen die mengenmässigen Importe um +5,9 Prozent oder +1633 t auf 29 150 t. Rund 85 Prozent der Importe stammen aus Italien (10 193t, +2,8 Prozent), Frankreich (7132 t, +4,7 Prozent) und Deutschland (7006, +7,7 Prozent). Besonders beliebt bleiben Frischkäse (+463 t, +4,4 Prozent), Weichkäse (+172 t, +2,9 Prozent), Halbhartkäse (+827 t, +18,2 Prozent), Extrahartkäse (+330 t, +15,5 Prozent) sowie Schmelzkäse (+19 t, +1,0 Prozent). Verloren hat hingegen der Hartkäse (-178 t, -6,9 Prozent). Ein wichtiger Teil des Imports fliesst in die preissensible Nahrungsmittelindustrie und ins Gastgewerbe.



Der Absender Schweiz wird bei Käse mit sehr hoher Qualität, Natürlichkeit und Handwerk gleichgesetzt


Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse ist Europa mit etwa 80 Prozent