Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
18.08.2016

Hügli hält Ertragskraft im schwierigen Marktumfeld

Marktveränderungen und Makroökonomie bremsen Wachstum.

Bilder: Hügli Holding AG

Während Hügli in den letzten drei Geschäftsjahren ein durchschnittliches organisches Umsatzwachstum von +3,1 Prozent pro Jahr erzielen konnte, belasteten makroökonomische Unsicherheiten, ein verschärfter Wettbewerb und Veränderungen in den Vertriebsstrukturen das erste Halbjahr 2016. Der organische Umsatzrückgang belief sich im ersten Halbjahr 2016 auf -1,6 Prozent, wobei die Hürde mit einer guten Vorjahresperiode recht hoch war (+5,6 Prozent in 2015). Dank höherer Fremdwährungskurse gelang dennoch ein Umsatzwachstum von CHF 87,0 Millionen im Vorjahr auf CHF 190,1 Millionen im ersten Halbjahr 2016. Besonders erfreulich entwickelte sich das Segment Osteuropa (Tschechien, Slowakei, Polen, Ungarn), in dem das Unternehmen ein von allen Divisionen getragenes Umsatzwachstum in Lokalwährungen von +9,1 Prozent erzielen konnte. Einen förmlichen Umsatzschub im zweistelligen Bereich erzielte die Ländergesellschaft in Italien aufgrund der starken Nachfrage nach Flüssigsaucen und -suppen. Andererseits waren in UK die Bestellungen von einigen Grosskunden rückläufig, vor allem im Bereich Health & Nutrition, womit das Vorjahresumsatzniveau nicht mehr erreichbar war. Auch wirkte die Frankenstärke in der Gastronomie nach und führte zu einem weiteren Umsatzrückgang in der Schweiz. Dank dem beachtlichen italienischen Beitrag schloss das Segment Schweiz/Übriges Westeuropa insgesamt dennoch positiv mit einem Umsatzplus in Lokalwährungen von +3,5 Prozent. Unerwartet stark war der Umsatzrückgang von -5,3 Prozent im grössten Ländersegment Deutschland. Umso mehr, als Deutschland als Wachstumstreiber in den letzten drei Jahren durchschnittlich über +6 Prozent pro Jahr Umsatzzuwachs erzielte. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits wurden durch die verschärfte Konkurrenzsituation weniger Ausschreibungen von Key-Accounts gewonnen, andererseits aber auch aktiv Produktionsaufträge aufgrund ungenügender Marge aufgegeben. Aber auch die deutlich rückläufige Umsatzentwicklung im deutschen Reformhausmarkt, bedingt durch den Ausbau des Bio-Sortiments im Lebensmitteleinzelhandel zulasten der Fachhandel-Vertriebskanäle sowie einem verschärfteren Wettbewerb, wirkte in diesem Jahr belastend.

Die Bilanz zeigt unverändert ein solides Bild mit einer Eigenkapitalquote von 53,7 Prozent. Bemerkenswert ist lediglich die Bilanzposition der Anlagen im Bau von CHF 28 Millionen, welche den laufenden Ausbau des Produktionswerkes in Radolfzell widerspiegelt. Die Inbetriebnahme ist auf Anfang 2017 vorgesehen. Die Nettoverschuldung blieb im ersten Halbjahr 2016 mit CHF 67,3 Millionen aufgrund der guten Innenfinanzierung annähernd unverändert, trotz hohen Investitionsausgaben von CHF 17,8 Millionen und der Dividendenzahlung von CHF 7,7 Millionen im ersten Halbjahr. Die wichtige Finanzkennzahl Nettoverschuldung/EBITDA blieb entsprechend mit einem Faktor von 1,5x konstant im Vergleich zu Ende 2015.

Für das zweite Halbjahr 2016 rechnen die Verantwortlichen mit einer vergleichbaren Umsatzentwicklung in Lokalwährungen wie im ersten Halbjahr, wobei die makroökonomischen und politischen Unsicherheiten die Nachfrage der Kunden eher noch dämpfen könnte. Entsprechend erwartet die Unternehmensführung einen Umsatz 2016 im Rahmen des Vorjahres. Zur Sicherung des langfristigen Wachstums und zur Optimierung der Geschäftsprozesse werden trotz Wachstumsdelle alle Projekte weitergeführt und einige neu gestartet. Entsprechend rechnet das Unternehmen im zweiten Halbjahr mit leicht steigenden Kosten und somit einem Betriebsergebnis (EBIT) 2016 leicht unter Vorjahr.



Hügli rechnet für das zweite Halbjahr mit einer vergleichbaren Umsatzentwicklung wie in den ersten sechs Monaten