Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Prozessautomatisierung: Ausgabe 01-02/2017, 31.01.2017

Dosiersystem erhöht Abfüllgeschwindigkeit

Die Kooperation zwischen der technischen Universität Dresden und Teepack führte zur Entwicklung eines hochdynamischen Bechersortiersystems. Dieses beschleunigt, die Abfüllgeschwindigkeit von losen Produkten wie Reis, Couscous oder Kaffeebohnen deutlich.

Autor: Bettina Nolte-Ernsting, Marketing Teepack

Bilder: TU Dresden

Arbeitsgeschwindigkeit ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg produzierender Unternehmen. Doch gibt es limitierende Faktoren, die einer Beschleunigung von Prozessen erheblich im Weg stehen können. So zum Beispiel die Zuführung loser Produkte wie Leinsamen, Kaffeebohnen oder Reis. Solche Lebensmittel haben unterschiedliche Fliessgeschwindigkeiten und -eigenschaften, wie etwa die Neigung zur Brückenbildung, die bei der Abfüllung problematisch sein können. Denn eine Maschine kann nur so schnell abfüllen, wie es die Zuführung erlaubt. So ist die Befüllung bei vertikalen Schlauchbeutelmaschinen das Nadelöhr, das über die Abfüllgeschwindigkeit entscheidet.

Forschung unterstützt Wirtschaft.

Doch das akzeptiert der Verpackungsspezialist Teepack nicht und arbeitet stetig an der Weiterentwicklung seiner Maschinen, um Kunden neue und noch effizientere Verpackungslösungen zu bieten. «Seit über 60 Jahren stehen wir für Qualität – und dafür, Gutes immer noch einen Schritt besser zu machen», so Stefan Lambertz, einer der Projektverantwortlichen und Mitglied der Geschäftsleitung bei Teepack. «Auf dieser Philosophie basiert auch die Kooperation mit der Technischen Universität Dresden. Gemeinsam haben wir es geschafft, die Arbeitsgeschwindigkeit unserer vertikalen Schlauchbeutelmaschine Zenobia noch weiter zu erhöhen. Langfristig ein echter Vorteil für unsere Kunden – und heute ein Erfolg für unser Projektteam.»

Neuer Dosierer, schnellerer Fluss.

In Zusammenarbeit mit Experten des Instituts für Verarbeitungsmaschinen und mobile Arbeitsmaschinen der TU Dresden entstand ein hochdynamischer Becherdosierer, der die Fliessgeschwindigkeit von losen Produkten wie Reis, Erbsen, Leinsamen, Couscous oder Kaffeebohnen erhöht. Dazu modifizierten die Spezialisten die nachgelagerte Abfüllstrecke.

Das Team beschäftigte sich zunächst intensiv mit dem Auslaufverhalten von Reis und den massgeblichen Produktbewegungsrichtungen. Das Ergebnis: Bei der Nutzung eines teleskopierbaren Abfülltrichters – im Gegensatz zur bislang genutzten höhenverstellbaren Variante – lässt sich bei der Abfüllung eine Brückenbildung und damit Produktstaus vermeiden. Durch die Änderungen im Bereich des Trichters reduzieren sich zudem merklich die Produkteinschlüsse im Quernahtbereich. Die Vorgabe, ein Siegelfenster von 100 bis 110 Millisekunden pro Kilo Reis, konnte das Team ebenfalls erfüllen.

Ergebnisse als neuer Standard.

Darüber hinaus weist das Projektteam weitere Erfolge vor: Während des Abfüllvorgangs entsteht dank der Anpassungen, wie Optimierung der Bewegungsprofile der Becherdosierer und einem vollständig abgedichteten Produktionsfeld, deutlich weniger Staub und Produktverlust. «Zum Teil sind die Ergebnisse unseres Projekts bereits bei einem ersten Kunden im Einsatz, bei Neumaschinen werden wir sie ab jetzt als Standard integrieren», so Lambertz. Optional lassen sich Bestandsmaschinen entsprechend nachrüsten. «Das Projekt war ein guter Beleg dafür, dass simulationsgestütztes Entwickeln und Optimieren tatsächlich grosses Potenzial hat – gerade im mittelständisch aufgestellten Verpackungsmaschinenbau», resümiert Jens-Peter Majschak von der TUD. «Dass Firmen über Forschungsförderung Zugang zu Kompetenzen und Werkzeugen erhalten, die für sie ansonsten sehr aufwendig aufzubauen wären, ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der führenden Rolle des deutschen Verpackungsmaschinenbaus im Weltmarkt.»


Weitere Informationen:
Teepack Spezialmaschinen GmbH & Co.KG
www.teepack.com
Projektbericht:
http://nbn-resolving.de
urn:nbn:de:bsz:14-
qucosa-197942



Das gemeinsame Projekt von TU Dresden und Teepack führt zu einer optimierten Verpackung loser Produkte. Kalibrierung des Reisauslaufverhaltens am Originaltrichter (unten)