Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Materialfluss und Logistik: Ausgabe 01-02/2017, 31.01.2017

Moderne Systeme machen Abläufe sichtbar

Materialflussrechner bieten viele Vorteile. Dank grafischer Oberfläche sichten Anwender den internen Materialfluss, erkennen Lücken sowie Potenziale zur Optimierung. Das unterstützt die effektive Produktion von Lebensmitteln.

Autor: Niklas Bädjer, PR-Beratung

Bilder: bild: sysmat GmbH

Die letzten Jahren lassen eine Steigerung des Digitalisierungsanteils in der Wirtschaft erkennen: Verantwortlich hierfür sind rasant wachsende Datenmengen. Mit Hilfe dieser Daten automatisieren Betriebe interne Herstellungsprozesse, um Zeit zu sparen. Zusätzlich bietet eine Automatisierung die Chance, mehr Aufträge zu erledigen. Betriebe in der Lebensmittelindustrie müssen aus-serdem Hygienemassnahmen beachten, um ein gutes Produkt an den Kunden zu liefern. Ebenso muss in vielen Fällen eine Kühlung gewährleistet sein, was zu zusätzlichen Schwierigkeiten in Abläufen führt. Verbesserungsmassnahmen am Materialfluss, zum Beispiel der Bereiche wie Wareneingang, Bearbeitungs- und Lagervorgänge sowie Warenausgang bieten die Gelegenheit, in der gesamten Produktion weitere Optimierungen vorzunehmen und die Produktion effizienter zu gestalten.

In der Getränkeindustrie kommen beispielsweise noch zusätzliche potenzielle Fehlerquellen im Ablauf hinzu: Betriebe müssen Flaschen im Voraus reinigen und abschliessend in die korrekte Kiste einordnen. Ähnliche Problemzonen tauchen auch in weiteren unternehmensrelevanten Teilbereichen der Lebensmittelbranche auf.

Ergänzende Softwarelösungen.

Als geeignet für Modernisierungsmassnahmen und Optimierung zeigen sich dabei ergänzende Softwarelösungen. Diese müssen sich direkt und herstellerunabhängig in die vorhandenen ERP und WMS integrieren lassen. Eine Option, Modernisierungen an Anlagen im Lebensmittelbereich durchzuführen, bietet zum Beispiel ein grafischer Materialflussrechner (MFR) von Sysmat. Fachleute entwickelten diese Software, um den Materialfluss zu optimieren und alle involvierten Prozesse übersichtlich zu gestalten.

Einsatzgebiete.

Für die Lebensmittelbranche ist eine derartige Lösung unter anderem für Förder- und Sortiertechnik geeignet, denn ein grafischer MFR erlaubt das automatische Palettieren ohne Unterbrechung der Kühlkette. Die beladenen Paletten lassen sich in Regalen, beispielsweise in einer Kühlgasse, zwischenlagern, damit sie beim Auslagern oder Kommissionieren möglichst lange im gekühlten Bereich verbleiben. Mit der Zwischenlagerung geht zudem die Schaffung einer zusätzlichen, beziehungsweise effizienteren Nutzung eines bereits vorhandenen Staubereichs einher.

Einführung zusätzlicher Funktionen.

Die verschiedenen Standorte für Stationen in der Produktion sorgen für umfangreiche Touren während des gesamten Prozesses. Im Anschluss an die Lagerung in den Kühlgassen ordnet der Nutzer die Ware den verschiedenen Transportmitteln zu. Mit dem MFR etikettiert der Anwender im gleichen Schritt die zuzuordnende Ware, um diese eindeutig für weitere Abläufe zu kennzeichnen.

Trotz unterschiedlicher Standorte greifen alle beteiligten Glieder des Transportvorganges mithilfe der Software jederzeit auf wichtige Daten zu. Eine Verbindung der Standorte durch den MFR vermeidet zusätzliche Kommunikation zwischen den verschiedenen Orten, die ohne Einsatz der Software unerlässlich ist. Ebenso liefert die Software Informationen über künftige Transportvorgänge. «Unternehmen aus der Lebensmittelbranche sollten ihre Transporte langfristig planen. Im Hinblick auf einzuhaltende Sicherheitsvorschriften und den Faktor Haltbarkeit ist von einer unabhängigen Planung für einzelne Vorgänge abzusehen», gibt Schulz, Geschäftsführer von Sysmat zu verstehen. Der grafische Materialflussrechner unterstützt bei diesem Vorhaben und nimmt dem Anwender Aktionen ab.

Benutzerfreundliche Steuerung.

Mit einer einfachen Bedienoberfläche kann ein grafischer MFR gerade bei der Inbetriebnahme Zeit einsparen. Durch die einfache und intuitive Oberfläche erlernt jeder Mitarbeiter die Bedienung schnell. Für gewöhnlich reichen anderthalb Wochen aus, um alle Mitarbeiter zu schulen. Eine projektspezifische Programmierung ist beispielsweise bei der Software matCONTROL graphics nicht mehr notwendig. Anwender fertigen Konfigurationen im Rahmen einer Schulung selbst an.

Für die projektspezifischen Programmierungen mussten Lebensmittelbetriebe bisher je nach Lager und Produktionsaufbau mindestens vier bis sechs Wochen einplanen. Testphasen für einen grafischen MFR sollten zeitsparend am Wochenende stattfinden, um die Produktion während der Modernisierung nicht zu beeinträchtigen. Ausschlaggebend sind Testphasen, die an mehreren Terminen stattfinden. Ausserdem sind Testfunktionen bei Lagermodernisierungen wichtig. Sobald die Anlage mit Echtpaletten gefahren wird, ist ein Zurückschalten auf das alte System nicht mehr möglich. Wenn Mitarbeiter dann erst Fehler im neuen System feststellen, müssten sie diese im laufenden Betrieb beheben.

Die einfache Bedienoberfläche gestattet nicht nur eine zügige Inbetriebnahme, sondern spart auch Zeit bei Störfällen. Der Anwender kann auf der Bedienoberfläche sofort auf einen Blick erkennen, was in der Anlage vor sich geht. «Er sieht, wo Störungen sind, und kann diese einfach beheben. Weitere Zeit lässt sich einsparen, wenn die grafische Oberfläche über ein Meldesystem für Logging von Meldungen und Qualitätsdaten verfügt. Gerade bei der logistischen Abwicklung von Lebensmitteln oder TK-Ware können längere Störungen fatal sein», mahnt der Experte.

Zusammenführung – ein wichtiges Element.

Neben dem Zusammenschluss der einzelnen Standorte sollte es bei der Modernisierung für den MFR unerheblich sein, welche Software ein Unternehmen verwendet. Der grafische MFR bietet beispielsweise über 20 verschiedene Schnittstellen, um die vorhandene Software reibungslos zu integrieren, darunter auch SAP. Die Schnittstellen bieten dem Kunden eine Lösung zur Modernisierung, die auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Ziel ist es daher, eine Anlage mit der vorhandenen Software zu steuern und die Standardfunktionen der vorhandenen ERP-Software weiterhin umfassend zu nutzen. Alle Funktionen, die über die Standardfunktionen der vorhandenen Software nicht abgedeckt sind, realisiert dann der Materialflussrechner. «Nutzt eine Anlage beispielsweise bereits SAP und wird mit dem Materialflussrechner aufgerüstet, heisst das in der Praxis, dass die Bestandsverwaltung weiterhin bei SAP bleibt. Dadurch ist kein Bestandsabgleich mehr nötig. Auch die Inventur bleibt in der Verwaltung von SAP, erklärt der Fachmann. Zudem kann die Software alle Funktionen, die der SAP-Standard nicht abdeckt, realisieren. Es sind im vorhandenen System kaum spezifische Anpassungen notwendig, die bei weiteren Release-Wechseln der Software immer wieder Folgekosten generieren.


Weitere Informationen:
sysmat GmbH
www.sysmat.de