Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01-02/2017, 31.01.2017

Pumpen sorgen für einen «schwungvollen» Betrieb

In Brauereien bewegt sich so einiges: von der Wasserbereitstellung bis zur Abfüllung und Reinigung ist jede Menge Flüssigkeit nötig. Damit der Betrieb in Schwung bleibt, sind für jeden Prozessschritt, die passenden Pumpen im Einsatz.

Autor: Ulla Reutner, Fachjournalistin Technik + Wissenschaft

Bilder: Xylem Water Solutions

Langlebige, zuverlässige Pumpen sind in Brauereien das A und O. Fällt eine der Pumpen wegen ungeplanter Wartung oder gar Austausch aus, bereitet das im gesamten Brauprozess Probleme. Für hohe Betriebssicherheit stehen die Produkte von Xylem. Der aus ITT hervorgegangene Anbieter und sein Partner, das auf Food & Beverage-Lösungen spezialisierte Unternehmen Innovative Systems GmbH (ISG), passen die Standardpumpen der Marken Jabsco, Lowara und Flygt auf den Bedarf in der Brauerei optimal an. Die Braumeister bekommen alles aus einer Hand.

Wassererfassung und -aufbereitung.

Eine mittelständische Privatbrauerei kann für ihre Produkte den eigenen Brunnen nutzen. Dieses Wasser ist aber nicht nur der Hauptbestandteil der Biere, sondern die Brauerei verwendet es auch zum Heizen und Kühlen, sowie für die CIP-Reinigung. Für die Wassererfassung und -aufbereitung setzt das Unternehmen mit Tauchpumpen der Lowara-Serie das Wasser aus 80 m Tiefe. Eine Lowara-e-NSC-Wassernormpumpe transportiert es in die Wasseraufbereitungsanlage. Kiesfilter befreien das Brunnenwasser von Partikeln, und eine moderne Umkehrosmosetechnik stellt Brauch- und Brauwasser mit gleichbleibender Qualität sicher. Die zuverlässige mehrstufige Lowara-e-SV-Kreiselpumpe, die sich als Einzeldruckpumpe oder als Druckerhöhungsanlage einsetzen lässt, presst dazu das Wasser durch die Druckrohre. Umweltfreundlich ohne schädlichen Chemie-Einsatz gereinigt und enthärtet gelangt das Pumpenwasser in eine UV-Desinfektionsanlage mit Wedeco-Technologie. Die Brauerei profitiert vom neuen Modell, der Spektron-UV-Desinfektionsanlage. Die Entwickler haben die Strömungsführung verbessert. Da die UV-Leistung zudem über eine Regelung immer an die Wasserqualität und Durchsatzmenge angepasst ist, sind die Betriebskosten gering.

Qualitätskontrolle.

Nach jedem Prozessschritt, wie zum Beispiel beim Umpumpen vom Gär- in den Lagerkeller und unmittelbar vor der Abfüllung, entnehmen und analysieren Mitarbeiter, im Rahmen einer sogenannten Stufenkontrolle, eine Probe. So kann die Brauerei die Qualität jeder Charge sichern. Die Laboranten filtern dazu Proben und befreien diese durch Erwärmen von Kohlensäure, bevor sie pH-Wert, Alkoholgehalt, Stammwürze und zahlreiche andere Werte bestimmen.

Bis es soweit ist, transportiert eine Lowara-Kreiselpumpe das gereinigte Wasser in das Sudhaus zum Heissbereich der Brauerei. Als Bierpumpen verwenden die Brauer beispielsweise an vielen Stellen Jabsco-JP-Kreiselpumpen. EHEDG-zertifizierte Aggregate sind in diesem Produktionsprozess ein Muss. Zudem dürfen die Pumpen keinen Sauerstoff in den Prozess einbringen. Pumpen, die für die CIP- und SIP-Reinigung geeignet sind, sind in den hygienisch anspruchsvollen Prozessen erste Wahl. Alle produktberührten Komponenten sind aus Edelstahl 1.4404 gefertigt. Selbst die hohen Anforderungen der EG-Verordnung 1935/2014 sind erfüllt.

Pumpen im Prozess.

Beim Würzekochen, etwa für das Pumpen der Maische in den Läuterbottich und in die Würzepfanne, kommen verschiedene Jabsco-Edelstahlkreiselpumpen zum Einsatz. Die Hopfendosage übernimmt eine Drehkolbenpumpe vom Typ Hy-Line+ in hygienischer Ausführung, ebenso wie das Anstellen der Würze. Auf Empfehlung des ISG-Fachmanns haben sich Brauereiverantwortliche für eine Pumpe mit von vorne austauschbarer, hygienischer Gleitringdichtung und anderen Details, die eine schnelle Wartung und damit eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten, entschieden. Den sogenannten Whirlpool, in dem die Brauerei Hopfenreste, geronnenes Eiweiss und andere Schwebstoffe abtrennt, erreicht der Sud wieder über eine Kreiselpumpe. Anschliessend geht es in den Würzekühler. Gute Dienste leistet hier die schonend fördernde Drehkolbenpumpe Hy-Line+, deren niedrige Scherbeanspruchung für die Hefeanwendung ideal ist. Ebenso geeignet wäre auch eine der Jabsco-Schlauchpumpen.

Im Anschluss lagert der mit Hefe versetzte Sud. Etwa eine Woche dauert die Hauptgärung. Zur Förderung in den Hauptgärtank setzt die Brauerei hauptsächlich Jabsco-Drehkolbenpumpen in hygienischer Ausführung ein. Nach der mehrwöchigen Lagerung wird das Bier filtriert. Da die Privatbrauerei hierzu Kieselgur verwendet, empfiehlt der ISG-Experte Gleitringdichtungen aus Siliziumcarbid (SiC) in den schonend arbeitenden Kreiselpumpen mit integriertem Frequenzumrichter. Sie erlauben, die Leistung der Pumpe anzupassen. In der Kurzzeiterhitzung (KZE) macht die Brauerei den Teil des Bieres haltbar, den sie in Dosen abfüllt. Die mehrstufigen Lowara-Hochdruckpumpen erzeugen im Erhitzerkreislauf die notwendigen Drücke. Zur Förderung und Abfüllung des Bieres nutzt die Brauerei hygienische frequenzgeregelte Jabsco-Pumpen.

Pumpen im Reinigungsprozess.

Die selbstansaugende Xylem-Kreiselpumpe lässt sich für den CIP-Rücklauf verwenden, was der Brauerei eine Pumpe spart. Auch in den Reinigungsanlagen für Flaschen und Fässer verwendet die Brauerei Pumpen aus dem Xylem-Portfolio. Für die Zugabe des Reinigungsmittels sind Jabsco-Druckluftmembranpumpen verbaut. In beiden Anlagen sind zudem einige Norm-Pumpen und eine Hochdruckpumpe im Einsatz.


Weitere Informationen:
Xylem Water Solutions Deutschland GmbH
www.xylemwatersolutions.com/de



In der hygienischen Ausführung ist die Drehkolbenpumpe für die Hopfendosage optimal geeignet


Die Kreiselpumpe transportiert das gereinigte Wasser in das Sudhaus zum Heissbereich der Brauerei