Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2017, 02.10.2017

Moderne Wege – der Weiterbildung

«Wer rastet der rostet» oder wird von anderen überholt. Diese Tatsache zeigt sich eindrücklich im Berufsleben. Was heute noch up to date ist, kann morgen schon Schnee von gestern sein. Weiterbildung bietet eine Chance mitzuhalten. Dafür gibt es viele Wege zum Erfolg.

Autor: Redaktion

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Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem stetigen Veränderungsprozess. Die Gründe dafür sind vielfältig. So müssen sich beispielsweise Unternehmen in einer globalisierten Welt starken Mitbewerbern gegenüber behaupten. Dafür ist es notwendig, konkurrenzfähig zu bleiben und im Preiskampf mithalten zu können. Eine Chance dazu bieten die Reduktion der Kosten und die Optimierung der Produktionsabläufe. Dies geschieht in erster Linie über Automation und damit einhergehende Digitaliesierung. Doch das verändert auch das Tätigkeitsfeld von Arbeitnehmern. Viele manuelle Tätigkeiten fallen durch die Automation weg womit auch Arbeitsplätze verloren gehen. Wer hier Schritt halten und den Optimierungen nicht zum Opfer fallen will, muss sich an die Arbeitsbedingungen anpassen. Weiterbildungen bieten hier eine grosse Chance, sich an die veränderten Arbeitssituationen anzupassen und sich fehlendes Know-how anzueignen.

E-Learning – der moderne Weg zu Wissen.

Klassische Weiterbildungsmassnahmen laufen über Präsenzseminare. Dies erfordert oftmals Reiseaufwand, da spezifische Weiterbildungskurse häufig nicht in unmittelbarer Nachbarschaft stattfinden. E-Learning-Angebote sind hier eine zeit- und kostensparende Option. Moderne Medien und mobile Geräte wie Laptops und Tablet machen den Unterricht ortsunabhängig. Daraus ergeben sich neue Lernformen mit unterschiedlichen Methoden und verschiedenen Lernkonzepten. Diese können schriftliche Schulungsunterlagen, Lerntools, Onlinevorträge oder den Austausch mit anderen Teilnehmern im Chat umfassen. Das bietet Teilnehmern die Chance individuell vorzugehen. E-Learning bietet den Vorteil der individuellen Themenwahl und die Ausrichtung am eigenen Lerntempo. Im Vergleich zu klassischen Weiterbildungsangeboten, bei denen alle Teilnehmer den Lernstoff in einem einheitlichen Tempo vermittelt bekommen, weist E-Learning einen ernstzunehmenden Mehrwert auf. Zudem fallen das individuelle Vorbildungsniveau der Teilnehmer und deren Lerntempo nicht ins Gewicht, da bei Online-Lernlösungen jeder seinen Lernrhytmus selbst bestimmen kann. Lernbegierige müssen Aufgaben und Übungen nicht zu bestimmten Zeitpunkt erledigt haben. Das erleichtert die Weiterbildung erheblich, da zeitliche Engpässe, die durch Familie und Beruf entstehen können, kaum negative Auswirkungen haben.

Eigeninitiative gefragt.

Die Vorteile des E-Learning stellen aber auch Anforderungen an Teilnehmer. Diese Lernmethoden verlangen ein gehöriges Mass an Eigeninitiative, Selbstmotivation, Eigenorganisation und Disziplin. Der Präsenzunterricht in einem Schulungs- oder Klassenzimmer verlangt eine adäquate Vorbereitung, Das übt einen gewissen Druck aus, notwendige Arbeiten nicht auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Auch die soziale Kontrolle der Lernenden untereinander und der gegenseitige Austausch, der die Motivation zum Lernen erhöht, fehlen. E-Learning-Angebote bieten zwar oftmals den Gedanken- und Wissensaustausch in Diskussions- und Chatforen, doch das ersetzt den persönlichen Kontakt nur unzureichend. Ein reales Zusammentreffen schafft die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen. Zudem lassen sich auch Netzwerke knüpfen, die im beruflichen Umfeld sehr nützlich sein können. So ist der persönliche Kontakt innerhalb einer Weiterbildung oftmals genauso wichtig, wie der Kursinhalt selbst.

Blended Learning.

Angesichts der Vor- und Nachteile von Präsenzunterricht und E-Learning stellt sich die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, die Vorteile beider Methoden zu kombinieren? Das Resultat dieser Überlegung ist das sogenannte Blended Learning. Die Stärken des «vermischten Lernens» liegen in der optimalen Ausgestaltung der Vorbereitungs- und Nachbereitungsphase von Lernprozessen. Die Vorbereitung von Präsenzveranstaltungen durch E-Learning sichert gleichartige Grundkenntnisse der Teilnehmer. Die elektronische Nachbereitung garantiert den Lerntransfer, den klassische Präsenzveranstaltungen nicht leisten können. So eignet sich Blended Learning besonders für praxisorientierte Schulungen von Arbeitsprozessen, insbesondere in der Prozessindustrie.

Die beste Wahl.

Welche Weiterbildungsform jetzt sowohl für Unternehmen als auch für Arbeitnehmer die richtige ist, lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Das ist von vielen Faktoren abhängig. Zum einen ist das individuelle Lernverhalten und die Affinität zu modernen Medien ausschlaggebend. Zum anderen spielt das Lernziel eine Rolle. Der Erwerb einer Zusatzausbildung via Fernunterricht gibt den Weiterbildungsweg bereits vor. Die Aneignung zusätzlicher Qualifikationen, wie beispielsweise einer Fremdsprache, lässt sowohl Präsenzunterricht als auch E-Learning zu. Da entscheiden letztlich die Präferenz und das jeweilige Angebot.

Doch eines ist klar: E-Learning, in welcher Form auch immer, wird das Thema Weiterbildung künftig bestimmen. Zum einen sind die Einsatzmöglichkeiten mobiler Geräte noch lange nicht ausgeschöpft. Zum anderen haben gerade Unternehmen die Chancen, die E-Learning bietet, noch nicht voll erkannt. Gerade in der betrieblichen Weiterbildung hilft E-Learning Arbeitnehmern und Arbeitgebern, konkurrenzfähig zu bleiben.