Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 10/2017, 02.10.2017

Produktschonend und – einfach zu reinigen

Ein Käseproduzent vertraut bei der Herstellung von Frischkäse seit Kurzem auf eine neue Sinuspumpe. Diese ist dank ihrer produkt-schonenden Eigenschaften optimal für die Lebensmittelindustrie geeignet.

Autor: Dominik Endres Endres Communications

Bilder: Watson-Marlow Fluid Technology Group

Goldsteig Käsereien Bayerwald gehört zu den führenden deutschen Käseproduzenten und betreibt eine der modernsten Käsereien Europas. In insgesamt drei Werken produziert das Unternehmen aus dem Bayerischen Wald mit 620 Mitarbeitern aus 860 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr knapp 100.000 Tonnen Käse. Die Betriebsstätte im niederbayerischen Tittling bei Passau hat sich neben Butter ganz auf die Herstellung italienischer Frischkäsespezialitäten fokussiert. «Wir produzieren hier vor allem Ricotta und Mascarpone», erläutert der Betriebsleiter Günther Schlattl.

Während der cremige Mascarpone mit Rahm hergestellt wird, benötigten die Fachleute für die Herstellung von Ricotta vor allem Molke – beides stammt aus einem anderen Betrieb, der die Rohstoffe nach Tittling liefert. Dort kommt eine Mikropartikulierungsanlage zum Einsatz. «Dieses moderne Verfahren hat den Vorteil, dass sich bei der Herstellung die Produktausbeute maximiert und keinerlei Abfallprodukte anfallen», erläutert Schlattl.

Schonender Transport für optimale Produktqualität.

Dem Produkttransport kommt im Produktionsprozess eine grosse Bedeutung bei. «Beim Pumpen handelt es sich um einen wichtigen Produktionsschritt, bei dem es vor allem auf die nötige Sorgfalt und eine produktschonende Förderung ankommt», so der Betriebsleiter. «Treten zu hohe Scherkräfte auf, dann könnte das die Bindung und damit die Struktur der Masse beschädigen.» Darunter würde die Endqualität des Frischkäses leiden: «Sowohl bei Ricotta als auch bei Mascarpone kommt es sehr stark auf die Textur des Endproduktes an», wie der Experte erklärt.

Für diese sensible Aufgabe kommt seit November 2015 eine neuartige Certa-Sinuspumpe von Masosine Process Pumps, einem Geschäftsbereich der Watson-Marlow Fluid Technology Group, zum Einsatz. «Wir verwenden bereits seit Jahren mehrere Sinuspumpen in der Butterproduktion und konnten uns von der produktschonenden Förderung dieses Pumpentyps überzeugen. Dank ihrer geringen Scherkräfte wird der empfindliche Rahm nicht beschädigt. Die Pumpe läuft seit gut einem halben Jahr ohne Probleme», bestätigt Schlattl.

Das kommt allerdings nicht von ungefähr, sondern ist konstruktionsbedingt: «Bei Sinuspumpen entstehen durch die Drehungen des sinusförmigen Rotors vier gleich grosse umlaufende Kammern. Die Abdichtung von der Druck- zur Saugseite gewährleistet der auf dem Rotor sitzenden Schieber. Da die Kammern im Ganzen verschoben werden, führt das zu schonenden Beförderung des Mediums von der Einlass- bis zur Auslassöffnung», erläutert Florian Walter, Product Manager bei Masosine Process Pumps.

Sanfter Transport für empfindliche Produkte.

Bei dem von der Käserei eingesetzten Modell Certa handelt es sich um eine komplett neu entwickelte Pumpe nach dem bewährten Sinusprinzip. Die Spezialisten haben Certa speziell für Einsätze in der Lebensmittel- und Getränke- industrie konzipiert. Daher verläuft die Förderung deutlich produktschonender als bei anderen Pumpenarten. «Im Vergleich zu anderen Pumpenarten wie beispielsweise Kreiskolbenpumpen ist unsere Sinuspumpe um bis zu 50 Prozent sanfter», berichtet Walter. Dadurch eignet sich die neue Pumpe insbesondere für scherempfindliche Fördermedien oder Medien, die grosse und empfindliche Partikel enthalten. Dies prädestiniert sie für eine Vielzahl an Einsätzen in der Milchindustrie: «Dank schonender, nahezu pulsationsfreier Förderung ändert sich die Konsistenz der Erzeugnisse – beispielsweise beim Joghurt – nicht. Auch grössere Fruchtstücke lassen sich schonend verarbeiten. Bei der Käseherstellung führt die sanfte Förderung von Käsebruch zu deutlich weniger Käsestaub und damit zu einem höheren Ertrag.»

Umfassende Zertifizierung.

Die Verantwortlichen bei Goldsteig können das nur bestätigen. «Für den Einsatz in Tittling sind ausserdem maximale Hygiene und CIP-Fähigkeit, inklusive der entsprechenden Zertifizierungen, entscheidend», ergänzt Schlattl. «Denn wir führen eine tägliche CIP-Reinigung mit einer Lauge durch.» Von den Leistungen der Sinuspumpe in diesem Bereich sind die Qualitätsverantwortlichen durchweg überzeugt: «Wir haben die Pumpe am Anfang einige Male geöffnet, um die Reinigungsergebnisse zu überprüfen: Und die Pumpe ist in der Tat absolut topsauber», berichtet der Betriebsleiter.

Massgebliches Ziel bei der Entwicklung von Certa war es, die hohen Ansprüche an Hygiene und CIP-Fähigkeit zu erfüllen: Daher haben die Eintwickler die Anzahl der produktberührenden Teile auf ein Minimum reduziert, um eine einfache Reinigung zu gewährleisten. Dadurch ist sie auch problemlos SIP-fähig. «Dank ihrer optimalen CIP-und SIP-Fähigkeit verfügt die Pumpe nicht nur über eine Zertifizierung nach EHEDG EL Klasse I, sondern – als eine von nur ganz wenigen Pumpen auf dem Markt – ausserdem auch über die Zertifizierung nach EHEDG EL Aseptik Klasse I», sagt Product Manager Walter. «Und natürlich ist sie auch nach 3A zertifiziert. Ausserdem erfüllen produktberührenden Teile die Anforderungen für den Kontakt mit Lebensmitteln nach EG 1935/2004 und FDA.» Verfügbar ist Certa in verschiedenen Grössen, für Födermengen bis fast 100 000 Liter pro Stunde verfügbar.

Wartungs- und verbrauchsarm für maximale Kosteneffizienz.

Besonders zufrieden ist der Betriebsleiter derweil mit der Zuverlässigkeit der neuen Pumpe. «Seit einem Dreivierteljahr ist die Pumpe bei uns im Einsatz und funktioniert seitdem absolut reibungslos. Bislang mussten wir auch noch keinerlei Ersatzteile austauschen, obwohl sie im Zweischichtbetrieb täglich bis zu zwölf Stunden läuft.»

Sinuspumpen sind anderen Pumpenarten hinsichtlich des Wartungsbedarfs schon von Natur aus deutlich überlegen. Die Certa-Pumpe vergössert diesen Vorsprung noch. Unter anderem hat der Hersteller die Zahl der Verschleissteile gegenüber früheren Modellen reduziert. Zu den niedrigen Gesamtbetriebskosten trägt aber auch der geringe Verbrauch bei. Sinuspumpen verbrauchen bauartbedingt bis zu 50 Prozent weniger Energie als vergleichbare Verdrängerpumpen, insbesondere bei höheren Viskositäten.


Weitere Informationen:
Watson-Marlow Fluid Technology Group
www.wmftg.ch



Die Certa-Sinuspumpe weist geringe Scherkräfte auf und ist daher optimal für den Transport sensibler Produkte in der Lebensmittelindustrie geeignet.


Dank schonender Förderung ändert sich die Konsistenz der Produkte nicht.