Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 12/2017, 05.12.2017

Für jedes Problem gibt es eine Lösung

Autor: Marc Lutz SGLWT-Präsident

Bilder: Martin Beltinger, LT

Das Jahresende von 2017 rückt näher und wie jedes Jahr steigert sich wohl bei manchem LT-Leser die Intensität, bis für viele an den Weihnachtstagen wieder Ruhe nach der hektischen Vorweihnachtszeit eintrifft. Neben dem gemütlichen Beisammensein, ist üblicherweise das gemeinsame Speisen im Familien- und Freundeskreis ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsbrauchs. Doch was können wir in der heutigen Zeit überhaupt noch essen? Die Medien berichten regelmässig von neuen Erkenntnissen und sind voll von Ratschlägen, was wir nicht zu uns nehmen sollten.

Appetitverderber wohin wir schauen.

Das Poulet zum Fondue-Chinoise, dem Nummer-eins-Weihnachtsmenu der Schweizer, verdirbt uns das Bakterium Campylobacter, vom roten Fleisch hält uns das damit verbundene erhöhte Krebsrisiko ab. Die dazu aufgetischten Saucen aus der Glaskonserve sind mit Weichmachern belastet, die aus der Convenienceabteilung durch E. Coli besiedelt. Gibts Reis dazu, sollten wir uns vor dem Arsen in Acht nehmen und die Pommes Chips sind aufgrund ihrer Acrylamid-Belastung auch keine geeignete Alternative. Der Wein ist geschwefelt und mit Kupfer versetzt, das Glyphosat nimmt uns die Lust am Bier. Der Lebkuchen enthält dank oder wegen des Honigs Spuren des Antibiotikums Chloramphenicol und das Insektizid Fipronil verdirbt uns den Mailänderligenuss. Schliesslich ist auch Veille Prune als Verdauungshelfer aufgrund der Semicarbaziden ungeeignet und der Kaffee durch Furan verseucht.

Wie der Spiegel kürzlich berichtete sind von den rund 140 000 Tausend auf dem Markt erhältlichen Chemikalien locker 300 verschiedene im Körper nachweisbar. Sollten wir uns deswegen Sorgen machen? Vielleicht, denn möglicherweise sind einzelne kritische Substanzen drunter, deren Toxikologie Experten noch nicht ausreichend geklärt haben. Wundern muss uns diese Erkenntnis nicht, denn der Mensch setzt mit seinem Verhalten tausende Stoffe in die Umwelt frei. Diese finden schliesslich über die Nahrungskette wieder den Weg in unser Essen und in unsere Körper. Das Leben ist und bleibt risikobehaftet und je mehr über diese Risiken bekannt wird, desto mehr neue Fragen drängen sich auf.

Uneinige Experten.

Offensichtlich ist es nicht ganz einfach, aus dem vorliegenden Datenmaterial eindeutige Schlüsse zu ziehen. So schlägt die aktuell stattfindende Diskussion um Glyphosat hohe Wellen. Die internationale Krebsforschungsagentur (IARC) hatte die Substanz vor zwei Jahren als «wahrscheinlich krebserregend» eingestuft. Das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vertritt aber eine andere Einschätzung und steht seitdem in der Kritik. Die von der IARC abweichende Einschätzung erklärt das BfR damit, die Krebsforschungsagentur prüfe lediglich die Eigenschaft eines Wirkstoffes, Krebs zu erzeugen – «nicht aber die Wahrscheinlichkeit, dass Krebs tatsächlich erzeugt wird, wenn dies von der Höhe der Aufnahmemenge abhängig ist». Wer hat denn jetzt Recht?

Wirkungsvolle Transformation.

Unabhängig welcher Institution wir mehr Vertrauen schenken mögen, ist die langfristig wirkungsvollste Massnahme, den Eintrag von Chemikalien in die Umwelt weitgehend zu minimieren. Ein Teil davon ist die Transformation zu einer nachhaltigeren schonenderen Landwirtschaft, möglichst ohne Ernteausfälle in Kauf nehmen zu müssen. Einen Beitrag zu dieser Entwicklung zu leisten, wird weiterhin die herausfordernde Aufgabe für zahlreiche Forschende sein. Die technischen Entwicklungen in den letzten Jahren unter anderem im Bereich des «Precision Farmings» der hydroponischen Pflanzenzucht oder den im Schwarm arbeitenden Unkrautjäteroboter, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen, lassen mich daran glauben, dass sich durch konsequente Erforschung und Einsatz von neuen Technologien die anstehenden Herausforderungen lösen lassen.

Ein wertvoller Tipp.

Ich hoffe, dass ich Ihnen nicht den Appetit verdorben habe. Die Weisheit «nicht das viele Essen zwischen Weihnachten und Neujahr macht dick, sondern das zwischen Neujahr und Weihnachten» gilt wohl auch für die potenziellen Giftstoffe die wir zu uns nehmen. Wenn Sie aber über die Feiertage trotzdem das schlechte Gewissen plagt, so sei Ihnen an dieser Stelle ein besonderes Rezept verraten.

In «Bild der Frau», die Fachzeitschrift für fachkundige Analysen über den Fortpflanzungsstatus europäischer Königshäuser, war nämlich kürzlich ein wertvoller Tipp für den Alltag zu lesen: eingekochtes Wasser: Dazu wird 1 L Wasser bei mittlerer Hitze ohne Deckel auf circa 875 ml eingekocht und in eine Thermosflasche gefüllt. Die erste Tasse auf nüchternen Magen trinken, den Rest über den Tag verteilt rund alle 30 Minuten in kleinen Schlucken. Die Ayurveda-Spezialistin Kerstin Rosenberg sagt dazu: «Dieser Prozess ordnet die Wassermoleküle neu, verdichtet ihren Molekularverbund und intensiviert die immunstärkenden Eigenschaften.»

Ich wünsche Ihnen frohe Festtage und für 2018 gute Gesundheit, viel Kraft und Lebensfreude, damit Sie das Vorgenommene erreichen können. Falls Sie sich den Freitag den 13. April 2018 noch nicht in den Kalender eingetragen haben, ist es höchste Zeit dies zu tun. Dann findet am Coop Logistikzentrum Schafisheim die SGLWT-Generalversammlung statt. Es würde mich sehr freuen, Sie dort zu treffen.



Marc Lutz, Präsident der SGLWT