Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Qualitätssicherung und Analytik: Ausgabe 03/2017, 07.03.2017

Unmessbares sicher messen

Die Optik eines Lebensmittels ist für Konsumenten ein wesentlicher Faktor, der eine Kaufentscheidung beeinflusst. Doch die Farbabmusterung ist keineswegs trivial. Ein innovatives System hilft das Unmessbare sicher messbar zu machen.

Autor: Sophia von Gehlen technische Vertriebsingenieurin

Bilder: VeriVide Limited

Das geläufige Sprichwort «Das Auge isst mit» kommt nicht von ungefähr – das Aussehen eines Lebensmittels ist ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung und beeinflusst die bewusste und unterbewusste Wahrnehmung des Geschmackes enorm. So spielen Farben eine wichtige Rolle bei der Qualitätssicherung. Doch Farbabmusterung mit Instrumenten wie Colorimeter und Spektralfotometer ist immer noch ein relativ neues Konzept im Nahrungsmittelbereich. Obwohl sich die Farbabmusterung mit diesen Geräten bereits bei verschiedenen einfachen Farbanwendungen bewährt hat, ist die Anwendbarkeit immer noch eingeschränkt. Viele Eigenschaften von heutigen Nahrungsmitteln stellen eine grosse Schwierigkeit für die Farbmessung dar. Das gilt besonders für Nahrungsmittel, die mehrfarbig, gebogen, uneben oder uneinheitlich in der Oberflächenerscheinung sind. Auch glänzende Nahrungsmittel und solche die sich mit der Zeit verändern, die puderartig oder sehr klein, flüssig oder nicht-fest sind, lassen sich nur schwer über Farbabmusterung beurteilen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass immer mehr Lebensmittelhersteller dem berührungslosen, digitalen Abbildungssystem Digi-Eye von Verivide bei der Produktion und Qualitätskontrolle ihrer Produkte vertrauen und das System seinen Vormarsch in mehr und mehr Bereiche der Lebensmittelindustrie ausbauen kann.

Mit dem Digi-Eye durch die Augen der Kunden schauen.

Das System stellt eine Kombination aus kontrollierter Beleuchtung und visuellen Beurteilungsprinzipien bereit, mit gleichzeitiger berührungsloser und nichtzerstörender Farbmessung. Das System liefert eine objektive Qualitätskontrolle durch:

  • kontrollierte, gleichmässige Beleuchtung – völlige Ausblendung des Umgebungslichtes.
  • nichtzerstörende Messung – kein Zermahlen beziehungsweise keine Mustervorbereitung notwendig.
  • Gleichzeitige Messung von verschiedenen Mustern für Produktionseffektivität.
  • Kalibrierte Druck- und Monitorausgabe für fotografische Qualitätsstandards.

Unmessbares sicher messen.

Die digitale Farbmessung macht es möglich, dass die Schokolade immer den gleichen Braunton hat, die Kirschen im Kuchen gleichmässig verteilt sind, der Haferkeks immer gleich knusprig gebräunt erscheint oder qualitativ minderwertige Lebensmittel sofort erkennbar sind. Ob feste Nahrungsmittel mit ungleichmässigen oder glänzenden Oberflächen, Pulver oder Flüssigkeiten, – das digitale System arbeitet komplett berührungslos und unterscheidet bei der Farbmessung zwischen Verpackung, Produkt und einzelnen Inhaltsstoffen. So lassen sich auch optisch heterogene Lebensmittel wie frischer Fisch oder Nussschokolade optimal messen. Damit punktet das digitale System gegenüber traditioneller Farbmessung, die lediglich punktuell messen und Durchschnittsfarbwerte präsentieren, ohne zwischen den einzelnen Zutaten oder Strukturen zu differenzieren. Zusätzlicher Pluspunkt des DigiEye: Durch die berührungslose Farbmessung gibt es kein Risiko, dass der Messakt die Ergebnisse verfälscht.

Objektive Farbmessung durch optimale Lichtbedingungen.

Digi-Eye sieht die Lebensmittel dabei genau wie der Konsument – zum Beispiel durch das Glas der Weinflasche. Diese wird in einen sogenannten DigiCube geführt, der das Umgebungslicht gänzlich abschirmt und so die gewünschten Lichtbedingungen erzeugt. Dafür kommen, für das Digi-Eye produzierte, D65-Leuchtstoffröhren zum Einsatz. Um die Lichtbedingungen zu perfektionieren, setzt der Hersteller zusätzlich LED ein. Im Cube können Anwender nach Bedarf wahlweise diffuses oder direktes Licht erzeugen, abgestimmt auf die Oberflächenstruktur der zu untersuchenden Lebensmittel. Die Umstellung erfolgt einfach manuell durch das Umklappen von Spiegeln. Die Software steuert dann die hochauflösende Kamera. Diese erzeugt HDR-Bilder, die im RGB-Format abgespeichert und auf einem externen kalibrierten Monitor angezeigt werden, der die Farben originalgetreu wiedergibt. Mit der Software lassen sich die Ergebnisse in verschiedenen Farbsystemen darstellen.

Qualitätskontrolle verbessern und Produktionsschritte analysieren.

Ganz ohne vorheriges Wissen in der Anwendung von Farbmessgeräten können Mitarbeiter innerhalb von nur zwei Tagen in die Arbeit mit dem digitalen System eingeführt werden. Die Anwendungsbereiche des Digi-Eye sind dabei vielseitig. Die genauen Ergebnisse erlauben die Qualitätskontrolle der Verpackungsfarbe oder des Lebensmittels, lassen Rückschlüsse auf Produktionsunterschiede zu, die sich in differenzierter Farbgebung niederschlagen können und reduzieren ganz nebenbei auch die Menge an unverkäuflichen Produkten. Die erfassten Daten werden gespeichert und lassen sich bei Bedarf zwischen unterschiedlichen Dependancen eines Herstellers austauschen, um Standards zu sichern. Dank seines vielseitigen Einsatzes ist das Digi-Eye aus der Qualitätskontrolle vieler internationaler Global Player nicht mehr wegzudenken.

 


Weitere Informationen:
Carl von Gehlen Spezialmaschinen und
Zubehör GmbH & Co. KG
www.carl-von-gehlen.de

 



Mit dem Digi-Eye-System lassen sich Farbunterschiede leicht erkennen und von der Norm abweichende Produkte ausschleusen