Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Weiterbildung: Ausgabe 03/2017, 07.03.2017

Win-win-Situation für Forschung und Industrie

Gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte sind für Unternehmen die Grundlage für den Firmenerfolg. Das Masterstudium Life Sciences bietet eine Win-win-Situation für Wissenschaft und Wirtschaft, denn top ausgebildete Studierende können während des Masters praxisorientierte Lösungen erarbeiten.

Bilder: ZHAW, Wädenswil / Fotograf: Frank Brüderli

Die Anforderungen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie an angehende Fach- und Führungskräfte sind enorm. Eine gute Ausbildung ist hierfür schon die halbe Miete. Mit einem Bachelorabschluss in der Tasche, sind Absolventen gut für das Berufsleben gerüstet. Es gibt jedoch die Möglichkeit, sein Wissen mit einem Masterstudium zu vertiefen. Fachhochschulen wie die ZHAW, BFH-HAFL und die HES-SO Wallis bieten dazu lebensmittelspezifische Vertiefungen im Kooperations-Master of Science in Life Sciences an.

Studiumsaufbau.

Das auf drei Semester angelegte, modular aufgebaute Vollzeitstudium umfasst insgesamt 90 Credits (ETCS). Die Master Thesis zählt mit 40 Credits (ZHAW) beziehungsweise 30 Credits (BFH-HAFL, HES-SO) zum Kernstück des Studiums. Die Arbeit baut auf Forschungsleistungen im Studium auf und dient zur Beantwortung einer expliziten Fragestellung und Erarbeitung einer konkreten Lösung mit Relevanz für die Arbeitswelt.

Kooperation.

Der Master of Science in Life Sciences ist ein Kooperationsangebot der Zürcher Fachhochschule (ZFH), Berner Fachhochschule (BFH) und Haute Ecole Spécialisée de la Suisse occidentale (HES-SO). In Seminarwochen in Spiez und im regulären gemeinsamen Unterricht in der Region Bern profitieren die Teilnehmenden von den Kompetenzen aller vier Kooperationspartner und können sich interdisziplinär austauschen. Der Unterricht findet in den Modulen der Entrepreneurial Skills und der Advanced Life Science Skills gemeinsam auf Englisch statt.

Schritt für Schritt zum MSc Life Sciences.

Das Studium zum MSc Life Sciences umfasst drei Kompetenzbereiche:

Entrepreneurial Skills (12 ECTS):

Die Studierenden lernen in insgesamt drei Seminarwochen die Schnittstellen zwischen dem technisch-wissenschaftlichen Kernbereich und dem wirtschaftlichen sowie sozialen Umfeld zu verstehen und zu nutzen. Dazu müssen die Masterstudierenden drei aus den fünf angebotenen Modulen auswählen:

  • Business Management
  • Communication and Market
  • Innovation and Knowledge Management
  • Leadership
  • Society and Politics

Advanced Life Science Skills (18 ECTS):

Zur Vorbereitung auf die fachliche Spezialisierung vertiefen die Teilnehmenden ihr Life-Science-Wissen und wählen sechs aus vierzehn Modulen:

  • Applied Statistics
  • Biodiversity
  • Cellular and Molecular Physiology
  • Data Management and Visualisation
  • Life Cycle Assessment
  • Management of R&D Projects
  • Materials Science
  • Modelling of Complex Systems
  • Natural Substances
  • Nutrition and Nutrition-related Chronic Diseases
  • Polymers & Applications
  • Quality Excellence
  • Sustainable Development in Natural Resource Management
  • Sustainable Sourcing, Processing and Tracing of Food

Vertiefungsmodule:

Der dritte Schwerpunkt liegt auf den Vertiefungsmodulen, die je Studiumsangebot der jeweiligen Hochschule gestaltet sind.

Master Thesis:

Mindestens ein Drittel des Studiums steht für die Masterarbeit zur Verfügung, die das Kernstück des Studiums ist. Das Thema wählen Studierende bereits zu Beginn des Studiums mit der Studienkoordination. Gemeinsam mit Vertiefungsleitung und Master-Thesis-Betreuung finden die Studierenden den Bereich beziehungsweise das Thema ihrer Masterarbeit und entscheiden über die passenden Wahlmodule. Abgestimmt auf Interessen und Ziele entsteht ein individuell angepasstes Studienprogramm. Moderne E-Learning-Tools erleichtern den Anteil des Selbststudiums, mit dem die Ausbildung zeitlich flexibel gestaltbar ist.

Berufsbegleitend und in Teilzeit.

Das Vollzeitstudium lässt sich auch berufsbegleitend und in Teilzeit absolvieren. Damit erhöht sich zwar die Studiendauer, doch Studierende können in dieser Zeit bereits Geld verdienen, sich um die Familie kümmern oder sich einem zeit-intensiven Hobby widmen. Aus welchen Gründen auch immer sich Studierende dafür entscheiden, das Angebot der Hochschulen für ein Teilzeitstudium bietet die Gelegenheit dafür.

Studienbeginn.

Das Masterstudium beginnt jeweils im Februar und im September. Der Anmeldeschluss ist der 31. Oktober beziehungsweise der 30. April. Interessierte können sich an Infoveranstaltungen im Frühling und im Herbst mit dem Masterstudium und den entsprechenden Vertiefungsrichtungen näher befassen.


Weitere Informationen für Studierende:
ZHAW: www.zhaw.ch/ilgi/master
BFH-HAFL und HES-SO Wallis:
http://tinyurl.com/h95n63o
Ansprechpartner für die Industrie:
ZHAW: Sandra Burri, Leiterin Vertiefung Food and Beverage Innovation
(sandra.burri@zhaw.ch)
BFH-HAFL: Daniel Heine, Koordinator MSc in Life Sciences Vertiefung Food, Nutrition & Health (msc-fnh.hafl@bfh.ch)
HES-SO: Wilfried Andlauer, Leiter der Vertiefung Lebensmitteltechnologie,
(Wilfried.Andlauer@hevs.ch)





High Potentials meet Industry – ein Modell des ILGI (Institut für Lebensmittel- und Getränkeinnovation) der ZHAW, Wädenswil


Als High Potentials gelten gut ausgebildete Fachleute mit exzellentem BSc-Abschluss, die mit einem Masterstudium der Vertiefung Food and Beverage Innovation ihr Wissen und ihre Kompetenzen erweitern möchten. Eine Win-win-Situation stellt die Form der Zusammenarbeit der High Potentials, begleitet und unterstützt von der Wissenschaft respektive von der Hochschule, mit der Wirtschaft dar.

Dazu Sandra Burri, Leiterin Vertiefung Food and Beverage Innovation der ZHAW:

«Die Vorteile liegen auf der Hand: Studierende können sich durch eine Teilzeitanstellung ihr Studium selbst finanzieren und gleichzeitig ein interessantes und vor allem praxisrelevantes Projekt bearbeiten.

Unternehmen können ihr Projekt oder ihre Fragestellung durch Studierende bearbeiten lassen, die aktuelles Know-how um neue Technologien und Forschungsergebnisse einbringen können und Zeit haben, sich vertieft mit der Analyse von Problemen und Entwicklung von Lösungsansätzen zu beschäftigen. Ausserdem werden die Studierenden von uns eng betreut, dadurch können Firmen unsere Infrastruktur und Expertise indirekt nutzen.

Darüber hinaus bietet sich für Studierende und Unternehmen die Chance, nach dem Masterabschluss der Studierenden das Anstellungsverhältnis beizubehalten respektive weiterzuentwickeln.

Wir als Hochschul-Institut wiederum können unser Know-how aus Forschung und Prozessentwicklung bei den Unternehmen direkt umsetzen und bleiben so näher an den Bedürfnissen der Praxis dran.

In diesem Dreieck von Studierenden, Unternehmen und Hochschule können wir somit die Triple-win-Situation schaffen, die viele Bedürfnisse erfüllt, indem wir verschiedene Kompetenzen und Ressourcen bedarfsorientiert kombinieren.

Bei unserem High Potential Programm sind individuell verhandelbare Varianten von Anstellung und Projektzusammenarbeit möglich. Studierende können beispielsweise über die gesamte Studienzeit (circa 3 Jahre) in Teilzeit (zu circa 40 bis 60 Prozent) bei einem Industriepartner angestellt sein und ihre Masterarbeit (circa 1 Jahr) machen. Dabei kann das mögliche Kooperationsprojekt je nach Umfang während der Masterarbeit (40 ECTS entspricht 1200 Stunden) oder bis über die gesamte Studienzeit bearbeitet werden. Die Studierenden können je nach Projektzusammenarbeit und -volumen, auch bei der ZHAW angestellt werden.»