Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Prozessautomatisierung: Ausgabe 05/2017, 08.05.2017

Erfrischend schnelles Datenmanagementsystem

Vorbeugende Instandhaltung ist bei der Warsteiner Brauerei gut geübte Praxis. Und trotzdem gibt es unvorhergesehene Einsätze der Instandhalter. Da jedoch der aktuelle Softwarestand für jede SPS zentral abgelegt ist, geht hier keine Zeit mit dem Suchen verloren.

Autor: Silke Glasstetter, Marketing Manager, Auvesy

Bilder: AUVESY GmbH & Co KG

Bei dem sauerländischen Familienunternehmen Warsteiner arbeitet der Ingenieur Thomas Wenthaus in der Abteilung Betriebsengineering. Die «Automatisierer», wie Wenthaus seine Abteilung liebevoll nennt, betreuen die bestehenden Prozessanlagen für den Bereich Leittechnik, optimieren Abläufe und entwickeln neue Prozessabläufe in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen, wenn es um Anlagenerweiterungen oder neue Projekte geht.

Zur Betreuung der Prozessanlagen gehören selbstverständlich die Wartung von Anlagen und das Wiederanfahren von Maschinen oder Anlagenabschnitten. Für unterschiedliche Betriebsabschnitte hatten die Instandhalter jeweils eigene Sicherungen angelegt und den Zugriff unterschiedlich organisiert. Dazu sind die Mitarbeiter auf die Versionierungslösung Versiondog umgestiegen. Zunächst hatten die Fachleute in einem Teilbereich der Produktion begonnen, für jede SPS die jeweils aktuellen Daten zu speichern. Nach und nach erstreckte sich das Versions- und Datenmanagement auf immer mehr Bereiche bis hin zur Abfüllung: «Heute ist das gar nicht mehr wegzudenken. Das Ergebnis der zentralen Datenablage ist eine vollständige Änderungshistorie, die die standortübergreifende Arbeit von rund 60 Usern abbildet», sagt Wenthaus. Denn neben der Brauerei in Warstein ist noch eine weitere Brauerei der Unternehmensgruppe in die Versionierungslösung integriert. Zukünftig soll auch die Verwaltung der SPS-Programme aller anderen Standorte zentral in Warstein erfolgen.

Exakte Dokumentation.

Eine gewisse Arbeitsdisziplin erfordert Versiondog durchaus. Alle Fachkräfte sind gefordert, ihre Arbeit akribisch zu dokumentieren. Das tun sie mittlerweile auch gerne, weil alle Beteiligten die Vorteile erkannt haben.

Ist eine solche Software kosteneffizient?

Als Antwort schildert Wenthaus ein Szenario aus seinem Arbeitsalltag: «Wir haben unsere Maschinen stark vernetzt. Steht eine Maschine, stockt unter Umständen die ganze Abfüllung.» Kosteneffizient sei es, keine Zeit zu verlieren. «Dank der Versionierungslösung sind wir in der Lage, Fehler viel schneller zu lokalisieren und die Anlage wieder zum Laufen zu bringen.» Konkret beziffern lasse sich die zeitliche Einsparung nur schwer, sagt Wenthaus, weil es immer davon abhänge, wo der Fehler auftrete. Das gilt in gleichem Mass für die eingesetzten Roboter. «Ein falscher Datensatz und die Abstimmungs- und Parametrierarbeit, vielleicht von Wochen, ist dahin», sagt der Ingenieur. «Dann greift der Roboter daneben.» Auch die Einstelldaten von Verpackungsmaschinen sind eine Millimeterarbeit. «Das Schöne bei ‹Versiondog› ist, dass wir wissen, welche Datensätze wir zu welchen Zeitpunkt gesichert haben und wer was wo und warum geändert hat.»

Ein zentrales Leitsystem steuert die gesamte Produktion, was insbesondere in der Abfüllung eine Herausforderung ist, denn hier gibt es vergleichsweise viele einzelne Maschinen, die jedoch miteinander vernetzt sind. Alle Daten werden gesammelt und ausgewertet. Das hat für die Instandhalter durchaus praktischen Nutzen. Über eine statistische Auswertung lassen sich Schwachstellen finden und die Ursache von Ausfällen konsequent abstellen. Das Prozessleitsystem verarbeitet und wertet Prozessdaten generell aus.

Ohne Bypass.

In der Prozesstechnik der Brauerei gibt es keinen Bypass zur Absicherung. Der erfahrene Ingenieur betont, dass die Datensicherung und Versionierung für einen schnellen Re-Start unverzichtbar sei. Alle Steuerungen sichern die Mitarbeiter via Versiondog. Tritt bei einer Baugruppe ein Fehler auf oder fällt sie gar aus, wird nicht lange repariert, sondern 1:1 ausgetauscht, der entsprechende Softwarestand vom Server gezogen, aufgespielt – und die Station oder Anlage läuft direkt wieder. Das erfordert ein gewisses Mass an Disziplin bei Änderungen und Anpassungen einer SPS.

Die Server-Client-Architektur erlaubt es, sich mit jedem beliebigen Programmiergerät anzudocken und über den zentralen Server auf die benötigte Datei oder Softwareversion zuzugreifen. Das Arbeiten mit der Versionierungslösung sei sehr einfach und übersichtlich – nicht zuletzt weil sich Projekte nicht so einfach löschen lassen.

Zusätzliches Hilfsmittel für die Elektriker und Automatisierer.

Neben Projektierungsdaten versionisieren Mitarbeiter auch Excel-Dokumente, beispielsweise sind Datenlisten und Vernetzungspläne im System abgelegt. Selbst mitten in der Nacht können sich die Fachleute den entsprechenden Detailplan runterladen, Anschlussdetails beispielsweise einer Bus-Komponente anschauen und sind so in der Lage, eine Anlagenstörung schnell und ohne zusätzliche Hilfe zu beheben. Je nach Prozessrelevanz der Steuerungen zieht das Personal Backups. Nicht alle SPS werden täglich gesichert. Pro Tag sind es etwa 40 Abzüge, pro Woche aber dann doch zwischen 300 und 400.

Mit dem «UserClient» lassen sich die entsprechenden Versionen verwalten und auch Projekte anlegen. «Diese Oberfläche ist unser täglich Brot», sagt Wenthaus. Er selbst hat aber immer auch den «Reportclient», der bei der detaillierten Fehlersuche hilft, im Blick. Als Administrator für den Bereich Prozessleittechnik arbeitet er zudem regelmässig mit dem «Adminclient», um zum Beispiel die automatischen Backups und die Benutzerverwaltung zu konfigurieren. Die Versionierungslösung erlaubt die Vergabe ganz unterschiedlicher Zugriffsrechte, je nach Anlagenabschnitt, aber auch nach Entscheidungshierarchie. Auch die Zusammenarbeit mit Fremdfirmen, beispielsweise bei Anlagenerweiterungen, läuft dank Versiondog und dem so genannten «Lieferanten-Check-Out» reibungslos. Jeder berechtigte User kann diese Funktion ausführen.

Eine entscheidende Konsequenz hat die Arbeit mit der Versionierungslösung nach Jahren schon, auch wenn es rückblickend vielleicht banal klingen mag: Das Betriebsengineering achtet bei neuen Projekten oder Anlagenteilen darauf, dass Mitarbeiter die Steuerungen auf jeden Fall vernetzen. «Für unsere Abläufe ist es vorteilhaft, wenn wir jederzeit den gleichen Wissensstand haben. Die Vernetzung sorgt dafür, dass wir problemlos vom Büro aus die aktuellen Projektstände abrufen und bearbeiten können. Das schont unsere Ressourcen und spart Zeit», erklärt Wenthaus


Weitere Informationen:
AUVESY GmbH & Co KG
www.auvesy.de
www.versiondog.de