Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Qualitätssicherung und Analytik: Ausgabe 05/2017, 08.05.2017

Nachhaltigkeit und – Sicherheit kombiniert

Nachhaltigkeit hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Nachhaltige Produkte schonen Ressourcen, sparen Kosten und bieten Sicherheit. Fachleute betrachten dabei ökologische und ökonomische Qualitäten über den gesamten Produktlebenszyklus.

Autor: Manuela Sterns Marketing & PR Frank Buchholz Marketing & Academy

Bilder: KÖTTERMANN GmbH & Co KG

Bei der Entwicklung von Laborabzügen steht der gesamte Produktlebenszyklus mit den ökologischen und ökonomischen Auswirkungen im Vordergrund. Denn Abzüge entziehen dem Laborraum klimatisierte Luft, deren Aufbereitung energieaufwendig und damit teuer und umweltbelastend ist. Eine Reduktion des Luftverbrauchs ist somit neben der Sicherheit eine der wichtigsten Anforderungen für die Abzugsproduk-tion bei Spezialisten.

Nachhaltigkeit hat auch eine gesellschaftliche Komponente:

Die Verantwortung gegenüber Menschen. Die resultiert in der Kernanforderung von Laborabzügen – der Sicherheit. Abzüge müssen Menschen bei ihrer täglichen Arbeit im Labor schützen. Dazu sind in den berufsgenossenschaftlichen Richtlinien und der europäischen Abzugsnorm (EN 14175 Teil 2) drei Schutzziele definiert:
Abzüge müssen so beschaffen sein, dass durch ihre Bauweise und Luftführung im Betriebszustand

  • Gase, Dämpfe oder Stäube in gefährlicher Konzentration oder Menge aus dem Abzugsinneren nicht in den Laborraum gelangen können,
  • sich im Abzugsinneren keine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann und
  • Anwender gegen verspritzende gefährliche Stoffe oder umherfliegende Glassplitter geschützt sind.

Zwei Komponenten sind bezüglich des Rückhaltevermögens des Abzugs – beschrieben im ersten Absatz der Abzugsnorm – zu beachten: Die bauliche Ausführung des Abzugs und dessen benötigte Abluftmenge. Bei festgelegter baulicher Ausführung gilt die Faustformel: Je grösser die Abluftmenge, desto besser das Rückhaltevermögen, desto sicherer der Abzug. Damit verhalten sich Wirtschaftlichkeit und Sicherheit umgekehrt proportional zueinander. Höhere Sicherheit lässt sich durch höhere Betriebskosten erreichen. Die Senkung der Betriebskosten, unter Erhaltung der Sicherheitsanforderungen, lässt sich daher nur durch durchdachtes Produktdesign erzielen. Ein Beispiel hierfür ist der Laborabzug Exploris Ecoplus, der aufgrund einer besonderen Lufttechnik und Bauweise einen geringen Luftvolumenstrom benötigt.

Technik im Detail.

Mit einem empfohlenen Volumenstrom von 275 m³/h pro Meter Abzugsbreite verbraucht der Laborabzug eine gegenüber einem marktüblichen Standardabzug um etwa 30 Prozent reduzierte Abluftmenge. Das spart bis zu 1000 Euro Betriebskosten pro Jahr. Kernstück des Laborabzugs ist seine innovative Strömungstechnik: Diese erlaubt, den Luftvolumenstrom zu reduzieren und gleichzeitig allen Anforderungen an die Sicherheit gerecht zu werden. Der Anspruch war besonders bei diesem Thema hoch: Im Robustheitstest zur Bewertung des Leistungsvermögens von Abzügen liegt der Prüfgasausbruch des Laborabzugs um 70 Prozent unterhalb des von der BG RCI geforderten Grenzwertes für Abzüge. Und das ohne kostenintensive Zuluft, dank der intelligenten Innenraumgeometrie.

Einsparpotenziale.

Eine weitere Chance der Einsparung stellt die Verwendung von Abluftregelsystemen wie Exploris Aircontrol dar, die bei geschlossenem Frontschieber den Abluftstrom reduzieren, ohne die Sicherheit des Abzugs zu gefährden. Dieser ist die Symbiose des in der Abzugsbranche bewährten Abluftregelsystems der Firma Schneider mit der Köttermann Abzugselektronik Exploris Touchtronic. Abluftregelungen sorgen dafür, dass sich der Abluftvolumenstrom in Abhängigkeit von der Frontschieberöffnung über eine motorisch angetriebene Stellklappe regelt. Für jeden Betriebszustand des Abzugs wird dem Laborraum gerade so viel Luft entnommen, wie für den sicheren Betrieb des Abzugs notwendig ist. Bei geschlossenem Frontschieber lässt sich so der Volumenstrom eines Abzugs um etwa 50 Prozent gegenüber dem geöffneten Zustand reduzieren. Individuell, je nach Laboranforderungen, ist die Entscheidung zu treffen, welches System das geeignete ist – Niedrigenergieabzüge oder Systeme mit Abluftregelung.

Zusammenfassend gilt ein Abzug als sicher, wenn er dem Stand der Technik entspricht, nach bestehenden Normen geprüft ist und dabei die vorgeschriebenen Grenzwerte mit grossen Sicherheitsreserven einhält. Beim Spezialisten testen die Fachleute Laborabzüge im hauseigenen, zertifizierten Prüflabor unter Einhaltung der Norm DIN EN 14175. Im praktischen Laboreinsatz ist der Abzug immer Teil einer Prozesskette. Viele Parameter bestimmen deren Sicherheit, die nicht nur durch die Bauart des Abzugs, sondern auch durch dessen Gebrauch beeinflusst werden.

Unternehmen sollten sich deshalb folgende Fragen stellen: Wird die Luftführung des Abzugs durch äussere Einflüsse des Aufstellungsortes gestört? Je grösser die Gefährdung durch die im Abzug durchgeführten Prozesse ist, desto wichtiger ist, dass die Luftführung nicht durch vorbeigehende Personen oder Zugluft im Labor beeinflusst wird. Wer arbeitet am Abzug? Ist das Personal ausreichend erfahren, um die anfallenden Arbeiten gefahrlos durchführen zu können? Gibt es Betriebsanweisungen und leben die Mitarbeiter diese im Alltag? Ist die Prozessführung optimal? Sind verwendete Chemikalienmengen auch im Falle einer Havarie unkritisch? Werden beispielsweise brennbare Gefahrstoffe in Glasgefässen gehandhabt, muss auch im Falle eines Unglücks sichergestellt sein, dass die Bildung einer explosionsfähigen Atmosphäre verhindert wird.


Weitere Informationen:
KÖTTERMANN GmbH & Co KG
www.koettermann.com