Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 07-08/2017, 07.08.2017

Produktkennzeichnung für Pulver und Pillen

Die eindeutige Produktkennzeichnung hat mehrere Funktionen. Sie sorgt zum einen durch die Serialisierung für eine optimale Produktsicherheit und ist unverzichtbar im Kampf gegen Produktpiraterie. So sind moderne Systeme eine grosse Hilfe für Produzenten.

Autor: Selma Kürten-Kreibohm Redakteurin

Bilder: Bluhm Systeme GmbH

Das Unternehmen Nutrichem diät + pharma ist Lohnhersteller für die Entwicklung, Produktion, Abfüllung und Verpackung von Nahrungsergänzungsmitteln, Diätprodukten, Arzneien, Sportnahrung, klinischer Ernährung und einigem mehr. Das ISO-zertifizierte Unternehmen ist unter anderem spezialisiert auf die sterile Abfüllung sensibler Produkte in Beutelverpackungen. Der Betrieb füllt ausserdem in Glas- und PET-Flaschen, Ampullen und Verpackungen für Pulverprodukte ab.

Gerade in den Hygienebereichen setzt der Nahrungsergänzungsmittel- und Pharmahersteller auf Thermotransfer-Direktdrucker Linx TT. Damit lassen sich Chargen- und Haltbarkeitsinformationen auf Schlauchbeutel aufbringen. Dort, wo Mitarbeiter nur mit Schutzoverall, Kapuze, Handschuhen und Mundschutz Zutritt haben, arbeiten die Drucker weitgehend eigenständig und ausdauernd. «Einmal eingestellt, drucken die Linx TT bei uns rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche», erzählt Produktionsleiter Peter Jonigkeit-Burke und erläutert: «Unsere Mitarbeiter geben über die intuitive Bedienoberfläche die nötigen Daten per Touchdisplay ein, und schon startet der Drucker vollautomatisch.»

Drucker arbeitet selbstständig hinter der Sicherheitsschleuse.

Die Linx-TT-Thermotransfer-Direktdrucker lassen sich überall dort einsetzen, wo sofort auf eine Folienverpackung gedruckt werden soll: in der Nahrungsmittelindustrie, der Süsswarenproduktion oder der Metallverarbeitung. In der Verpackungsanlage für aseptisch abgefüllte Schlauchbeutel ersetzte der Drucker einen anderen. «Der ‹Heisspräger› sollte in der Lage sein, Klartext wie auch zweidimensionale Datamatrix-Codes mit einer Auflösung von 300 dpi aufzubringen – und damit den Anforderungen eines koreanischen Kunden entsprechen. Gleichzeitig sollten aber auch zwei Schlauchbeutel pro Takt gekennzeichnet werden. Dank der Druckbreite von 110 Millimeter reicht uns für diese Aufgabe ein einziger Drucker», freut sich der Produktionsleiter. «Früher hatten wir zwei Heisspräger im Einsatz. So sparen wir nun unter anderem auch Rüstkosten.» Für den Lebensmittelbereich wichtig ist auch, dass der Thermotransferdrucker der Schutzklasse IP65 entspricht.

Das Drucken geht schnell und exakt. Dafür sorgt die «Corner-Edge-Technik». Der Thermodruckkopf steht in einem Winkel von 30 Grad zur Folie. Dadurch sind besonders kleine Schriften, Logos oder Barcodes in sehr hoher Druckgeschwindigkeit von bis zu 1 Meter pro Sekunde realisierbar. Dank der Foliensparautomatik reicht ein Folienvorrat von 1000 Metern sehr lang. Diese Sparfunktion hebt den Thermodruckkopf von der Folie weg, wenn es gerade nichts zu drucken gibt. Das reduziert den Farbbandverbrauch. Nutrichem spart somit Geld.

Drucken statt Etikettieren spart Kosten.

Weniger abgeschirmt, aber nicht weniger effizient arbeiten weitere Drucker an verschiedenen Verpackungsstationen. Beispielsweise beschriftet der Grossschriftdrucker Umkartons mit grossen Texten, Logos und Barcodes. Der Produktionsleiter sagt über den Drucker: «Früher haben wir hier Etiketten per Laserdrucker erzeugt und von Hand aufgeklebt. Nun haben wir das Markoprintsystem seit vielen Jahren im Einsatz. Diese Investition hat sich wirklich gelohnt. Das Druckbild sieht hervorragend auf den Kartons aus.»

Der Drucker arbeitet mit Trident-Druckköpfen und ist ausgelegt auf die Bedruckung von Trays und Kartonagen mit ölbasierenden Tinten. Er ist eine gute Alternative zum Etikettierer. Mit einem kleinen Druckkopf sind Schrifthöhen bis 50 Millimeter machbar. Die Verantwortlichen des Pharmaherstellers entschieden sich für den grösseren Druckkopf. Somit können sie dort Zeilen mit bis zu 100 Millimeter Höhe drucken. Bei Nur-Text-Drucken lassen sich maximale Druckgeschwindigkeiten von 200 Meter pro Minute erreichen. Dafür, dass die Druckdaten präzise mit bis zu 300 dpi Auflösung auf die saugfähigen Oberflächen gelangen, sorgen die 768 Druckdüsen des Druckkopfes.

Fit für Anforderungen der Zukunft: die iDesign-Software.

Die iDesign-Software eignet sich für die Gestaltung des Druck-layouts. Damit lassen sich neue Texte schnell auf dem PC gestalten, egal ob mit Logo oder Barcode. Ein USB-Kabel überträgt die Daten an den Drucker, der sofort zu drucken beginnt. Zudem ist die Software voll netzwerkfähig und kann ihre Daten mit den Datenbanken des Unternehmens austauschen. Dieses Feature nutzen die Fachleute an anderer Stelle, wo die fertig produzierten Schlauchbeutel mit Umverpackungen versehen werden. Dort kommt es auf Geschwindigkeit und dynamische Datenverarbeitung an. Denn pro Jahr produziert und verpackt das Unternehmen etwa 12 Millionen Einheiten Schlauchbeutelverpackungen. Hohe Anforderungen gelten für die Sicherheit und die Rückverfolgbarkeit der Produkte. Jede Verpackung muss exakt mit Chargen- und Artikelnummer sowie dem Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sein. Manche Kunden verlangen diese Angaben zusätzlich noch in der Form eines Datamatrix-Codes.

Diese anspruchsvolle Aufgabe löst der Nahrungsergänzungsmittelhersteller mit einem Markoprint-Drucker mit Touch-Display. Das Steuersystem arbeitet mit der Software iDesign Touch. Sie ist direkt mit den Produktdatenbanken verbunden. Von dort lassen sich einzelne dynamische Informationen, durchaus aber auch komplette, jeweils wechselnde Layoutpakete laden. Bedienereingaben sind in diesem Fall kaum noch nötig. Normalerweise legen die Bediener die Layouts aber direkt am Steuergerät an und rufen sie von dort auch auf.

Mit der Netzwerkfähigkeit und der Datenbankfunktion «DB Print» ist die Software optimal vorbereitet auf die kommenden Herausforderungen namens «Serialisierung». Aus Gründen der Produktsicherheit und im Kampf gegen Produktpiraterie drängen gerade Pharmahersteller vermehrt darauf, jede Produktverpackung mit einer eindeutigen Seriennummer zu versehen. Diese soll nicht einfach linear hochgezählt, sondern verschlüsselt in Form eines Datamatrix-Codes aufgebracht werden. Dazu bekommt das Produkt auf Datenbank-ebene nach einem speziellen Verfahren eine eindeutige Nummer zugewiesen. Der Drucker loggt sich über das Netzwerk per ODBC in die Datenbanken ein, ermittelt die zu druckenden Daten und bringt sie auf die Schachtel auf. Apothekenmitarbeiter scannen dann den Datamatrix-Code. Die Serialisierungsinformationen geben so Hinweise darauf, ob es sich wirklich um originale Präparate handelt.

Damit die gedruckten Informationen später einlesbar sind, müssen sie gut lesbar sein. Das wird direkt nach dem Drucken geprüft. Eine Kamera liest jeden einzelnen Datamatrix-Code automatisch aus. Ist er unlesbar oder sind die enthaltenen Informationen falsch, wird die entsprechende Verpackung sofort ausgeschleust.

Zwei Druckköpfe für viele Kennzeichnungsfälle.

Für den exakten Druck an der Verpackungslinie ist ein Druckkopf mit Tintenkartuschen von HP (Hewlett Packard) zuständig. Diese erlauben, wie auch die optional erhältlichen Funai-Kartuschen, Zeilenhöhen bis zu 12,5 Millimeter und eine Druckauflösung bis zu 600 dpi. An den Tintenstrahldrucker lassen sich bis zu zwei Druckköpfe anschliessen. Sie sind so kombinierbar, dass Zeilenhöhen bis 25 Millimeter machbar sind. Alternativ können die beiden Druckköpfe zwei Seiten der Verpackung parallel bedrucken. Ausgerüstet mit ein oder zwei Grossdruckköpfen liesse sich ein Aufdruck von bis zu 100 Millimeter Grösse erzielen.

Bei Nutrichem sind viele verschiedene Produktkennzeichnungssysteme von Bluhm Systeme im Einsatz. Welches Gerät wo verwendet wird, erörtert das Unternehmen in partnerschaftlichen Gesprächen mit den Bluhm-Fachleuten. Oft finden sie in diesen Gesprächen günstige, kreative Lösungen, freut sich Geschäftsführer Wolfgang Wagner.


Weitere Informationen:
Bluhm Systeme GmbH
www.bluhmsysteme.com



Manche Kunden von Nutrichem verlangen, dass Informationen wie Chargen- und Artikelnummer sowie Mindesthaltbarkeitsdatum zusätzlich verschlüsselt in einem Datamatrix-Code aufgebracht werden.