Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 09/2017, 04.09.2017

Wirksam und trotzdem kostengünstig?

Wer hat sich nicht schon über sein IT-System geärgert und zum Teil auch schon verflucht? Doch ohne IT kommen Unternehmen heute nicht mehr weit. Um die Kosten nicht explodieren zu lassen, gibt es Methoden auf dem Markt, die hierbei helfen können.

Autor: Martin Beims, geschäftsführender Gesellschafter

Bilder: Aretas GmbH

Kein modernes Unternehmen verzichtet noch auf wirksame IT-Systeme: Kaum ein Unternehmensprozess existiert, der sich noch ohne die Unterstützung von IT-Services effizient bewerkstelligen lässt. IT-Systeme sorgen für die optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen und erlauben so eine hohe Produktivität. Allerdings ergeben sich aus dieser Situation neue Abhängigkeiten. Die Geschäftsprozesse verlassen sich immer mehr auf die IT-Services. «Hieraus erwächst eine paradoxe Situation – IT-Services sollen leistungsfähiger werden und das bei immer geringeren Kosten. Gleichzeitig steigt durch die Bedeutungszunahme von IT-Services der eventuelle Schaden, bei auftretendem Systemausfall, enorm an. Während die stets sinkenden Kosten für die Bereitstellung der Services positive Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit von Unternehmen haben, stellen sich Schäden oder Störungen der IT als immer bedrohlicher heraus», erläutert Martin Beims, geschäftsführender Gesellschafter von Aretas. Effektives IT-Service-Management ist daher das Gebot der Stunde. Was zeichnet gutes IT-Service-Management aus? Lösen Werkzeuge wie ITIL die Herausforderungen in der IT?

Effektives IT-Service-Management. Um die Qualität und Quantität von IT-Services zu planen, zu überwachen und zu steuern ist ein erfolgreiches IT-Service-Management unabdingbar. «Effektives Service-Management orientiert sich immer an definierten und messbaren Zielen. IT-Services sind nur sinnvoll, wenn sie Geschäftsprozesse des jeweiligen Kunden optimal unterstützen. Daneben agiert ein erfolgreiches IT-Service-Management stets wirtschaftlich», rät der Experte. Die Zielerreichung mit angemessenem Aufwand gilt es ebenso im Auge zu behalten. «Neben der Bereitstellung der richtigen Services in der vereinbarten Qualität ist die Orientierung am Bedarf der Benutzer von entscheidender Bedeutung. Dabei haben die Benutzerfreundlichkeit der Services und die Akzeptanz durch die Benutzer sowie letztlich durch die Kunden oberste Priorität. Ein erfolgreiches Service-Management organisiert die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen so, dass die Gestaltung der Services speziell auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet ist», so Beims. Spezielle Werkzeuge unterstützen diese Prozesse.

ITIL – Lösung für alle Probleme? «Eine strukturierte Methode wie ITIL kann ein Fundament für Unternehmen bilden, in denen die IT eine Rolle spielt. Die Methode versucht Erfahrungen und Bewährtes zu beschreiben und so Hinweise zu geben, welche Aspekte bei der Gestaltung von IT-Services zählen», erläutert der Fachmann. Das Werkzeug hilft bei der Identifizierung des Kundenbedarfs und der entsprechenden Gestaltung von Services. Mithilfe der Methode lassen sich die Services auf die Business-Anforderungen abstimmen und regelmässig auf optimale Unterstützung der Geschäftsprozesse überprüfen. «So sehr solche Werkzeuge dem Service-Management nützen, primäres Ziel eines effek-tiven Managements darf es nicht sein, ‹ITIL einzuführen›. Darüber hinaus ist es sinnlos, eine Methode mit der Intention zu implementieren, damit alle Herausforderungen der IT-Organisation zu lösen. Solche Vorhaben haben keinen Erfolg. Das Werkzeug hat auch gar nicht den Anspruch, sämtliche Probleme des IT-Service-Managements zu beheben. ITIL nimmt es keinem Unternehmen ab, klare, am Business orientierte Ziele für die IT-Organisation zu definieren», erklärt der Fachmann.

Die Herausforderung lautet also, IT-Services in immer höherer Qualität bereitzustellen, ohne dabei die Ausgaben ebenfalls zu erhöhen. Dieser Herausforderung stellen sich immer mehr Unternehmen, indem sie IT-Services innerhalb der gewachsenen Strukturen analysieren und Massnahmen zur Verbesserung dieser Services ergreifen. Dafür sind Werkzeuge wie ITIL sehr praktisch, doch kein Allheilmittel.


Weitere Informationen:
Aretas GmbH
www.aretas.de



Der ITIL Lifecycle im Zusammenspiel


Werkzeuge wie ITIL ersetzen keine klare Zielsetzung, doch sie helfen bei der Analyse gewachsener Strukturen.

Das verbirgt sich hinter ITIL

ITIL ist die Abkürzung für IT Infrastructure Library. Es handelt sich um eine Sammlung von vordefinierten Prozessen, Funktionen und Rollen (Best beziehungsweise Good Practices) in der IT respektive vornehmlich im IT-Service-Management, die über Regeln Aufbau- und Ablauforganisation sowie die dafür benötigten Werkzeuge im IT-Dienstleistungsbereich beschreibt. ITIL gilt mittlerweile als Standard. Eine Kernanforderung an die Prozesse ist dabei die Messbarkeit. Die praktische Zuweisung der Tätigkeiten erfolgt anhand von Rollen und Funktionen. Es handelt sich dabei allerdings lediglich um Best- Practice-Vorschläge, die an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden müssen.