Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
25.07.2017

Die Wertschöpfung im Käseexport ist gefährdet

Die Zahlen für das erste Halbjahr 2017 zeigen, dass sich mit 31 879 Tonnen exportiertem Käse, Schmelzkäse und Fertigfondue (-77,2 t, -0,2 Prozent) das Exportniveau von 2016 nicht halten liess. Die im Export bekannten Käsesorten konnten ihre Marktpositionen nicht ausbauen und mussten Verluste erleiden. Gewinner sind insbesondere günstigere Käseprodukte. Im ersten Halbjahr betrug der Erlös für die Schweizer Käsebranche (Milchbauern, Käser, Affineure, Handel) insgesamt 265 Millionen Schweizer Franken. Dies entspricht einer Abnahme von -0,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Dies ist auf den gesunkenen Durchschnittsexportpreis zurückzuführen. Rund 40 Prozent der Schweizer Milch wird zu 650 verschiedenen Schweizer Käsespezialitäten verarbeitet. Davon werden 30 Prozent weltweit in über 60 Länder exportiert.

Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse ist Europa mit etwa 80 Prozent (26 131 t) der exportierten Menge. Nach Deutschland gehen 14 244 t, gefolgt von Italien 5079 t und Frankreich 2115 t. Die Exporte in Länder ausserhalb Europas nahmen im 1. Halbjahr 2017 um 229 t (+4,0 Prozent) auf total 5748 t zu. Der starke Schweizer Franken beeinflusst auch die Käseimporte. Mit einem Durchschnittsimportpreis von 6,21 CHF/kg sind die ausländischen Käse deutlich günstiger als die Schweizer Käse. Im ersten Halbjahr 2017 stiegen die mengenmässigen Importe um +4,4 Prozent oder +1298 t auf 30 479 t. Rund 83 Prozent der Importe stammen aus Italien (10 325 t, +1,3 Prozent), Frankreich (6482 t, -9,1 Prozent) und Deutschland (8297 t, +18,4 Prozent). Der starke Importzuwachs aus Deutschland ist unter anderem auf den extrem tiefen Importpreis von 3,90 CHF/kg zurückzuführen. Besonders beliebt bleiben Frischkäse (+1139 t, +10,4 Prozent), Halbhartkäse (+197 t, +3,7 Prozent) sowie Hartkäse (+170 t, +7,1 Prozent). Verloren hat hingegen der Extrahartkäse (-171 t, -6,9 Prozent) und der Schmelzkäse (-20 t, -1,0 Prozent). Auf hohem Niveau stabil blieben die Weichkäse (-17,5 t, -0,3 Prozent). Ein wichtiger Teil des Imports fliesst in die preissensible Nahrungsmittelindustrie und ins Gastgewerbe.



Europa ist mit etwa 80 Prozent der exportierten Menge Hauptabsatzmarkt für Schweizer Käse.