Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
30.03.2017

Umsatzrückgang trotz Mehrabsatz

Die Schweizer Zuckerwarenhersteller mussten im Jahr 2016 eine Umsatzeinbusse von 1,4 Prozent hinnehmen, obwohl sie im Vergleich zum Vorjahr 0,2 Prozent mehr Zuckerwaren verkauften. Im Inlandmarkt verzeichnete die Branche sogar ein Umsatzrückgang von 8,2 Prozent. Im Export entwickelte sich der Umsatz bedingt durch die gesteigerte Verkaufsmenge positiv.

Bilder: Biscosuisse

Die 14 industriellen Hersteller von Schweizer Zuckerwaren mussten im Jahr 2016 erneut eine Umsatzeinbusse hinnehmen. Bei praktisch gleichbleibender Verkaufsmenge (+ 0,2 Prozent) von 33 821 Tonnen sank der Branchenumsatz um 1,4 Prozent auf 343 Millionen Franken. Die Entwicklungen der einzelnen Produktgruppen zeigte bei den Hartbonbons (+ 1,7 Prozent), den Dragées (+ 0,5 Prozent) und in der Kategorie «andere geformte Zuckerwaren» (+ 4,6 Prozent) eine gesteigerte Absatzmenge. Die Verkaufsmengen der Gelée- und Gummibonbons (- 13,1 Prozent) und der Weichbonbons (- 7,0 Prozent) entwickelten sich hingegen rückläufig. Der Anteil der zuckerfreien Artikel nahm um 6,0 Prozent zu, wobei der Treiber für das Wachstum der zuckerfreien Artikel im Ausland liegt.

Im Inland verkauften die Unternehmungen der Schweizer Zuckerwarenindustrie im Jahr 2016 mit 5880 Tonnen 5,2 Prozent weniger Waren als im Vorjahr. Als Folge davon ging der damit generierte Umsatz um 8,2 Prozent auf 87 Millionen Franken zurück. Bei den Weichbonbons (- 13,4 Prozent), den Hartbonbons (- 7,7 Prozent) und den «anderen geformten Zuckerwaren» (- 5,6 Prozent) entwickelten sich die Verkaufsmengen im Inland negativ. Hingegen war bei den Dragées (+ 17,4 Prozent) und den Gelée- und Gummibonbons (+ 3,0 Prozent) ein Zuwachs zu verzeichnen. Während die Menge an importierten Zuckerwaren im vergangenen Jahr um 1,0 Prozent zunahm, verkauften die Produzenten im Inland insgesamt 0,5 Prozent weniger Waren. Bedingt durch den starken Rückgang des Eigenproduktionsabsatzes im Inland schrumpfte der Marktanteil der einheimischen Hersteller um 4,7 Prozent, und zwar von 23,6 Prozent (2015) auf 22,5 Prozent. Aus dem Inlandverbrauch an Zuckerwaren kann ein durchschnittlicher Pro-Kopf-Konsum pro Jahr von 3,12 kg abgeleitet werden, was gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme von knapp 50 g entspricht. Dabei ist der Anteil der zuckerfreien Artikel von 20,0 Prozent auf 18,9 Prozent zurückgegangen.

Trotz des weiterhin schwierigen Währungsumfelds war das Exportgeschäft ,nach dem Umsatzrückgang von 2015 im vergangenen Jahr, wieder auf Erholungskurs. Hingegen ist im Inlandmarkt eine weitere Verdrängung einheimischer Produkte durch billigere Importware zu beobachten. Zu administrativem Mehraufwand haben die Vorbereitungsarbeiten zur Umsetzung der neuen «Swissness»-Regulierung geführt. Mit Blick nach vorne gilt es, eine weitere Verteuerung des Produktionsstandorts Schweiz durch den Ausbau des Agrarschutzes, wie es Teile der Politik fordern, zu verhindern.



Das vergangene Geschäftsjahr war für die Schweizer Zuckerwarenbranche eine Herausforderung.


Trotz des schwierigen Währungsumfelds war das Exportgeschäft wieder auf Erholungskurs.