Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Verfahrenstechnik: Ausgabe 07 10.08.2018/2018, 21.08.2018

Beständig gegen abrasive und korrosive Medien

Aggressive Reinigungsmittel und abrasive Lebensmittel stellen Anlagen und Maschinen auf eine harte Probe. Gehärteter, rostfreier Stahl vereint Vorteile in sich, die das Ausgangsmaterial nicht hat. Daher lohnt sich ein Blick «hinter die Kulissen».

Die Lebensmittel- und Getränkeherstellung stellt hohe Ansprüche an Maschinen, Prozesse, Produktion und Lagerung. Ein Aspekt tritt dabei besonders in den Vordergrund: Abrasive Medien wie Getreide, Zucker, Nüsse oder Schokolade verschleissen die Maschine. Kleine Kratzer, Risse oder Löcher sind optisch kaum zu erkennen, doch sie genügen Mikroorganismen als ideale Brutstätte. 

Rostfreier Stahl

Damit korrosionsbedingte Schäden erst gar nicht auftreten, verwenden viele Betriebe Anlagen und Komponenten, die aus rostfreiem Stahl gefertigt sind. Je nach Anwendung kommen sogenannte Austenite (Chrom-Nickel-Stahl) in V2A- und V4A-Qualitäten zum Einsatz. Diese sind korrosionsbeständig, doch besitzen sie einen Nachteil: Ihre Oberfläche ist weich und entsprechend ungeeignet in leicht abrasiven Umgebungen. Was also tun, wenn Anwendungen wie beispielsweise in der Schokoladenproduktion eine Kombination von Härte und Korrosionsbeständigkeit verlangen?

Stahl härten mit Hard-Inox-S

Eine innovative Methode, die seit rund acht Jahren erfolgreich auf dem Markt besteht, ist in der Lage, Härte und Beständigkeit zu kombinieren und die Vorteile des Ausgangsstahls mit der gewünschten Zusatzfunktion auszustatten. Das Hard-Inox-S-Verfahren ist im Prinzip eine Art des Nitrierens, das bei relativ tiefen Temperaturen stattfindet. «Damit können wir austenitischen Werkstoffen, die von ihrer Struktur ‹butterweich› aber korrosionsbeständig sind, eine harte Oberfläche verleihen. Die Korrosionsbeständigkeit bleibt erhalten, doch wir können gleichzeitig die Härte um das drei- bis sechsfache des Grundmaterials erhöhen», sagt der Experte. Das Verfahren erzeugt eine Diffusionszone, die eine neue Struktur in die Oberfläche bringt. Somit kann auch bei starker Belastung die harte Zone nicht «abplatzen», sondern ist ein untrennbarer Teil der Oberfläche.

Einsatz in der Praxis

Aufgrund der besonderen Eigenschaften der gehärteten Stähle ist ihr Einsatzgebiet gross. Z.B. auf dem Gebiet der abrasiven Lebensmittel, wie etwa in der Schokoladenherstellung, sind gehärtete Werkstoffe dem Ausgangsmaterial weit überlegen. Ventile, Pumpen, Messer oder Dichtungsgehäuse aus gehärtetem Stahl sind bereits erfolgreich im Einsatz. Echte Praxistauglichkeit erlangt ein gehärteter, rostfreier Stahl erst, wenn er seine Korrosionsbeständigkeit nach dem Härten beibehält. Dies war bisher mit klassischen Verfahren nicht generell der Fall.

Härterei Gerster AG
4622 Egerkingen/Schweiz
www.gerster.ch

 



Das Verfahren Hard-Inox-S ist in der Lage, Härte und Beständigkeit zu kombinieren. (Bild: zVg)