Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 01-02/2018, 06.02.2018

50 Jahre LT – aus der Sicht der ehemaligen Verlegerin

Es sind jetzt 50 Jahre her, als sich die LT aus der LWT heraus entwickelt hat. Eine spannende Zeit mit grossen und kleinen Veränderungen, die zum Teil heute noch Gültigkeit haben oder die den Grundstein für gültige Vorschriften, Normen und Gesetze legten. Doch wie fing alles an?

Autor: Eva Frieden

Im Sommer 1967 kontaktierte Fridolin Forster von der Forster Verlag AG die Herren Professoren Solms, Neukom und Emch von der ETH betreffend einer neuen Zeitschrift auf dem Gebiet der Lebensmittel-Wissenschaft und Technologie. Er war der Ansicht, dass dieses Thema in Zukunft eine immer grössere Bedeutung erlangen würde.

Auf Anraten dieser kompetenten Kenner des Gebietes und vor allem auch der darin involvierten Koryphäen gab er uns einige bekannte Namen von Persönlichkeiten in Europa an, die in einem Beirat mithelfen sollten, geeignete Artikel für die neue Zeitschrift zu finden.

Fridolin Forster und ich reisten daraufhin nach Karlsruhe, um mit den Herren Professoren Fricker und Diehl zu sprechen und anschliessend in Wageningen mit Herrn Professor Leniger. Nach diesen Gesprächen nahmen wir Kontakt auf mit den Professoren Pilnik in Zürich, Acker in Münster, Bimbenet und Massy in Paris und mit Herrn Professor Hawthorn aus GB.

Die erste Ausgabe der LWT erschien nach intensiven Vorarbeiten und vor allem tatkräftiger Mithilfe des Beirats im Dezember 1968. In Erinnerung bleibt mir von dieser Ausgabe vor allem ein Artikel über Aspergillus flavus, ein Gebiet, das damals meines Erachtens gerade erst erforscht wurde. Wir waren also in der ersten Ausgabe schon topaktuell.

Überhaupt zeichnete sich die LWT von Anfang an durch überragende Artikel aus, die von der ersten Ausgabe an eine Rubrik mit Informationen über Tagungen, Fortbildungskurse und Hinweise für den Praktiker enthielt, die LT. Diese Rubrik war der Ursprung der LT, doch erst sechs Jahre später, das heisst 1973, beschlossen Verlag und Redaktionskommission die Rubrik LT aus der LWT auszugliedern und als eigene Zeitschrift unter dem Namen LT zu veröffentlichen. Beide Zeitschriften betreute damals Redaktor Dr. Alfred Temperli an der damaligen Eidgenössischen Forschungsanstalt Wädenswil.

Mit der Zeit bauten wir die LT von 4 auf 6 Ausgaben pro Jahr aus und sie wurde im Jahre 1982 zum offiziellen Publikationsorgan der SGLWT erkoren. Es bildete sich eine Redaktionskommission mit Vertretern der SGLWT und des Instituts für Lebensmittel-Wissenschaft der ETH, bestehend aus den Herren Renato Amadò, Felix Escher, Otto Raunhardt und Ulrich Schobinger. Diese Redaktionskommission unterstützte den Redaktor bei der Gestaltung der Zeitschrift.

Verkauf und Übernahme. Fridolin Forster und ich verkauften 1985 den Forster Verlag mit seinen Fachzeitschriften an die Handels-Zeitung, die allerdings weder die LWT noch die LT verlegen wollte. Für den neu gegründeten Frieden Verlag war die Übernahme der LWT nicht möglich, weshalb die SGLWT mit dem Verlag Academic Press – später Elsevier Science – über eine Übernahme und Herausgabe der LWT verhandelte, was auch zustande kam.

Gründung des Frieden Verlags. Ich (ehemalige Mitbesitzerin des Forster Verlags) gründete mit meinem Ehemann Werner Frieden die Frieden Verlag AG in Küsnacht. Aus der jahrzehntelangen Arbeit im Forster Verlag war ich gerüstet und bereit, ab 1987 die Redaktion der LT zu übernehmen, da Alfred Temperli sein Mandat nach fast 20-jähriger Tätigkeit abgab. Im gleichen Jahr erhöhten wir die Ausgaben von 6 auf 10 Hefte pro Jahr.

Mein Mann und ich beschlossen 1996 beruflich ein bisschen kürzer zu treten, insbesondere weil auch ein Ausbau in die neuen Medien nötig war. Glücklicherweise fanden wir einen zuverlässigen Verleger, die Binkert Medien AG in Laufenburg, die auch heute noch die Zeitschrift verlegt. Ich trat als Redaktorin zurück, blieb aber noch einige Jahre Mitglied der Redaktionskommission, bis ich auch hier den Schritt ins Privatleben getan habe.

Nun bleibt mir nur noch übrig, der LT für weitere, viele Jahre ein glückliches Gedeihen zu wünschen mit neuen Ideen und weitere Anbindung an die Zeit des Internets.

Meine besten Wünsche gehen auch an den Verlag und seine Mitarbeiter.