Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01-02/2018, 06.02.2018

Digitalisierung – nicht nur für grosse Betriebe

Die Einführung von Mobiltelefonen, Mitte der 1983er-Jahre, hatte weitreichendere Folgen, als sich Fachleute träumen liessen. War die Technik damals nur elitären Personengruppen vorbehalten, nutzt es heute nahezu jeder. Auch kleinere Produzenten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie profitieren jetzt von kostengünstiger digitaler Technik.

Autor: Markus Brettschneider, Vizepräsident der Unternehmensgruppe

Bilder: ABB

Als im Jahr 1983 das erste Mobiltelefon auf den Markt kam, war diese bahnbrechende Technik hochrangigen Geschäftsleuten und der sozialen Elite vorbehalten. Sinkende technologische Kosten haben jedoch dazu geführt, dass sich Mobiltelefone nunmehr zur am stärksten verbreiteten Technik entwickelten. Tatsächlich zeigten Telekommunikationsdaten der UN von 2014, dass es fast so viele Mobilfunkverträge wie Menschen auf der Welt gibt. Ein ausgezeichnetes Beispiel für einen eng am Konzept des Mooreschen Gesetzes anknüpfenden technischen Trend, der auch als qualitätsbereinigter Preis bekannt ist. Während eine sich rasch entwickelnde Technik Jahr für Jahr zu erheblichen Leistungssteigerungen führt, sinken auch die Kosten dieser Technik in vergleichbarem Tempo.

Dies stellt eine wichtige Gelegenheit für kleinere Unternehmen dar, von neueren Techniken zu profitieren, die zuvor nur grossen Unternehmen zugänglich waren. In der Lebensmittelproduktion gab es beispielsweise eine enorme Zunahme bei der Implementierung digitaler Techniken und Software in grösseren Betrieben. Allerdings können sich Lebensmittelfertigungsbetriebe aller Grössenordnungen die Produktivitäts- und Effizienzvorteile durch Digitalisierung zunutze machen.

Der digitale Lebensmittelbetrieb.

Während Ausrüstung und Robotik in den vergangenen Jahrzehnten die Haupttreiber der Anlagenverbesserung waren, hat der Vormarsch des industriellen Internets der Dinge (IIoT), Software sowie Erkenntnissen mehr Bedeutung beigemessen. Insbesondere zahlreiche Betriebsleiter nutzen nun direkte Lösungen zur Überwachung des Status von Ausrüstung zur Abschwächung von Leistungsproblemen.

So haben beispielsweise die meisten Betriebe der Lebensmittelverarbeitung mindestens einen Teil der Produktionslinie mit einem Förderbandsystem automatisiert. Wie bei jeder Ausrüstung nutzen sich Teile dieses Systems mit der Zeit allmählich durch wiederholte Benutzung ab. Bei kritischen Komponenten, wie dem Motor, führt dies zu einer langsamen Leistungsminderung und Risiken von Ausfallzeiten in Folge eines Totalausfalls.

Aus diesem Grund müssen Betriebsleiter vorausschauende Instandhaltung zur Verhinderung möglicher künftiger Probleme einführen. Zur effektiven Ausführung benötigen Betriebsleiter exakte Leistungsdaten von den Niederspannungsmotoren des Förderbands.

Multifunktionale Sensoren.

Anstatt in neue Systeme mit IIoT-Funktionalität zu investieren, können Unternehmen multifunktionale Sensoren zur Erfassung und Analyse von Leistungsdaten installieren. ABBs Ability Smart Sensor für Motoren erlaubt Technikern beispielsweise die Digitalisierung von Anlagen zur Lebensmittelproduktion mit minimalem Aufwand. Diese Sensoren passen direkt an den Rahmen des Motors und überwachen wesentliche Leistungsfaktoren, wie Temperatur und Vibrationen. Die Daten werden in die Cloud übertragen, wo sie analysiert und Berichte für Anlagentechniker verfasst werden.

Sie liefern neue Erkenntnisse über den Zustand der in der Produktion eingesetzten Motoren, was anstatt reaktiver Instandhaltung eine vorausschauende Instandhaltung gestattet. Mit einem einfachen Ampelsystem aus grünen, gelben und roten Leuchten lässt sich der Flottenmotorstatus mühelos beurteilen.

So wie Mobiltelefone nicht länger nur Geschäftsführern gelisteter Unternehmen vorbehalten sind, ist auch Digitalisierung nicht mehr nur auf grosse Betriebe in der Lebensmittelproduktion beschränkt. Durch Investition in die richtige Ausrüstung können Betriebsleiter damit beginnen, die Vorteile von digitaler Technologie in dem ihrer Produktion entsprechendem Tempo und Budget zu integrieren.

ABB
www.abb.com



Von kostengünstiger digitaler Technik profitieren auch kleinere Lebensmittelhersteller.