Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Anlagen- und Apparatebau: Ausgabe 01-02/2018, 07.02.2018

PET-Komplettlösung für aseptische Anwendungen

Getränkehersteller sind heutzutage mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Ihre Verpackungslösungen müssen innovativ sein und ein positives Konsumerlebnis bieten. Dazu bieten aseptische PET-Komplettanlagen beachtliche Vorteile.

Autor: Josina van der Velden, EMG

Bilder: Bilder: Sidel GmbH

Der zunehmende Verbrauch von flüssigen Molkereiprodukten (LDP), Säften, Nektaren, Softdrinks, isotonischen Getränken und Tees (JNSDIT) steigt jährlich um jeweils 6 Prozent beziehungsweise 5 Prozent. Das liefert Herstellern signifikante Chancen für die Geschäftsentwicklung. Auch die Verwendung von PET steigt in diesen Marktsegmenten kontinuierlich. Die voraussichtliche jährliche Wachstumsrate bis 2020 liegt bei 3 Prozent für den JNSDIT-Sektor und 8 Prozent für LDP. Um dieses Marktpotenzial zu nutzen, können die Hersteller ihre Abfüllkapazitäten erweitern oder ihre Produktion mit höherwertigen Produkten in PET diversifizieren.

Lebensmittelsicherheit steht an oberster Stelle.

Welche Geschäftsziele das Unternehmen auch verfolgt, der wichtigste Faktor ist immer die Lebensmittelsicherheit. PET-Flaschen bieten optimale physikalische Barriereeigenschaften zum Schutz von Getränken und Lebensmitteln, die die Sicherheit und Integrität des Produkts über die gesamte Lieferkette aufrechterhalten. Guillaume Rolland, Direktor der Kategorie empfindliche Produkte bei Sidel, kommentiert: «Überall auf der Welt werden die Verbraucher gesundheitsbewusster und wenden sich zunehmend Getränken mit einem natürlicheren Geschmack zu. Im Zuge dieser Entwicklung suchen die Hersteller nach Abfüllmethoden, die Qualität, Geschmack und Vitamingehalt der Getränke schützen. Heissabfüll- und aseptische Abfülllösungen bewahren die Getränkeeigenschaften.» Die Verwendung von PET in aseptischen Verpackungslösungen bietet einige Geschäftschancen. So lassen sich empfindliche Getränke für den Vertrieb bei Umgebungstemperatur, ohne Beeinträchtigung ihrer organoleptischen Eigenschaften und geschützt vor Bakterien, abfüllen. Ohne Pasteurisierung, Heissabfüllung oder Verwendung von Konservierungsstoffen beziehungsweise Sterilisationsmitteln können Betriebe die Haltbarkeit der Produkte gewährleisten. Eine aseptische PET-Komplettlösung von Sidel schützt empflindliche Getränke, differenziert Marken, verarbeitet zahlreiche unterschiedliche Produkte und reduziert dabei Umweltbelastungen und Kosten.

Optimierte aseptische Produktion.

Wer den Bedarf der Produzenten mithilfe komplett vernetzter aseptischer Anlagen erfüllen will, benötigt einen Ansatz, der ganzheitlich und flexibel ist. Die vollständig integrierten Lösungen des Unternehmens verwenden Prozessanlagen und -kapazitäten von Tetra Pak Processing Systems (TPPS). Sidels umfassende Erfahrungen, innovative Maschinen und professionelle Services unterstützen Kunden während des gesamten Produktionsprozesses. Diese Unterstützung reicht vom differenzierenden und kundenorientiertem Design der Flaschen und Komplett-anlagen bis zum schnellen Produktionsanlauf und darüber hinaus. Der Experte für Verpackung meistert die Herausforderungen empfindlicher Getränke ohne Beeinträchtigung der Kosteneffizienz und hilft den Herstellern, ihre Produkte mit der richtigen PET-Lösung zu verpacken. Das Unternehmen gewährleistet die Lebensmittelsicherheit, die Produktintegrität, Langlebigkeit und liefert Support für Markenaufbau und -differenzierung.

Qualifizierung der Getränke- und Verpackungslösungen.

Zahlreiche Faktoren wie Mikroorganismen, Licht, Sauerstoff und Temperatur beeinträchtigen empfindliche Getränke bei der Abfüllung. PET verhindert nicht nur, dass die Qualität des enthaltenen Getränks Schaden nimmt, sondern bietet echte Chancen, das Endprodukt zu verbessern. Wenn Hersteller Sidels wissenschaftliche Kenntnisse der Getränkeverpackung und industriellen Produktion frühzeitig in ein neues Produktverpackungsprojekt einbeziehen, können sie die Flaschenleistung optimieren und gleichzeitig die Sicherheit und Qualität des Produkts gewährleisten.

Experten in Chemie, Mikrobiologie, Lebensmittelkunde, Abfüllprozessen und Verpackungsmaterialien helfen den Kunden bei der Qualifizierung spezifischer Verpackungslösungen. Dies kann eine Reihe von Prozessen einschliesslich der Evaluierung von Flaschenmodellen und der Durchführung physikalischer, chemischer und sensorischer Analysen einschliessen, um die Interaktion der Flüssigkeit mit der Verpackung zu verstehen. Die Spezialisten führen Tests unter Lieferkettenbedingungen durch, um die optimale Lösung für die definierte Vertriebsmethode und Haltbarkeit zu finden. Ausgehend von diesen Ergebnissen können die Spezialisten Empfehlungen zum Barrierematerial für die Flasche, zu Gewicht, Form und Verschlusstypen geben, die die gewünschte Haltbarkeit des Produkts sicherstellen.

Werte schaffen – vom Konzept zum Verbraucher.

Mit fünf Packaging-Zentren und vier F+E Inhouse-Labors in allen Teilen der Welt setzt sich Sidel ein, in jeder Phase der Lieferkette Werte zu schaffen. Auf der Grundlage der jeweiligen Kundenspezifikationen, Lieferkettenbedingungen und Produktziele entwickeln hauseigene Designer eine innovative Verpackung zum Schutz der Getränkequalität und geben dem Endprodukt einen markanten Look, damit die Wünsche des Produzenten Wirklichkeit werden. Diese Verpackungslösungen halten mit reduziertem Material- und Energieverbrauch eine optimale Anlagenleistung aufrecht, verlängern dabei die Haltbarkeit und bieten ein positives Konsumerlebnis. Die Spezialisten arbeiten jedes Jahr an mehr als 250 000 neuen Flaschenkonzepten und 8000 Flaschenentwürfen.

Die Verpackungsprofis entwickelten Blasformen für diese Flaschen, um schnelle Produktion und optimale Leistung auf neuen und umgerüsteten Anlagen sicherzustellen. Für eine lange Lebensdauer bei maximaler Verfügbarkeit fertigt das Unternehmen die Formen aus Aluminium oder Edelstahl und prüfen mit lebensechten mechanischen Analysen und virtuellen Stresstests. Die Blasformen bieten eine grössere Gestaltungsfreiheit mit schnellen, einfachen Formatwechseln und lassen sich an alle Blasmaschinengenerationen des Unternehmens anpassen.

Wissenschaftlich begründete Lösung der Trockenaseptik.

Die aseptische PET-Abfülllösung mit Preform-Trockendekontamination gewährleistet Produktintegrität, Produktionsflexibilität, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit. Gestützt auf die Tatsache, dass es einfacher ist, die Preform anstelle der geblasenen Flasche zu dekontaminieren, hat der Hersteller diese Technik patentiert. Die Sterilisation der Preformen erfolgt mit Wasserstoffperoxid-Nebel. Der kurz vor dem Ofen in die Preformen gesprühte Nebel wird während der bereits vorhandenen Phase der Preformerhitzung aktiviert. Dieselbe Technik kommt auch bei der Dekontamination der Verschlüsse zum Einsatz.

Um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, muss eine Anlage einfach sein. Je weniger kritische Faktoren vorhanden sind, umso einfacher und wirksamer ist ihr Betrieb. Mit diesem Ziel vor Augen verkleinerten die Experten die sterile Zone zur Reduzierung des Kontaminationsrisikos. Die kritischen Parameter unterliegen einer kontinuierlichen Überprüfung auf potenzielle Kontamination. Dieses Verfahren gewährleistet ein hohes Dekontaminationsniveau bis zu einem SAL-Wert (Sterility Assurance Level) von Log 6, ohne dass Mitarbeiter die Blasmaschine sterilisieren müssen. Die aseptische Combi Predis kombiniert eine membranlose magnetische Abfüllung, die sicher und hygienisch ist, mit einem Durchflussmesser für hohe Präzision. Darüber hinaus ist sie einfach zu bedienen und zu warten.

Ergebnis ist eine zuverlässige, einfache und aseptische Getränkeproduktion in PET-Flaschen – ideal für den Vertrieb bei Umgebungstemperatur. Die aseptische Combi Predis hilft auch, die Haltbarkeit zu verlängern und die Rezeptur von empfindlichen Getränken natürlicher zu gestalten. Der Einsatz von Konservierungsstoffen zur Aufrechterhaltung der Lebensmittelsicherheit ist unnötig. Sie eignet sich für aseptische Produktionsleistungen zwischen 10 000 und 60 000 Flaschen pro Stunde und kann ein breites Sortiment an Getränken verarbeiten (Softdrinks oder Produkte mit Pulpe), die neben Produkten mit hohem Säuregehalt auch solche mit niedrigem Säuregehalt wie H-Milch und Sojadrinks oder Yak-Milch einschliessen. Der deutlich reduzierte Chemikalienverbrauch und der Wegfall von Wasser für die Dekontamination der Verpackung erlaubt wesentliche Einsparungen. Ausserdem erhöhen sich die Chancen der Gewichtsreduzierung mit entsprechender Senkung des PET-Verbrauchs.

Mit einer potenziellen Produktionsleistung bis 2400 Flaschen pro Stunde und Blasform kann die Anlage zwischen zwei Reinigungs- und Sterilisationszyklen 165 Stunden lang kontinuierlich produzieren. Das werkzeuglose Bottle-Switch-System gestattet einfache, schnelle und sichere Blasformwechsel mit wenigen Handgriffen in nur jeweils 40 Sekunden. Mit einer nur dreistündigen Reinigung und Sterilisation zwischen zwei Rezepturen sind ebenfalls weniger Stillstandszeiten nötigt.

Eine flexible Produktionsanlage zur Kundenbindung.

Für einen Hersteller von empfindlichen Getränken besteht die Herausforderung in der Gewährleistung der Produktsicherheit und -qualität über die gesamte Lieferkette. Wichtig ist auch, dass eine Getränke- oder Milchproduktmarke im Supermarktregal zum Blickfang wird, um die in wenigen Sekunden getroffenen Kaufentscheidungen der Verbraucher zu beeinflussen. Etikett und Verpackung tragen wesentlich dazu bei, die Aufmerksamkeit der Verbraucher anzuziehen und ihre Wahl zu beeinflussen. Aseptische Komplettanlagen nutzen die Vorteile eines breiten Spektrums an vielseitigen und zuverlässigen Etikettier- und Sekundärverpackungslösungen. Damit erhalten Getränkehersteller ein attraktives und differenzierendes Angebot und eine nachhaltige Produktion. Unabhängig davon, ob Roll-Fed-Etiketten oder Sleeves für aseptisch abgefüllte Getränke nötig sind, können Etikettiermaschinen des Herstellers jedes beliebige Etikettenformat verarbeiten. Das schliesst sowohl schnelle konsistente Roll-Fed-Etikettierung als auch hochwertige Sleeve-Wärmeschrumpfung ein. Und unabhängig davon, ob Anwender bedruckte Schrumpffolie, Nested Packs oder Wrap-around-Kartons nutzen, muss dieser Verpackungsaspekt attraktiv, aussagekräftig und funktional sein. Flexible Sekundärverpackungslösungen bieten zuverlässige Konsistenz der Verpackungen und dauerhafte Qualität, während die Palettier- und die kompakten Robotersysteme mit ihren hohen Produktionsgeschwindigkeiten und verschiedenen Lagenmustern eine Vielzahl an Produkten, Gebinden und Lagen bedienerfreundlich und flexibel handhaben.

Maximale Verfügbarkeit – heute und morgen.

Selbst wenn es gelingt, die ideale Verpackungslösung zu implementieren, wird die Leistung jeder Produktionslinie mit der Zeit nachlassen, wenn Anwender nichts dagegen tun. «Wir haben das Ziel, die Produktivität, Effizienz und Leistung der aseptischen Anlage während ihrer gesamten Lebensdauer aufrechtzuerhalten beziehungsweise zu verbessern. Ebenso wichtig ist es, eine vorhandene Anlage mit neuen Techniken aufzurüsten, die ihre Produktivität steigern können und zu einer Reduzierung der Gesamtkosten beitragen», sagt der Direktor abschliessend. Das zuständige Services-Team bietet Getränkeherstellern ein massgeschneidertes Portfolio, um die Sicherheit und Wertschöpfung einer aseptischen Produktionslinie für einen langfristigen Erfolg zu steigern. Sidel Services können die Maschinen überwachen, erforderliche Stillstandszeiten vorausplanen und unerwartete Kosten reduzieren.

Sidel GmbH
www.sidel.de




Die Komplettlösung für aseptische Abfüllungen bietet bewährte Vorteile.


Auch in Laboratorien spielt die Aseptik eine grosse Rolle.