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Qualitätssicherung und Analytik: Ausgabe 01-02/2018, 06.02.2018

Versorgungskette ohne Ungewissheit

Untersuchungen in externen Laboratorien brauchen ihre Zeit. Schon allein die Transportwege zum Labor und zurück sind ein Zeitfenster, das für manche Analysen nicht zur Verfügung steht. Ein tragbarer DNA-Test liefert jetzt Ergebnisse in 30 Minuten.

Autor: Marc Schädeli CEO of The Consulting Group

Bilder: SwissDeCode

Der Pferdefleischskandal aus dem Jahr 2013 ist uns allen noch gut im Gedächtnis. Damals haben Betrüger Pferdefleisch als Rindfleisch deklariert, in den Verkehr gebracht und damit Bürger in vielen europäischen Ländern im grossen Stil hintergangen. Dieser Skandal ist nur einer von vielen, doch er zeigt eindrücklich, dass Lebensmittelbetrug allgegenwärtig ist. Mit den gängigen Methoden zur Qualitätssicherung lassen sich Betrugsfälle nicht verhindern, doch moderne Analytik kann Lebensmittelproduzenten bei der frühzeitigen Aufdeckung unterstützen.

DNA-Test.

Wenn wir bei der Unterscheidung von verschiedenen Fleischarten bleiben, dann lassen sich Rind-, Pferde-, Wild- oder Straussenfleisch mit blossem Augen kaum unterscheiden. Alle Fleischsorten weisen eine dunkle Farbe auf und haben auch eine ähnliche Textur. Eine sichere Unterscheidung beziehungsweise Identifikation funktioniert also nur analytisch. In der Regel schicken Unternehmen Stichproben an ein Labor, das innerhalb weniger Tage ein Resultat liefert. Doch in dieser Zeit gibt es keine Sicherheit, ob die Rohware einwandfrei ist.

Eine deutlich schnellere Variante ist der DNA-Test des Unternehmens Swiss-DeCode. Der sogenannte DNA-Foil ist ein tragbarer DNA-Test, der innerhalb von 30 Minuten ein exaktes Ergebnis liefert. Mittels molekularer Referenzen – vergleichbar mit einem operationalisierten PCR-Test – können Anwender die Produkt-reinheit überprüfen. Diese kann unabhängig von Ort und Zeit erfolgen.

Das Schweinefleischerkennungs-Kit ist bereits heute verfügbar und ist beispielsweise für Halal- und Koscher-Produkte einsetzbar. Es erlaubt einen Nachweis von weniger als ein Prozent Schweinefleisch in verschiedenen Substraten. Die Einführung von Schweinefleischnachweis und pflanzlicher Multispektrumnachweise fanden 2017 statt. Auch Bakterien lassen sich mit diesem Kit nachweisen. Für 2018 plant der Analytikspezialist die Einführung der Nachweise von Salmonella (1. Quartal), E. coli (2. Quartal) und Listeria (3. Quartal).

Einfache Anwendung.

Die Nutzung des DNA-Tests ist einfach und leicht verständlich beschrieben. So können Mitarbeiter auch ohne Laborausrüstung die Analyse überall durchführen. Ein Teststreifen zeigt zum Schluss, ob die Ziel-DNA in der Probe vorhanden ist oder nicht.

Einsatzgebiete.

Der tragbare DNA-Test sorgt für eine rasche Authentifizierung und das nicht nur für Produzenten, sondern auch für Käufer und Konsumenten. Für das nächste Jahr plant der Spezialist zudem ein Kit zum Nachweis von Multispektrum-Tierbestandteilen. Der DNA-Foil lässt sich auch für die Überprüfung der Reinigungswirkung von Produktionslinien einsetzen. Damit lassen sich beispielsweise Kontaminationen in Fleischprodukten vermeiden. Es ist zudem für den Nachweis von Tierkrankheiten nutzbar. Der Test kann das Vorhandensein von Infektionskrankheiten (Bakterien, Viren) in einem frühen Stadium in Pflanzen, auf dem Bauernhof und in Tieren erkennen.

Prozessoptimierung.

Der DNA-Test ist ein Hilfsmittel zur Optimierung von Prozessen. Denn Ergebnisse sind innerhalb von 30 Minuten vorhanden. So können Produzenten rasch in ihre Prozesse eingreifen. Der molekulare Referenztest lässt sich ohne auswendige Prozesse und Gerätschaften durchführen.

SwissDeCode Sàrl
www.swissdecode.com



DNA-Tests liefern schnell sichere Resultate und helfen damit Betrugsfälle frühzeitig aufzudecken.