Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 12/2018, 23.01.2019

Weniger Plastik bei der Migros

Auch die Migros Zürich will beim Plastikmüll anpacken. Hanna Krayer, Projektleiterin Nachhaltigkeit beim Migros-Genossenschafts-Bund, nennt ein Beispiel: «Indem die Foliendicke des Kartoffelsacks reduziert wurde, kann die Migros jährlich 10 Prozent, also etwa 20 Tonnen Material einsparen». Die Plastikschalen der Rispen- sowie Cherrytomaten à 500 Gramm wurden im Oktober 2018 bereits reduziert. Seither spare die Migros weitere 15 Prozent und nach eigenen Angaben rund 11 Tonnen Verpackungsmaterial ein.

Mehr Angebote im Offenverkauf

Auf dem Radar hat die Migros Zürich auch andere Massnahmen, die auf Kunden-Inputs zurückgingen. So will man bei Bioprodukten im Früchte-­ und Gemüse­-Sortiment noch einen Schritt weitergehen. Neben der Reduktion von Verpackungs­materialien gibt es seither Bio­-Produkte bei der Migros Zürich neu auch im Offenverkauf. Der Wirz und die ro­ten Zwiebeln oder auch die Blondorangen, die Kaiser­-Birnen und die Goldkiwi aus biologischem Anbau werden neu offen «und nur wenn aus Grün­den der Deklaration erforder­lich mit Stickern versehen angeboten», wie die Migros Zürich in einer Mitteilung schreibt.

«Für das Jahr 2019 verfolge man das Ziel, die Ver­packung zahlreicher weite­rer Saisonartikel anzupassen», wird Melanie Chaves, Leiterin Marke­ting Früchte und Gemüse bei der Genossen­schaft Migros Zürich, zitiert. Massgeblich daran be­teiligt ist Markus Gassmann, Product­-Mana­ger für Bio-­Früchte und -Gemüse. So konnte im Frühjahr 2018 dank einer neuen Packanlage auf zusätzliche Schalen für die Biokarotten à 500g, den Biokarottenmix oder den gepack­ten Lauch verzichtet werden. «Die Genossenschaft Migros Zürich hat dank der diver­sen Verbesserungen im Jahr 2018 bereits 5,74 Tonnen Verpackungsmaterial im Biofrüchte-­ und Biogemüsesortiment eingespart», rechnet Markus Gassmann vor.

Manchmal hält Verpackung länger frisch

In einer Sache ist man sich aber bei der Migros sicher: Eine Verpackung habe immer auch die Auf­gabe, das Produkt zu schützen und die Halt­barkeit zu verlängern. Erhöht sich durch den Verzicht einer Verpackung die Lebens­mittelverschwendung deutlich, ist es aus ökologischer Sicht sinnvoller, den Artikel verpackt anzubieten, wie wie Melanie Chaves sagt. Zudem komme es immer auf die Dicke und Menge des verwendeten Materials an. «Eine unverpackte Gurke wird innert Tagesfrist weich. Mit einer 1,5 Gramm leichten Plastikfolie bleibt sie jedoch bis zu einer Woche frisch und knackig», so Chaves.



Auch die Migros Zürich will den Plastikmüll deutlich reduzieren. Eine Gurke sollte jedoch dennoch verpackt werden, aus Gründen. (Bild: pd)