Eine Publikation der Swissprofessionalmedia AG
Ausgabe 03/2018, 06.03.2018

Nutzen Sie Ihre Stillstandszeit?

Prädikative Technologien werden in verschiedenen Industriezweigen eingesetzt; insbesondere in Branchen mit kostspieligen Stillstandszeiten – wie bei der Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken. Wie können damit Stillstandszeiten optimal genutzt werden?

Autor: Robert Glass, globaler Kommunikationsmanager des Programms Food and Beverage, ABB

Das Aufkommen von Technologien wie Smart Robotics, Cloud Computing und Predictive Analytics bedeutet, dass nur noch wenig Unternehmen davon abhält, in den Dauerbetrieb-Modus zu gehen. Allerdings ist die geplante Stillstandszeit der Hauptgrund dafür, dass das doch noch nicht zur weit verbreiteten Realität wurde.

Geplante Stillstandszeit

Dabei ist die geplante Stillstandszeit selbst keine schlechte Sache. Während eines festgelegten Zeitraums werden die Produktionslinien und die Anlagen vorübergehend abgeschaltet, damit Wartungstechniker den Zustand des Systems beurteilen, Reparaturen durchführen und Geräte reinigen können. Dies ist besonders in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wichtig, wo Hygiene eine entscheidende Rolle spielt und Produktionsanlagen frei von Schadstoffen sein müssen.

Wenn man die besonderen Herausforderungen der Backindustrie berücksichtigt, ist es von grosser Bedeutung, diese Ausfallzeiten zu nutzen – um sicherzustellen, dass die Ausrüstung auf hohem Niveau gehalten wird, um das Austreten von Staub zu reduzieren oder eine genauere Kontrolle temperaturgesteuerter Zonen zu ermöglichen.

Die Einhaltung dieser hohen Standards durch geplante Ausfallzeiten stellt sicher, dass Produktionslinien zuverlässig und sicher arbeiten können, was sie vor ungeplanten Ausfallzeiten aufgrund von Fehlern oder Defekten schützt. Der daraus resultierende Produktionsrückgang ist jedoch immer noch ein Thema für die Betriebsleiter.

In der kontinuierlichen Produktionsindustrie – insbesondere in der Bäckereibranche, in der jeder Prozess sorgfältig synchronisiert werden muss – kann die Zeit, die durch die planmässige Wartung verloren geht, zu einem kurzfristigen Rückgang der Rentabilität führen. Dies wird durch die Tatsache verstärkt, dass das Timing von Ausfallzeiten oft nicht optimal ist, da für diese Planung normalerweise keine Betriebsleistungsdaten verwendet werden.

Vorausschauende Wartung

Die Lösung besteht darin, die Wartungsarbeiten von einzelnen Systemen getrennt zu planen, indem Leistungsdaten überprüft werden, die von intelligenten Technologien wie smarten Sensoren an Motoren als Indikator für den Zustand der Ausrüstung erfasst werden. So können Betriebsleiter die Zeit produktiv nutzen und einen fundierten, datenorientierten Wartungsansatz entwickeln.

Anstatt im Ernstfall eine reaktive Wartung von Geräten und Systemen durchzuführen, können Ingenieure eine vorausschauende Wartung durchführen, die allfälligen Problemen vorbeugt. Betriebsleiter, die von dieser Chance profitieren, können das Potenzial der Digitalisierung und der vernetzten Geräte wirklich nutzen. Während Stillstandszeiten der Anlagen derzeit ein unvermeidbarer Teil der Produktion sind, könnte die Digitalisierung dies in Zukunft minimieren. In der Zwischenzeit können Manager von Backanlagen die geplanten Ausfallzeiten optimal nutzen, indem sie Leistungsdaten überprüfen und effektive Pläne für die Zukunft erstellen.

ABB Schweiz AG www.abb.ch



Intelligente Technologien wie smarte Sensoren an Motoren erlauben einen datenorientierten Wartungsansatz. (Bild: ABB)